# taz.de -- Waffenruhe für die Ukraine endet: Kyjiw wieder unter russischem Beschuss
> Nach dem Ende der Drei-Tage-Waffenruhe nimmt Russland seine Luftangriffe
> auf die Ukraine wieder auf. Auch Russland wird von der Ukraine
> beschossen.
(IMG) Bild: Bei den neuen Angriffen auf Kyjiw wurde auch dieser Kindergarten getroffen
dpa/afp Nur wenige Stunden nach dem Ende einer befristeten Waffenruhe hat
Russland die Ukraine nach Angaben aus Kyjiw erneut massiv angegriffen. Die
ukrainische Luftwaffe meldete in der Nacht Angriffe mit zahlreichen Drohnen
auf die Hauptstadt und weitere Städte wie Saporischschja, Dnipro, Charkiw
und Cherson. Auch die Gebiete Sumy im Norden und Mykolajiw im Süden waren
demnach betroffen. Die seit Samstag geltende Waffenruhe war in der Nacht
ausgelaufen.
„Derzeit befinden sich feindliche Drohnen über Kiew“, schrieb der Leiter
der Militärverwaltung von Kyjiw, Tymur Tkatschenko, am frühen
Dienstagmorgen im Onlinedienst Telegram. Er rief die Bewohner auf, bis auf
Weiteres Schutz zu suchen. In der Hauptstadt seien [1][Drohnentrümmer auf
das Dach eines 20-stöckigen Wohnhauses gefallen]. Über Verletzte und das
Ausmaß der Schäden gab es zunächst keine Informationen. Es war der erste
Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt seit Freitag.
Russischen Stellen zufolge griff auch die Ukraine nach Mitternacht wieder
mit Langstreckendrohnen an. Zwischen Mitternacht und 7 Uhr seien über den
russischen Regionen Belgorod, Woronesch und Rostow „27 ukrainische Drohnen
von den Luftabwehrsystemen abgefangen und zerstört“ worden, teilte das
russische Verteidigungsministerium mit. Aus Sicherheitsgründen werde der
Flugverkehr an mehreren Flughäfen in Zentralrussland eingeschränkt, teilte
die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mit.
US-Präsident Donald Trump hatte Kremlchef Wladimir Putin und den
ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj vergangene Woche um [2][eine
dreitägige Waffenruhe] gebeten. Beide Seiten verzichteten in dieser Zeit
weitgehend auf Luftangriffe. Am Boden berichteten sie aber von vielen
Verstößen des Gegners, auf die jeweils reagiert worden sei.
Selenskyj hatte sich bereits vor Ablauf der Waffenruhe auf neue Angriffe
eingestellt: „Wir sehen auch, dass Russland nicht die Absicht hat, diesen
Krieg zu beenden“, sagte er in einer abendlichen Videobotschaft. „Wir
bereiten uns auf neue Angriffe vor, leider.“
## Andrij Jermak unter Geldwäsche-Verdacht
Derweil [3][verdächtigen Antikorruptionsbehörden] in der Ukraine den
ehemaligen Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, der Geldwäsche. Das
Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte
Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) berichteten, eine organisierte
Gruppe enttarnt zu haben. Diese soll an der Geldwäsche von umgerechnet fast
neun Millionen Euro im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt in der Nähe
von Kyjiw beteiligt sein. Jermak soll dieser Gruppe angehören.
Nach Durchsuchungen in seiner Wohnung war Jermak im Zuge eines
Korruptionsskandals Ende November vergangenen Jahres zurückgetreten. Er war
ein langjähriger Vertrauter von Selenskyj. Er leitete das Präsidentenbüro
seit 2020 und galt als zweitwichtigster Mann in der Ukraine.
12 May 2026
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(DIR) [2] /Moskaus-Propagandaparade-am-9-Mai/!6171976
(DIR) [3] https://kyivindependent.com/breaking-zelenskys-former-second-in-command-yermak-charged-in-major-corruption-probe/
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