# taz.de -- Gesundheitssystem in Deutschland: Jeder Dritte unzufrieden
> Rund jeder Dritte ist nicht zufrieden mit dem Gesundheitssystem. So
> unglücklich mit der Krankenversorgung waren die Menschen zuletzt vor 15
> Jahren.
(IMG) Bild: Der Puls der Zeit schlägt unzufrieden
afp | Lange Wartezeiten und [1][Ärztemangel]: Rund jeder Dritte ist
unzufrieden mit dem Gesundheitssystem in Deutschland. Die Zufriedenheit mit
der medizinischen Versorgung liegt dabei auf dem niedrigsten Wert seit 15
Jahren, wie eine am Dienstag in Hamburg veröffentlichte Umfrage der
DAK-Gesundheit zeigt.
Während zwischen 2012 und 2022 konstant mehr als 80 Prozent der Bürger das
deutsche Gesundheitswesen positiv bewerteten, sind es demnach aktuell nur
noch 62 Prozent. Die Zahl der kritischen Stimmen habe sich im Gegenzug seit
2020 von 11 auf nunmehr 35 Prozent verdreifacht.
Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte vom 18. bis zum 30. April
insgesamt 1.015 Menschen ab 16 Jahren. Danach hat aktuell nur ein Drittel
(33 Prozent) uneingeschränktes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der
Krankenhäuser. 2022 waren es noch 43 Prozent.
## Mehr Menschen erleben Ärztemangel hautnah mit
Zudem stieg der Anteil der Bevölkerung, der in der eigenen Region einen
Ärztemangel erlebt, seit 2011 von 13 auf derzeit 36 Prozent. In
Ostdeutschland ist mehr als jeder Zweite betroffen (57 Prozent). Über lange
Wartezeiten für einen Arzttermin berichten fast drei Viertel (72 Prozent)
der Befragten.
Trotz der Reformpläne der Bundesregierung für Einsparungen im
Gesundheitswesen glaubt nur jeder und jede zehnte Befragte an eine
Stabilisierung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung. Die
[2][aktuellen Reformvorschläge] stoßen auf unterschiedliche Reaktionen.
Die Mehrheit befürwortet zum Beispiel höhere Steuern auf Tabak und Alkohol
sowie die Einführung einer Zuckerabgabe für Erfrischungsgetränke oder
Softdrinks. Auch höhere Rabatte der Pharmahersteller für Medikamente werden
unterstützt. Dagegen werden mehrheitlich alle Maßnahmen abgelehnt, die für
die Bürger höhere Kosten oder niedrigere Leistungen bewirken.
Den größten Widerstand gibt es gegen Kürzungen bei Zuschüssen zum
Zahnersatz sowie höhere Kassenbeiträge (jeweils 74 Prozent Ablehnung),
Einschränkung bei der Hautkrebsvorsorge (67 Prozent), eine Kürzung des
Krankengelds (65 Prozent) oder die teilweise Abschaffung der kostenlosen
Mitversicherung von Ehegatten (53 Prozent).
12 May 2026
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