# taz.de -- Deal zwischen USA und DR Kongo: Trump schiebt Migranten nach Kinshasa ab
> Die DR Kongo nimmt zeitweise und freiwillig Migranten und Migrantinnen
> auf, die die USA loswerden wollen. Sie kommen vor allem aus
> Lateinamerika.
(IMG) Bild: Migrationspolitik der Trump-Regierung: Abschiebeflug aus den USA im Januar
Von Alexandria im US-Bundesstaat Louisiana ging es zunächst über Senegal
und Ghana bis die Maschine letztlich in Kinshasa aufsetzte, der Hauptstadt
der Demokratischen Republik Kongo. Nach mehr als 26 Stunden im Flugzeug
stiegen dort in der Nacht vom vergangenen Donnerstag auf Freitag 15
abgeschobene Asylbewerber aus den USA aus dem Flugzeug.
Ursprünglich stammen die 15 Migranten und Migrantinnen aus Lateinamerika:
Kolumbien, Peru und Ecuador. Sie sollen nun nur „temporär“ in der DR Kongo
aufgenommen werden, so lautet die Angabe von Kongos Regierung. Sie haben
die Wahl, entweder permanent in Kongo zu bleiben und dort Asyl zu
beantragen oder in ihr Heimatland oder ein weiteres Drittland zu migrieren.
Es ist der erste Abschiebeflug in die DR Kongo dieser Art, aber womöglich
nicht der letzte. In einer ersten Pressemitteilung von Kongos Regierung
Anfang April war ursprünglich von 30 Migranten und Migrantinnen die Rede,
die ankommen sollten. Kurz vor Abflug stoppten jedoch US-Richter die
Abschiebung einiger der Betroffenen.
## Sieben Tage gilt das Transitvisum
In einer Presseerklärung vom Freitag betonte Kongos Regierung ausdrücklich,
dass es sich dabei nicht um eine „dauerhafte Unterbringung“ der Menschen
handele. Sie erhalten nur ein siebentägiges Transitvisum, werden in einem
Hotel nahe dem Flughafen in Kinshasa untergebracht und sollen sich in
dieser Zeit entweder an die Internationale Organisation für Migration (IOM)
wenden, um eine Weiterreise in ihre Heimat oder ein anderes Drittland zu
organisieren, oder an Kongos Immigrationsbehörde, um das Visum auf maximal
drei Monate zu verlängern. Die US-Regierung bezahle für diesen Zeitraum für
Unterbringung und Verpflegung.
Bereits im vergangenen Jahr hat die US-Regierung unter Präsident Donald
Trump Abschiebeflüge unternommen, vor allem nach Afrika: unter anderem nach
Südsudan, Uganda, Ghana, Kamerun und Swasiland. Weitere sollen folgen. Laut
einem [1][Bericht der US-Demokraten] im Auswärtigen Ausschuss des US-Senats
soll die Trump-Regierung 2025 mindestens 40 Millionen US-Dollar für die
Abschiebung von rund 300 Migranten in Drittländer ausgegeben haben. Die
Länder erhielten Pauschalbeträge zwischen vier und sieben Millionen
US-Dollar für die Aufnahme der Abgeschobenen.
Dass ausgerechnet nun der krisengeplagte, unsichere Kongo zum Zielland für
die US-Abschiebungen wird, ist kein Zufall. Kongos Regierung hat in
jüngster Zeit zahlreiche Abkommen mit der US-Regierung geschlossen. Trump
agiert als Schirmherr für die [2][Friedensverhandlungen zwischen Kongos und
Ruandas Regierung]. Die Staatschefs der beiden Länder haben im Dezember
vergangenen Jahres im Weißen Haus einen Friedensvertrag unterzeichnet.
Ruanda unterstützt laut UN-Angaben im Osten des Kongos die dortigen
Rebellen der M23 (Bewegung des 23. März). Im Gegenzug unterzeichneten Kongo
und die USA ein sogenanntes strategisches Partnerschaftsabkommen, in
welchem US-Firmen exklusiven Zugang zu Kongos seltenen Mineralien wie
Coltan, Cobalt, Kupfer und Lithium erhalten. Offenbar war die freiwillige
und zeitweilige Aufnahme von ungewollten Migranten ebenso Teil des Deals.
20 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.foreign.senate.gov/imo/media/doc/(FINAL%20-%20web)%20At%20What%20Cost%20-%20Inside%20the%20Trump%20Administration's%20Secret%20Deportation%20Deals_2.17.26.pdf
(DIR) [2] /Waffenstillstand-in-der-DR-Kongo/!6155680
## AUTOREN
(DIR) Simone Schlindwein
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