# taz.de -- Sudankonferenz in Berlin: Sudans Kriegsparteien müssen jetzt mal
       
       > Mit zwei Wochen Verzögerung gibt es nun doch noch eine Abschlusserklärung
       > der Berliner Sudankonferenz vom 15. April. Wichtiges bleibt
       > unverbindlich.
       
 (IMG) Bild: Der Weg ist noch weit: Wasserträger in einem Vertriebenenlager außerhalb von Port Sudan, Sudans aktuellem Regierungssitz
       
       Mit zwei Wochen Verspätung hat das Auswärtige Amt eine Abschlusserklärung
       der Teilnehmer der internationalen Sudankonferenz in Berlin am 15. April
       veröffentlicht. Die am 30. April veröffentlichten sogenannten Berlin
       Principles for Sudan als „Leitprinzipien für eine friedliche und
       nachhaltige Lösung dieses Konflikts“ stellen eine Selbstverpflichtung der
       22 Teilnehmerstaaten und Regionalorganisationen dar, auf die sie sich
       während der Konferenz selbst nicht hatten einigen können.
       
       Eine strittige Passage, die Saudi-Arabien als Hauptverbündeter der
       Militärregierung Sudans zunächst moniert hatte, ist nun wohl entschärft
       worden.
       
       „Wir bekräftigen, dass wir der Souveränität, Einheit und territorialen
       Integrität Sudans verpflichtet sind, außerdem der Bewahrung sudanesischer
       staatlicher Institutionen und der Förderung eines zivil geführten
       Übergangs“ lautet Punkt eins der „Berlin Principles“ nun.
       
       Die Formulierung mutet widersprüchlich an, denn ein zivil geführter
       Übergang müsste normalerweise zur Überwindung bestehender Institutionen
       führen, nicht zu ihrer Bewahrung. Indem aber von „Bewahrung sudanesischer
       staatlicher Institutionen“ und nicht von „Bewahrung der sudanesischen
       staatlichen Institutionen“ die Rede ist, bleibt die Möglichkeit offen, dass
       nicht alle Institutionen in ihrer derzeitigen Form erhalten bleiben müssen.
       
       ## Das sudanesische Volk „respektieren“ statt „unterstützen“
       
       Bisher liegen Armee- und Staatsführung in Sudan in einer Hand und das
       bestimmt alles Weitere. Diesen Zustand zu ändern ist ein zentrales Anliegen
       aller zivilen Kräfte des Landes.
       
       Die Erklärung bleibt ansonsten eher verhalten. „Wir respektieren die
       Bestrebungen des sudanesischen Volkes“, heißt es zu einem möglichen zivilen
       Übergang – sie zu „unterstützen“ war offenbar nicht möglich. Auswärtige
       Unterstützung der Kriegsparteien „muss zu einem Ende kommen“, heißt es –
       mögliche Maßnahmen dazu fehlen. Dieselbe Unverbindlichkeit findet sich in
       weiteren Punkten, die laut Erklärung zwar geschehen „müssen“ – etwa Schutz
       der Zivilbevölkerung und der Infrastruktur oder Aufklärung und Verfolgung
       von Kriegsverbrechen –, aber ohne die Nennung irgendwelcher Schritte
       dorthin.
       
       Aus deutscher Sicht stellt das dennoch einen Fortschritt dar. „Was wir bei
       der Sudankonferenz nicht erreichen konnten, haben wir jetzt gemeinsam mit
       unseren Co-Gastgebern geschafft“, [1][erklärte das Auswärtige Amt].
       Afrikabeauftragte Gesa Bräutigam [2][nannte] das Statement ein „starkes
       Signal der Einigkeit“. Der US-Afrikabeauftragte und Trump-Vertraute
       [3][lobte] die Erklärung überschwänglich: „Nicht bloß Worte“ seien das,
       sondern „eine feste kollektive Selbstverpflichtung“.
       
       Für die Wahrnehmung, man sei auf dem richtigen Weg, spricht auch der am 1.
       Mai bekannt gegebene erste [4][Besuch deutscher Diplomaten in der deutschen
       Botschaft in Sudans Hauptstadt Khartum] seit deren Räumung zu Beginn des
       Krieges im April 2023. Damals waren alle europäischen Diplomaten und
       Botschaftsangehörigen sowie europäische Zivilisten unter militärischem
       Schutz unter anderem Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens nach
       Dschibuti evakuiert worden, weil Khartum umkämpft war. Seit gut einem Jahr
       steht Sudans Hauptstadt wieder vollständig unter Kontrolle der
       Regierungsarmee.
       
       3 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/GermanyDiplo/status/2050152320571150642
 (DIR) [2] https://x.com/GERonAfrica/status/2050096480858300878
 (DIR) [3] https://x.com/US_SrAdvisorAF/status/2049841151012929881
 (DIR) [4] https://x.com/GermanyInSudan/status/2050187319655678194
       
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