# taz.de -- ARD-Doku über Rapper Xatar: Goldraub und Gefängnis
       
       > Die Doku-Serie „Ein Leben ist nicht genug“ zeugt von den Ambivalenzen und
       > Auswirkungen des Rappers Xatar. Warum ihr das gut gelingt.
       
 (IMG) Bild: Wollte alles und riskierte dafür alles: Der Rapper Xatar
       
       Xatar, bürgerlich Giwar Hajabi, tritt 2024 [1][in der Elbphilharmonie] auf:
       einem Ort, den man eher mit Oper als mit Gangsterrap verbindet. Schon sein
       Vater war in Iran Komponist und Musikprofessor: „Vielleicht hat ein Leben
       dafür nicht gereicht“, sagt er kurz vor dem Auftritt.
       
       Ein Satz, der rückblickend wie das Zentrum der ARD-Dokumentation „Ein Leben
       ist nicht genug“ wirkt. [2][Denn Hajabi starb] im Mai 2025 mit nur 43
       Jahren während der Dreharbeiten. Die Doku zeigt einen Mann, der alles
       wollte und dafür alles riskierte. Geboren als Sohn kurdischer
       Freiheitskämpfer, die in Iran inhaftiert waren, kam Hajabi nach
       Deutschland.
       
       Während sein Vater überzeugt war, dass Kunst alles wäre, nahm Giwar wahr,
       wie die Armut seine Familie spaltete. „Mein Ziel war immer, dass meine
       Kinder darüber nachdenken können, Biologen zu werden“, erzählt er den
       Journalisten kurz vor seinem Elbphilharmonie-Auftritt.
       
       Sein Weg dorthin führte ihn über Drogenhandel, Goldraub, Gefängnis und zum
       Rap. „Alles, was Giwar anpackt, wird zu Gold“, sagt sein Freund und
       Weggefährte Sami Abdel Hadi in der Dokumentation. Und sonst wird es eben
       gestohlen.
       
       ## Von den Ambivalenzen eines Lebens
       
       Seine Texte sind vor allem früher teils gewaltverherrlichend und
       frauenverachtend. Sein Einfluss auf den [3][Deutschrap] ist dennoch klar.
       Unter anderem durch die Menschen, die er prägte: Wegbegleiter wie Schwesta
       Ewa oder SSIO zeigen, wie sehr Xatar andere mitriss.
       
       Auch privat werden die Spuren deutlich, die er hinterlässt: vor allem an
       seiner Frau Farvah Hajabi, die trotz aller Schwierigkeiten an ihm
       festhielt. Die Doku schafft es, die Ambivalenzen seines Lebens und dessen
       Auswirkungen zu erzählen und zeichnet einen komplexen Menschen, dessen
       Größenwahn, Loyalität und Aufstiegswille eine ganze Szene geprägt haben.
       
       16 May 2026
       
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