# taz.de -- 1.000-Euro-Hilfe gescheitert: Koalition begräbt Prämie und sucht Gespräch
       
       > Bereits die Bundesländer hatten die steuerfreie Hilfe gestoppt. Jetzt
       > nimmt auch die Regierung Abstand. Der Kanzler lädt Sozialpartner zum
       > Dialog ein.
       
 (IMG) Bild: Auch hier wird es keine steuerfreie Prämie geben: Ein Gießer bei der Arbeit in Pirna
       
       dpa/taz | Die Koalition hat die stark kritisierte Entlastungsprämie für
       Arbeitnehmer*innen nach Angaben aus der Unionsfraktion begraben.
       [1][Das Vorhaben für die steuerfreie 1.000-Euro-Prämie] werde nicht weiter
       verfolgt, schrieben Fraktionschef Jens Spahn und CSU-Landesgruppenchef
       Alexander Hoffmann an die Abgeordneten der Union nach der Sitzung des
       Koalitionsausschusses.
       
       Die Nachricht liegt der taz vor. [2][Zuvor hatte die Rheinische Post
       darüber berichtet.] In einem Schreiben von SPD-Fraktionschef Matthias
       Miersch an die sozialdemokratischen Abgeordneten wurde die am vergangenen
       Freitag vom Bundesrat gestoppte Prämie nicht erwähnt.
       
       Vorgesehen war, dass die Arbeitgeber ihren Beschäftigten bis zum 30. Juni
       2027 eine Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen können, die steuer- und
       abgabenfrei sein sollte. Die Unternehmen hätten die Zahlung als
       Betriebsausgaben von der Steuer absetzen können.
       
       ## Der Bundesrat hatte die Entlastung gestoppt
       
       Aus der Wirtschaft kam massive Kritik an dem Vorhaben. Vor allem kleine und
       mittlere Unternehmen, aber auch öffentliche Arbeitgeber erklärten, dass sie
       in der gegenwärtig wirtschaftlich angespannten Situation nicht in der Lage
       seien, die Prämie zu zahlen.
       
       [3][Im Bundesrat votierten dann nur vier von 16 Ländern für die Prämie.]
       Auch Bayern stimmte gegen das Vorhaben, obwohl Ministerpräsident Markus
       Söder (CSU) es in einem Koalitionsausschuss in der Villa Borsig selbst mit
       ausgehandelt hatte.
       
       Die Länder warfen dem Bund vor, dass sie und die Kommunen die Kosten für
       die Prämie zu fast zwei Dritteln hätten zahlen sollen. Der Bund habe zwar
       einen Ausgleich durch die Erhöhung der Tabaksteuer vorgehabt – deren
       Einnahmen fließen aber nur dem Bundeshaushalt zu.
       
       Um die Entlastungsprämie zu retten, hätte die Bundesregierung den
       Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anrufen müssen. Nachdem
       die Prämie nun endgültig gescheitert ist, werden bislang vor allem
       Autofahrende Bürger*innen wegen der im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen
       Preise durch den Tankrabatt entlastet.
       
       ## Kanzler sucht Dialog
       
       Nun sucht man das Gespräch mit den Sozialpartnern. Der Kanzler will
       Arbeitgeber und Gewerkschaften Anfang Juni zusammen mit dem
       Koalitionsausschuss ins Kanzleramt einladen, teilen sowohl Spahn und
       Hoffmann, als auch Miersch ihren Abgeordneten mit. Ziel sei, der SPD
       zufolge, ein gemeinsames Paket zu den zentralen Reformthemen, nämlich
       Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau.
       
       Auch die in dieser Woche wiedergewählte DGB-Chefin Jasmin Fahimi hatte
       Friedrich Merz auf dem Bundeskongress angeboten, ins Gespräch zu kommen.
       Man sei bereit zum Dialog. Für eine konzertierte Aktion werben auch die
       Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern,
       Hendrik Wüst (CDU) und Manuela Schwesig (SPD).
       
       13 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Steuerfreie-1000EUR-Praemie-Wen-die-Regierung-entlasten-will---und-wer-leer-ausgeht/!6170913
 (DIR) [2] https://rp-online.de/politik/deutschland/entlastungspraemie-1000-euro-koalition-gibt-plan-auf_aid-148285707
 (DIR) [3] /Entlastungspraemie-der-Arbeitgeber/!6177363
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Friedrich Merz
 (DIR) Bundesregierung
 (DIR) Inflation
 (DIR) Arbeitnehmer
 (DIR) GNS
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Friedrich Merz
 (DIR) DGB
 (DIR) Bundesregierung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Kanzlerbesuch beim DGB: Mit Pfiffen gegen erzieherische Ratschläge
       
       Der Bundeskanzler erntet bei den Gewerkschaften lautstarke Kritik für seine
       Reformagenda. Auch Arbeitsministerin Bas muss sich eine Mahnung anhören.
       
 (DIR) DGB bestätigt Vorsitzende: Yasmin Fahimi will sich gegen Sozialabbau stemmen
       
       Der DGB-Bundeskongress wählt Yasmin Fahimi erneut zur Vorsitzenden. Seit
       ihrer ersten Amtszeit hat sich der Wind jedoch gedreht.
       
 (DIR) Bundesrat stoppt 1.000-Euro-Bonus: Undurchdacht und ungerecht
       
       Die Regierung wollte Arbeitgebern eine steuerfreie Entlastungszahlung
       ermöglichen, der Bundesrat stimmt dagegen. Gut so! Diese Prämie gehört
       begraben.