# taz.de -- Achtung von Menschenrechten: Misereor kritisiert Heidelberg Materials
> Das katholische Hilfswerk Misereor wirft dem Weltkonzern Heidelberg
> Materials vor, gegen Sorgfaltspflichten des Lieferkettengesetzes zu
> verstoßen.
(IMG) Bild: Steinharter Protest: Protestierende aus Kendeng betonieren 2018 vor der deutschen Botschaft in Jakarta ihre Füße ein
Der Weltkonzern Heidelberg Materials stellt sein umstrittenes Zementprojekt
auf der indonesischen Insel Java infrage. „Das Projekt unseres
indonesischen Tochterunternehmens PT Indocement im Kendeng-Gebirge befindet
sich seit langer Zeit in einem ruhenden Zustand“, schreibt der
Baustoffkonzern in einem Statement, „eine Entscheidung über die Umsetzung
des Projektes wurde seitens des Unternehmens nicht getroffen.“
Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Kampf von
Menschenrechtsorganisationen und Anwohnern [1][gegen ein Zementwerk und
eine Mine]. Am Dienstag war er in die nächste Runde gegangen: Einen Tag vor
der Hauptversammlung des Konzerns haben die Menschenrechtsorganisation
FIAN, das katholische Hilfswerk Misereor und die Organisationen Watch
Indonesia und Inclusive Development International (IDI) eine Beschwerde
beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gegen den
Zementkonzern Heidelberg Materials eingereicht – gemeinsam mit zehn
Betroffenen.
Gegenstand der Beschwerde sind Verstöße gegen unternehmerische
Sorgfaltspflichten im Zusammenhang mit einem geplanten Zementprojekt im
Kendeng-Gebirge in Zentraljava, Indonesien, schreiben die Organisationen in
einer gemeinsamen Pressemitteilung. „Falls das Projekt umgesetzt wird,
drohen uns eine ökologische Katastrophe, Verarmung und die Verletzung
unserer Menschenrechte“, erklärt darin Bambang Sutikyo, einer der
Antragstellenden, der in der betroffenen Region lebt.
Mit der Planung einer Kalksteinmine und eines Zementwerks missachte es
Menschenrechte und verstoße gegen das Lieferkettensorgfaltspflichtgesetz,
werfen die Antragsteller dem Unternehmen vor. [2][Mehrere wissenschaftliche
Untersuchungen und eine durch das indonesische Präsidialamt beauftragte
Studie aus dem Jahr 2017 wiesen auf die erheblichen Risiken des Abbaus in
der Region hin.] So würde die Umsetzung der Pläne die Wasserverfügbarkeit
und die Bodenqualität unwiderruflich beeinträchtigen, heißt es weiter.
## Heidelberg Materials sieht sich als Vorreiter im Klimaschutz
Als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen „sind wir uns unserer
Pflichten hinsichtlich der Einhaltung von Menschenrechten und des Schutzes
der Umwelt bewusst“, teilt der Konzern mit. „Wir führen an allen Standorten
Risikoanalysen durch, implementieren angemessene Präventions- und
Abhilfemaßnahmen und berichten hierüber gemäß den Anforderungen des
deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG).“
Heidelberg Materials gibt sich als Vorreiter in Sachen Klimaschutz und hat
etwa im vergangenen Juni in Norwegen ein Zementwerk mit [3][CCS-Technik zur
Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid] eröffnet. Zugleich sieht sich
der Konzern – zusammen mit RWE – mit einer Klimaklage von pakistanischen
Landwirten konfrontiert, die den Zementkonzern für die Flutkatastrophe in
Pakistan 2022 mitverantwortlich machen.
12 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Heike Holdinghausen
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