# taz.de -- Freibadsaison startet: Die Sonne scheint über Berlins Bädern
       
       > Neue Express-Eingänge, gerettete Mehrfachkarte, beheizte Pools und
       > erhöhte Sicherheit: Der Ausblick auf die Berliner Bädersaison fällt
       > überaus positiv aus.
       
 (IMG) Bild: Noch plätschert nur der Pilz im Prinzenbad
       
       Mit Sprühkreide angebrachte, lilafarbene Bodenspuren vor dem Eingang des
       Prinzenbads weisen auf die zentrale Neuerung in den Freibädern in der
       kommenden Sommersaison hin. „Express-Eingang Fast lane“ steht da
       geschrieben, auch ein Banner über dem Eingang weist auf das neue Konzept
       hin. Eine zweite Blaue führt die Besucher:innen zur Kasse. Zu
       betrachten sind die Spuren erstmals am Mittwochvormittag auf der
       Saisoneröffnungs-Pressekonferenz der [1][Berliner Bäder Betriebe (BBB)].
       
       Hinter dem Eingang warten die noch unberührten Wasseroberflächen in den
       drei Becken des Kreuzberger Sommerbades darauf gebrochen zu werden; für
       etwas Bewegung sorgt lediglich ein Wasserpilz im Kinderbecken. Wie immer
       öffnet das Bad am 1. Mai als erstes seine Tore, zusammen mit dem Sommerbad
       Seestraße und dem Strandbad Wannsee. Die Einlasssituation haben die
       Bäder-Betriebe überarbeitet, um langen Schlangen und damit „stressigen
       Situationen“, wie es der BBB-Vorstandsvorsitzende Johannes Kleinsorg
       formuliert, entgegenzutreten.
       
       Konkret heißt das: Die Kassen aller Bäder werden, anders als vergangene
       Saison, immer geöffnet sein. Wer jedoch vorab ein Ticket erworben hat,
       online und mit Einlass-Zeitfenster, darf über die neuen Express-Eingänge
       schneller in die Bäder. Das gilt auch für die Inhaber der
       Sommer-Mehrfachkarte, die nach der ursprünglichen [2][Ankündigung ihrer
       Streichung] doch [3][erhalten wurde] und bis zum Monatsende noch für
       vergünstigte 70 Euro erworben werden kann. Innen- und Sportsenatorin Iris
       Spranger (SPD) sprach von einem „Fehler“, der auch aufgrund massiver
       Proteste korrigiert wurde, und kündigte an, die Karte „dauerhaft in die
       Tarifstruktur“ aufzunehmen.
       
       Auch ein weiterer Fehler ist korrigiert: Die Außenbecken werden wieder
       beheizt, auf 22 Grad. Im vergangenen Jahr hatte es noch große Aufregung
       über unbeheizte und anfangs eiskalte Becken gegeben – auch ein Grund, warum
       die Besucherzahlen mit 1,4 Millionen etwa eine halbe Million hinter dem
       Rekordjahr 2024 zurückgeblieben waren. Auch diese Maßnahme, so Spranger,
       sei kein einmaliges Zurückrudern. Man werde es auch künftig bei den
       beheizten Außenpools belassen.
       
       ## Investitionen geplant
       
       Ganz grundsätzlich scheint wie an diesem Vormittag die Sonne über den
       Bädern zu strahlen – mit 14 Freibädern, 11 Strandbädern und 67 Bädern
       insgesamt die größte Bäderlandschaft europaweit, wie Spranger stolz
       verkündete. Bis 2030 sollen mehr als 600 Millionen Euro in ihre
       Infrastruktur investiert werden, davon ein Drittel aus dem Berliner
       Klimapakt für energetische Sanierungen, Solarabsorber, neue Pumpen oder
       Abdeckungen der Becken. Grundsaniert werden dabei etwa die Bäder in
       Charlottenburg, Baumschulenweg und Seestraße.
       
       Geplant sind auch Erweiterungen, etwa ein neues Außenbecken und eine
       Plansche im Stadtbad Tiergarten, ebenso ein Außenbecken im Paracelsus-Bad
       in Reinickendorf. Für ein ganz neues Kombi-Bad am Kienberg in Marzahn laufe
       derweil eine Machbarkeitsstudie. Und für die Beschäftigten und
       Auszubildenden haben sich die Bäder-Betriebe Belegungsrechte bei der
       Gesobau im Märkischen Viertel gesichert; auch ein neuer Wohnturm mit
       Werkswohnungen, der 2029 fertig sein soll, ist in Planung.
       
       Ein abgekühltes Thema ist derweil die Sicherheit: Im vergangenen Jahr gab
       es „keine schwerwiegenden Sicherheitsvorfälle oder frühzeitige
       Schließungen“, so Spranger. Die Zahl der registrierten Straftaten ist von
       250 auf 201 um 20 Prozent gesunken; ebenso die Kosten für die Sicherheit.
       Am Sicherheitskonzept, bestehend aus Ausweiskontrollen, Videoüberwachung
       der Eingänge und direktem Kontrakt zur Polizei werde aber weiter
       festgehalten. Der Ausblick auf die Badesaison scheint ungetrübt. „Alle
       freuen sich auf den Sommer“, so Bäder-Chef Kleinsorg.
       
       29 Apr 2026
       
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