# taz.de -- Bergbaureformen in der DR Kongo: Eine neue Miliz für ein „sicheres Umfeld“ in Kongos Bergbau
       
       > Die DR Kongo gründet eine „Minengarde“, um Kongos Armee aus dem Bergbau
       > zu entfernen. Finanziert wird das von den USA und den Arabischen
       > Emiraten.
       
 (IMG) Bild: Zukünftig von Gardisten im Auftrag der Emirate und der USA „gesichert“: Anlage zur Aufbereitung von Kupfererz in der Mine Kamoto
       
       Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo stellt eine
       paramilitärische Bergbaumiliz auf. Wie die staatliche Bergbauinspektion
       [1][IGM (Inspection Générale des Mines)] in Kinshasa am Montag mitteilte,
       soll eine 20.000 Mann starke „Minengarde“ (Garde Minière) zukünftig „die
       Gesamtheit der Lieferkette der Mineralien in der DR Kongo sichern“. Laut
       der IGM-Erklärung, die der taz vorliegt, wird das mit 100 Millionen
       US-Dollar „im Rahmen der strategischen Partnerschaften mit den Vereinigten
       Staaten und den Vereinigten Arabischen Emiraten“ finanziert.
       
       Die Regierung von Kongos Präsident Félix Tshisekedi hatte im Dezember 2025
       mit der US-Regierung von Donald Trump [2][eine „strategische
       Partnerschaft“] geschlossen, die US-Investoren das Erstzugriffsrecht auf
       sämtliche „strategischen“ Bergbauvorkommen des Landes sichert. Mit den
       Emiraten (VAE) unterzeichnete Tshisekedi im Februar 2026 bei seinem Besuch
       in Abu Dhabi ein [3][Partnerschaftsabkommen], in dem sich die VAE zu
       Investitionen von 10 Milliarden US-Dollar in der DR Kongo bis zum Jahr 2030
       verpflichten.
       
       Unter anderem soll Dubais Hafenbetreiber [4][DP World] den kongolesischen
       Atlantikhafen Banana bei Moanda an der Kongoflussmündung ausbauen. Kongos
       Regierung möchte Mineralien direkt per Schiff auf andere Kontinente liefern
       können. Derzeit geht das nur auf dem Landweg über Nachbarländer wie Sambia
       oder Ruanda, von denen aus es weiter zu den Häfen in Südafrika, Tansania
       oder Kenia geht; außerdem fördern die USA und die EU den Wiederaufbau einer
       Eisenbahnlinie aus Katanga an Angolas Atlantikküste. Direkt als Luftfracht
       werden Gold und Diamanten ausgeführt – ab 2027 soll nun die emiratische
       Fluglinie „Air Etihad“ Kongo direkt anfliegen, insbesondere für den
       Transport „hochwertiger Güter“.
       
       VAE-Firmen steigen außerdem massiv in Kongos Bergbau ein. Vergangenes Jahr
       erwarb Abu Dhabis Bergbauholding [5][IRH (International Resources Holding)]
       einen Mehrheitsanteil an der Firma Alphamin, Betreiber von Kongos größter
       Zinnmine Bisie, die im Regierungsteil der Bürgerkriegsprovinz Nord-Kivu im
       Osten des Landes liegt, sowie Anteile an Kupferminen in Katanga.
       
       ## Die Emirate unterstützen auch Sudans RSF-Miliz
       
       Der wachsende Einfluss der Emirate in Afrika wird kritisch gesehen. Die VAE
       sind der wichtigste Waffenlieferant der paramilitärischen Miliz RSF (Rapid
       Support Forces) in Sudan, die dort schwerste Verbrechen verübt hat. Über
       Dubai verläuft traditionell Goldschmuggel aus Ländern wie Sudan und die DR
       Kongo.
       
       Nach bisheriger Gesetzeslage ist in Kongos Bergbaugebieten eigentlich die
       „Minenpolizei“ (Police Minière) für die „öffentliche Ordnung“ und den
       „Schutz von Bergbauressourcen“ zuständig und genießt weitreichende
       Befugnisse – faktisch kontrolliert sie jeden Zugang in Bergwerke. Die 2023
       geschaffene Bergbauinspektion IGM übernimmt die Strafverfolgung, wenn die
       Polizei illegalen Abbau oder Handel, Korruption und sonstige Regelbrüche
       feststellt.
       
       Mit der Minengarde bekommt die IGM nun eine eigene Miliz. Sie soll nicht
       nur alle Bergwerke „sichern“, sondern auch alle Transportwege von
       Mineralien für Verarbeitung und Export. Zu ihrer Mission gehört auch, die
       bisher in Bergbaugebieten stationierten Militäreinheiten „schrittweise zu
       ersetzen“ und damit „ein vertrauenswürdiges und stabiles Sicherheitsumfeld“
       zu schaffen. Kongos Armee und Präsidialgarde sind in vielen Bergbaugebieten
       rechtswidrig stationiert und manche Offiziere betreiben profitable illegale
       Geschäfte.
       
       Die Garde steht somit in Konkurrenz zu Polizei und Militär und ihre
       Gründung ist eine Kampfansage an Kongos Generäle, von denen viele ohnehin
       wegen des glücklosen Krieges gegen die von Ruanda unterstützten
       M23-Rebellen im Osten des Landes unter Generalverdacht stehen. Laut IGM
       wird die neue Minengarde vom persönlichen Militärstab des Staatspräsidenten
       aufgestellt und mit „der neuesten Ausrüstung“ ausgestattet.
       
       Bis Ende dieses Jahres sollen zunächst 2.500 bis 3.000 Gardisten zum
       Einsatz kommen. 2027 soll die Minengarde ihre Aktivitäten auf die gesamten
       Regionen Katanga und Orientale ausdehnen. In Katangas Kupfer- und
       Kobaltminen konzentriert sich Kongos industrieller Bergbau, Orientale
       beherbergt die größten Goldvorkommen. Bis Ende 2028 – turnusmäßig der
       nächste Wahltermin in der DR Kongo – sollen alle Bergbaugebiete abgedeckt
       sein.
       
       27 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.leganet.cd/Legislation/Droit%20economique/Code%20Minier/D.23.19.09.06.2023.html
 (DIR) [2] https://www.state.gov/strategic-partnership-agreement-between-the-government-of-the-united-states-of-america-and-the-government-of-the-democratic-republic-of-the-congo
 (DIR) [3] https://congofort.com/2026/02/03/rdc-emirats-arabes-unis-un-partenariat-strategique-pour-doubler-les-investissements-dici-2030/
 (DIR) [4] https://www.dpworld.com/en
 (DIR) [5] https://www.irh.ae/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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