# taz.de -- Energiekrise in Deutschland: Raffinerien reichen Reiche
       
       > Der Raffinerie in Schwedt sagte Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei
       > ihrem Besuch weitere Hilfe zu. Einen Kerosinmangel befürchtet sie weiter
       > nicht.
       
 (IMG) Bild: Katherina Reiche (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) stehen auf dem Gelände der Raffinerie PCK
       
       Bundeswirtschaftsministerin [1][Katherina Reiche] (CDU) versprach am Montag
       zu Besuch in der PCK-Raffinerie in Schwedt, die am 30. Juni auslaufende
       Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeitenden des kriselnden Standorts bis
       Ende des Jahres zu verlängern. Außerdem soll die Herstellung
       klimafreundlicheren E-Kerosins ab 2030 mit 350 Millionen Euro gefördert
       werden.
       
       Mit dem Krieg Israels und der USA gegen das iranische Regime war der
       Ölmarkt unter Druck geraten. In Schwedt ist die Lage aber nicht nur deshalb
       angespannt. Die Raffinerie, die früher praktisch nur Öl aus Russland
       verarbeitet hatte, musste durch das Öl-Embargo gegen Russland infolge des
       Ukraine-Kriegs auf neue Quellen umstellen. Die Raffinerie gehört
       mehrheitlich der Deutschlandtochter des russischen Staatskonzerns Rosneft,
       steht aber seit 2022 unter der Treuhandverwaltung des Bundes. Seit dem 1.
       Mai lässt Russland nun [2][kein kasachisches Öl ‌mehr zu der Raffinerie
       durch], das zuletzt ein Fünftel der dort verarbeiteten Mengen ausmachte.
       
       Auch Reiche gestand ein: Die Zeiten seien „geopolitisch schwierig“. Mit
       Blick auf die allgemeine Versorgungslage mit Kerosin zeigte sie sich
       allerdings optimistisch. Zwar würden Flugtickets für Passagierflüge teurer,
       mit großen Flugausfällen aber rechne sie weiterhin nicht.
       
       Vor kurzem hatte etwa Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur,
       vor baldigen Kerosin-Engpässen in Europa gewarnt. Trotz ihrer Gelassenheit
       will Reiche ein Raffineriekonzept präsentieren, um die Produktion fossiler
       Kraftstoffe für den heimischen Markt zu sichern. Wann das vorliegen soll,
       konnte das Wirtschaftsministerium der taz bis Redaktionsschluss nicht
       sagen. Acht der elf deutschen Raffinerien produzieren Kerosin. 2025 tankten
       Flieger an deutschen Flughäfen gut 9 Millionen Tonnen des Kraftstoffs, die
       hiesigen Raffinerien stellten 4,8 Millionen Tonnen her – ein Teil davon
       floss jedoch als Export ins Ausland.
       
       Die Lufthansa kündigte derweil an, Kurzstreckenflüge zwischen Bremen und
       Frankfurt am Main zum 1. Juli einzustellen, unter anderem wegen der
       Energiekrise. [3][Klimaschützer:innen werben ohnehin für ein Verbot
       von Kurzstrecken- und Inlandsflügen], die sich besonders gut ersetzen
       lassen.
       
       11 May 2026
       
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