# taz.de -- +++ Nachrichten aus dem Iran-Krieg +++: Trump lehnt Irans Vorschlag ab
> Der Austausch von Vorschlägen zwischen Iran und den USA bringt keinen
> Durchbruch zu einer Friedenslösung. Der Ölpreis steigt zunächst weiter
> an.
(IMG) Bild: Bekommt vom Iran wieder nicht, was er will: US-Präsident Donald Trump
## Trump: Irans Vorschlag „vollkommen inakzeptabel“
Im Ringen um ein Ende des Irankriegs hat Teheran seine Antwort auf einen
Vorschlag der USA übermittelt – US-Präsident Donald Trump wies diese als
„vollkommen inakzeptabel“ zurück. „Sie gefällt mir nicht“, schrieb der
79-Jährige am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Seine ablehnende
Reaktion ließ den Ölpreis erneut ansteigen. Großbritannien und Frankreich
kündigten indes für Dienstag ein virtuelles Verteidigungsministertreffen
zur Lage in der [1][Straße von Hormus] an.
„Ich habe gerade die Antwort der sogenannten ‚Vertreter‘ des Iran gelesen.
Sie gefällt mir nicht – vollkommen inakzeptabel!“, schrieb der
US-Präsident. Angaben zum Inhalt des Schreibens machte er nicht.
Zuvor hatte Trump bei Truth Social geschrieben: „Der Iran hat mit den
Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt seit 47 Jahren Spielchen gespielt
([2][Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung]!).“ Teheran „lacht unser jetzt
wieder großartiges Land aus“, fügte er hinzu. „Ihnen wird das Lachen noch
vergehen!“ (afp)
## Iran bewertet US-Forderungen als „überzogen“
Iranische Staatsmedien bewerteten den US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs
hingegen als Aufforderung zur Kapitulation Teherans. Eine Annahme hätte die
Unterwerfung der Islamischen Republik unter die „überzogenen Forderungen“
von Trump bedeutet, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender
Press TV. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan, dass ein Ende des
Kriegs an allen Fronten nötig sei und die USA Kriegsreparationen zahlen
müssten.
Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die
Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe
beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Keine Rolle spielte in der
Antwort demnach der [3][Streit über das iranische Atomprogramm]. Die den
Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine
informierte Quelle, der zufolge Trumps Reaktion keinerlei Bedeutung habe.
Niemand im Iran verfasse Vorschläge, um Trump zu gefallen.
Am Sonntag hatte der Iran eine Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung
des Kriegs an den Vermittler Pakistan weitergegeben. Die iranische
Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prüfe einen Vorschlag aus
den USA. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende
Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für
zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu
beenden.
Diskutiert werden Medienberichten zufolge unter anderem eine Lockerung von
US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus, einer
für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge am Persischen Golf. Zudem soll
eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm
geschaffen werden.
Trumps ablehnende Reaktion auf den Vorschlag ließ den Ölpreis am
Montagmorgen erneut leicht ansteigen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent
kostete 104,01 Dollar. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West
Texas Intermediate (WTI) stieg um mehr als um 2,54 Prozent auf 97,84
Dollar. (dpa/afp)
## Initiative zur Sicherung der Straße von Hormus
Auf internationaler Ebene formiert sich unterdessen eine Initiative zur
Sicherung der Seewege. Großbritannien und Frankreich kündigten an,
Kriegsschiffe in den Nahen Osten zu verlegen, um eine sichere Durchfahrt
durch die Straße von Hormus zu gewährleisten, sobald sich die Lage
stabilisiert hat. Der stellvertretende iranische Außenminister Kasem
Gharibabadi warnte, eine Stationierung westlicher Kriegsschiffe unter dem
Vorwand des Schutzes der Schifffahrt sei eine Eskalation und werde mit
Gewalt beantwortet.
Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte daraufhin, Frankreich
stehe zwar bereit, einen internationalen Einsatz zu unterstützen. Ein
militärischer Einsatz zur gewaltsamen Öffnung der Meerenge sei jedoch nie
geplant gewesen.
Auch bei dem von Großbritannien und Frankreich für Dienstag angekündigten
virtuellen Treffen von Verteidigungsministern soll es um militärische Pläne
zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus gehen.
„Verteidigungsminister John Healey wird gemeinsam mit seiner französischen
Amtskollegin Catherine Vautrin den Vorsitz bei einem Treffen von über 40
Nationen“ im Rahmen der „multinationalen Mission“ führen, erklärte das
britische Verteidigungsministerium.
Bei einem zweitägigen Treffen von Militärvertretern in London Mitte April
hatten Großbritannien und Frankreich sich zu einer militärischen Sicherung
des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bereit erklärt. Zahlreiche
weitere Länder hatten den Briten und Franzosen dabei ihre Unterstützung
zugesichert, darunter auch Deutschland.
Der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ passierte vor wenigen
Tagen den Suezkanal, um sich für einen möglichen Einsatz zur Absicherung
der Straße von Hormus in Stellung zu bringen. Großbritannien gab
seinerseits am Samstag bekannt, dass es den britischen Zerstörer „HMS
Dragon“ entsenden werde. Auch ein Minenjagdboot der deutschen Marine ist
unterwegs in die Region.
Die Ankündigung des Treffens am Dienstag erfolgte wenige Stunden, nachdem
der Iran London und Paris davor gewarnt hatte, Kriegsschiffe in die
Golfregion zu entsenden, und mit einer „entschiedenen und sofortigen
Antwort“ gedroht hatte. „Wir erinnern sie daran, dass sowohl in Kriegs- als
auch in Friedenszeiten allein die Islamische Republik Iran in der Straße
für Sicherheit sorgen kann und sie keinem Land erlauben wird, sich in diese
Dinge einzumischen“, erklärte Vize-Außenminister Kasem Charibabadi auf X.
(afp/rtr)
11 May 2026
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