# taz.de -- Viehdiebe in Brandenburg: Rinder „verschwinden“ in der Nacht
> Bereits das dritte Mal schlagen Viehdiebe im südlichen Brandenburg zu,
> diesmal werden 31 Rinder gestohlen. Führt die Spur ins Ausland?
(IMG) Bild: Rinder in Brandenburg, fast eine Seltenheit
dpa | Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen haben Viehdiebe Dutzende
Rinder von Weiden in Südbrandenburg gestohlen. Landesbauernpräsident Henrik
Wendorff hält es für wahrscheinlich, dass die Tiere illegal im Ausland
geschlachtet werden, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Da muss
man davon ausgehen, dass eine Truppe unterwegs ist, die das professionell
macht.“
Am Dienstag wurde die Polizei informiert, dass in dem kleinen Dorf Grano im
Spree-Neiße-Kreis – nicht weit von der polnischen Grenze entfernt –
[1][Rinder] von der Weide verschwunden seien. Der betroffene Landwirt sagte
der dpa, es seien 31 Rinder gestohlen worden. „Das ist ein absoluter
Schock. Es waren richtig hochwertige Zuchttiere.“ Die Tiere seien über
Nacht mit einem Lkw abtransportiert worden.
Der wirtschaftliche Schaden liegt nach Angaben der Polizei im
sechsstelligen Eurobereich. Nach einer ersten Spurensicherung übernahm die
Kriminalpolizei weiterführende Ermittlungen.
Erst vor einigen Tagen meldete die Polizei, dass im Örtchen Raddusch im
Kreis Oberspreewald-Lausitz 48 Rinder gestohlen wurden. Der Wert: 75.000
Euro. Im Elbe-Elster-Kreis waren im April sogar 70 Weide-Rinder
verschwunden, dort wurde der Schaden mit rund 50.000 Euro angegeben.
## Alle Rinder sind registriert
Der Präsident des Landesbauernverbandes, Wendorff, sagte, eine legale
Verwertung gestohlener Tiere innerhalb Deutschlands sei nahezu unmöglich.
Denn jedes Rind trage eine Ohrmarke und sei in einer Datenbank erfasst.
„Ohne Registrierung ist eine legale Schlachtung nicht möglich.“
Deshalb liege der Verdacht nahe, dass die [2][Tiere ins Ausland] gebracht
werden, möglicherweise sogar außerhalb der Europäischen Union, meinte
Wendorff. Für einen solchen Diebstahl sei ein spezialisierter Lkw für den
Tiertransport notwendig. „Wenn man es professionell macht, kriegt man die
Tiere in einer Nacht auch verladen“, sagte der Verbandspräsident.
Die Preise für Rindfleisch sind derzeit hoch. „Eine gute Kuh kann Erlöse
von mehr als 2.000 Euro bringen“, sagte Wendorff. Die Landwirte in
Südbrandenburg werden ihm zufolge [3][ihre Weiden nun wahrscheinlich
häufiger kontrollieren]. Die Überwachung großer Weideflächen mit
Videokameras hält Wendorff für schwierig.
13 May 2026
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