# taz.de -- Mehrfachticket für Berlins Freibäder: Kalte Dusche für Iris Spranger
> Das Sammelticket für die Berliner Bäder bleibt erhalten. Nach heftigen
> Protesten verkündete Sportsenatorin Spranger am Freitag ihre Kehrtwende.
(IMG) Bild: Komplett nass gemacht von der Öffentlichkeit
Nun also doch. Die Freibad-Fans können aufatmen. Das beliebte
Sommermehrfachticket wird auch in diesem Jahr wieder von den [1][Berliner
Bäder-Betrieben (BBB)] angeboten. Und zwar dauerhaft, wie die Sprecherin
von Innen- und Sportsenatoren Iris Spranger (SPD) der taz bestätigte. „Für
den Verkauf gelten die Konditionen des vergangenen Jahres.“
Wie schon in den Jahren zuvor kosteten im vergangenen Jahr 20 Eintritte 60
Euro. Voraussetzung war, dass das Sammelticket im April im Vorverkauf
erworben wurde. Ab Saisonbeginn im Mai kletterte der Preis dann auf 80
Euro.
Doch das mit den Konditionen des vergangenen Jahres blieb zunächst unklar.
Die Bäderbetriebe bestätigten gegenüber der taz lediglich den Preis von 80
Euro für das Sammelticket. Von einer günstigeren Vorverkaufsgebühr war
keine Rede.
Das sieht die sportpolitische Sprecherin der Grünen, Klara Schedlich,
anders. Schedlich war am Freitag bei der Sitzung des Sportausschuss
zugegen, als Spranger die Entscheidung verkündete. „Ich gehe davon aus,
dass es wieder einen Vorverkauf mit entsprechendem Rabatt geben wird“, sagt
Schedlich. „Denn das waren im vergangenen Jahr die Konditionen.“
## Sturm der Entrüstung
[2][Als die taz Anfang der Woche von der Streichung des Sommertickets
berichtet hatte], war ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Bereits im
vergangenen Jahr hatten die BBB ein neues Tarifmodell mit unterschiedlichen
Bäderkategorien und Abomodellen eingeführt. Für Vielschwimmer sei dies
flexibler und kundenfreundlicher.
Die gestiegenen Preise hatten die Bäderbetriebe mit höheren Energiepreisen
und Personalkosten begründet. Von einer Streichung des Sammeltickets war
damals keine Rede gewesen. Die verkündeten die Bäderbetriebe erst gegenüber
der taz.
Das Sommerticket ist günstig, übertragbar, und es gilt für alle Freibäder,
unabhängig von irgendwelchen Badkategorien. Kein Wunder also, dass es sich
steigender Beliebtheit erfreute. Im vergangenen Jahr wurde es 20.500 Mal
verkauft, obwohl die Besucherzahlen in den Freibädern 2025 zurückgegangen
waren. 2024 hatte es 16.000 Verkäufe gegeben.
Nach dem Bericht in der taz hatten die Abgeordneten des Sportausschusses
wütende Reaktionen erreicht. Auch Spranger selbst bekam den Unmut zu
spüren, erfuhren Journalisten am Donnerstag am Rande der Plenarsitzung.
Dass die Sportsenatorin zurückrudern würde, hatte sich da schon angedeutet.
Zum RBB sagte Spanger: Bei den neu eingeführten Abomodellen sei „die
Wirtschaftlichkeit gerade für Menschen, die wenig Geld hätten, nicht ganz
nachzuweisen.“
Eine späte Erkenntnis. Als Vorsitzende des Aufsichtsrats der landeseigenen
Bäderbetriebe hat Spranger die Abschaffung des Sommertickets persönlich zu
verantworten. Bei der Sitzung der Sportausschusses am Freitag verkündete
sie dann die Kehrtwende. „Für die Vielschwimmer*innen ist das eine sehr
gute Nachricht“, schrieb die Grüne Schedlich der taz.
Er freue sich sehr über die Entscheidung, sagt Vielschwimmer Ralf Wendling
zur taz. Wendling hatte im vergangenen Jahr mit einer
Unterschriftenpetition gegen das ungeheizte Wasser in den Freibädern
protestiert und erreicht, dass diese in diesem Sommer wieder auf eine
Temperatur von 22 Grad beheizt werden. „Man sieht, wenn man aufbegehrt,
dass sich die da oben bewegen,“ sagt Wendling. „Aber vielleicht liegt es ja
auch daran, dass in Berlin bald Wahlen sind.“
Für den Samstag hatten empörte Schwimmfans zu einer Fahrraddemonstration
vom Prinzenbad in Kreuzberg zum Columbiabad in Neukölln aufgerufen. Die
wird nun möglicherweise abgeblasen. Oder es wird ein Freudenkorso.
13 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Plutonia Plarre
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