# taz.de -- Neue US-Sanktionen in der DR Kongo: Ex-Präsident Joseph Kabila im Visier von Donald Trump
> Weil der Ex-Präsident M23-Rebellen in der Demokratischen Republik Kongo
> unterstützte, setzen die USA ihn auf ihre Sanktionsliste. Kongos
> Regierung jubelt.
(IMG) Bild: Joseph Kabila in der Rebellenhauptstadt Goma im Osten der DR Kongo, Ende Mai 2025
Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Joseph Kabila verhängt, den
Ex-Präsidenten der Demokratischen Republik Kongo. Die Begründung, [1][so
das US-Finanzministerium]: „für seine Rolle bei der Unterstützung“ der
kongolesischen Rebellen der M23 (Bewegung des 23. März) sowie der größeren
Rebellenallianz AFC (Allianz des Kongo-Flusses), „mit der Absicht, die
Regierung der DR Kongo zu destabilisieren“.
Für die Eroberung von Teilen Ostkongos durch die M23 mit militärischer
Unterstützung Ruandas habe Kabila „finanzielle Mittel“ bereitgestellt sowie
Einheiten der Regierungsarmee aufgerufen zu desertieren. Darüber hinaus
habe er versucht, von „außerhalb der DR Kongo“ Angriffe zu starten, „doch
sein Vorhaben blieb erfolglos“, heißt es in der US-Erklärung weiter.
Der 54-jährige Ex-Präsident Kabila hat sich vor rund einem Jahr in der
ostkongolesischen Millionenstadt Goma niedergelassen, dem M23-Sitz an
Kongos Grenze zu Ruanda. Zuvor lebte er im Exil in Namibia und Simbabwe.
Doch dort fühlte er sich offenbar nicht mehr sicher. Er war vergangenen
September von Kongos höchstem Militärgericht [2][zum Tode verurteilt]
worden, wegen Landesverrat und Kriegsverbrechen. Da Kongos Regierung mit
Namibia und Simbabwe enge Beziehungen unterhält, zog er daraufhin nach
Goma, um einer möglichen Auslieferung zu entgehen.
Offiziell ist Kabila kein Mitglied der M23 oder gar der Dachorganisation
AFC. Inoffiziell stellt er jedoch ein politisches Schwergewicht dar, mit
erheblichem Einfluss in Kongos Armee und Wirtschaft.
## Kabila hat ein weit verzweigtes Firmennetzwerk
Die US-Regierung hat nun sämtliche Vermögenswerte Kabilas in den USA
eingefroren. US-Bürgern und Unternehmen ist es untersagt, Geschäfte mit ihm
zu tätigen. Banken und ausländische Partner sind vor jeglichen auch
indirekten Geschäften mit dem ehemaligen Präsidenten gewarnt; Verstöße
ziehen zivil- oder strafrechtliche Konsequenzen nach sich. Kabila verfügt
seit seiner Zeit als Präsident der DR Kongo (2001 bis 2019) über ein weit
verzweigtes Firmennetzwerk – von Minen- bis hin zu Fluggesellschaften.
Die Sanktionierung kommt etwas überraschend. Erst vor zwei Wochen
[3][einigten sich] die M23-Rebellen in Verhandlungen mit Kongos Regierung
in der Schweizer Kleinstadt Montreux am Genfer See auf sogenannte
vertrauensbildende Maßnahmen als erste Schritte eines Friedensfahrplans.
Konkret: ein Gefangenenaustausch sowie die Etablierung eines gemeinsamen
Komitees zur Überwachung eines Waffenstillstands. Es wurde eine Frist von
zehn Tagen zur Umsetzung gesetzt. Doch geschehen ist nichts.
Die Regierung der DR Kongo begrüßte die US-Maßnahme nun als „weiteren
wichtigen Schritt im Kampf gegen Straflosigkeit, für die Achtung der
Souveränität und für die Rechenschaftspflicht“. Kabila nannte die
Sanktionen in einer Erklärung „zutiefst ungerechtfertigt, politisch
motiviert und auf unbegründeten Anschuldigungen beruhend“.
3 May 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://home.treasury.gov/news/press-releases/sb0480
(DIR) [2] /Todesurteil-gegen-Kabila/!6113036
(DIR) [3] /Friedensgespraeche-fuer-DR-Kongo/!6173082
## AUTOREN
(DIR) Simone Schlindwein
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