# taz.de -- Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Koalition von CDU und SPD in Mainz steht
       
       > Einigung im Rekordtempo: Weniger als sechs Wochen nach der Landtagswahl
       > in Rheinland-Pfalz bringen CDU und SPD ihre Koalition unter Dach und
       > Fach.
       
 (IMG) Bild: Handelseinig: Ex-Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD, l.) und sein designierter Nachfolger Gordon Schnieder (CDU)
       
       dpa | CDU und SPD haben sich nach Informationen der Deutschen
       Presse-Agentur auf die Bildung der ersten Großen Koalition in
       Rheinland-Pfalz geeinigt. Details sollen Freitagnachmittag in Mainz
       vorgestellt werden. Etwas weniger als sechs Wochen nach der Landtagswahl
       wird mit Spannung erwartet, worauf sich die beiden Parteien mit ihren
       Verhandlungsführern Gordon Schnieder auf Unionsseite und Alexander
       Schweitzer auf SPD-Seite verständigt haben. Aus den Verhandlungen war fast
       nichts nach außen gedrungen.
       
       Der Zuschnitt der Ministerien und die künftigen Minister und Ministerinnen
       werden voraussichtlich noch nicht bekannt gegeben. Vorher sollen beide
       Parteien dem Koalitionsvertrag zustimmen. Die SPD plant dafür am Samstag
       einen Parteitag. Bei der CDU entscheidet am selben Tag der
       Landesparteiausschuss.
       
       Schnieder soll am 18. Mai, dem Verfassungstag von Rheinland-Pfalz, zum
       Ministerpräsidenten gewählt werden. [1][Dann enden 35 Jahre SPD-geführte
       Regierungen in Rheinland-Pfalz.] Jahrzehntelang standen sich SPD und CDU in
       Mainz als politische Gegner in Regierung und Opposition gegenüber.
       
       Das finanzielle Defizit vieler Kommunen und die Lage der Wirtschaft
       gehörten bei den Verhandlungen von CDU und SPD zu den Knackpunkten. Die
       beiden angehenden Koalitionspartner mussten auch Kompromisse bei Themen
       finden, bei denen sie im Wahlkampf völlig unterschiedliche Auffassungen
       vertreten hatten. Dies gilt insbesondere für die Bildungspolitik.
       
       ## CDU und SPD haben eine Zweidrittelmehrheit
       
       Zuletzt regierte in Rheinland-Pfalz eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und
       FDP. Eine schwarz-rote Koalition gab es in dem Bundesland noch nie. Zuletzt
       hatten die beiden Parteien 1947 bis 1951 unter Ministerpräsident Peter
       Altmeier (CDU) zusammen regiert; dem Bündnis hatten damals aber auch die
       KPD und die FDP angehört.
       
       Im neuen Landtag können CDU und SPD auf eine satte Mehrheit von zwei
       Dritteln der Sitze bauen. [2][Damit können sie jederzeit die Verfassung
       ändern.] Die CDU hat 39 der 105 Sitze, 8 Mandate mehr als in der vorherigen
       Legislaturperiode. Die Christdemokraten haben damit 7 Sitze mehr als die
       SPD mit 32 (minus 7).
       
       [3][Stärkste Oppositionspartei ist künftig die AfD mit 24 Sitzen (plus
       15).] Die Grünen sind wieder mit 10 Abgeordneten in den Landtag gewählt
       worden, sie sind dort jetzt die kleinste Partei und in der Opposition.
       Andere Parteien haben es nicht in den Landtag in Mainz geschafft. Eine
       Alternative zu Schwarz-Rot gab es nach der Wahl nicht, beide Parteien
       hatten ein Bündnis mit der AfD ausgeschlossen.
       
       30 Apr 2026
       
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