# taz.de -- Signal zu Phising-Attacke: Messenger verspricht zusätzlichen Schutz
> Signal will nach Phishing-Attacken gegen Politiker und Journalisten
> Maßnahmen ergreifen. Änderungen sollen „in den kommenden Wochen“
> umgesetzt werden.
(IMG) Bild: Die Phishing-Kampagne wurde mutmaßlich aus Russland gesteuert
dpa | Die verschlüsselte Chat-App Signal will nach [1][Phishing-Attacken]
gegen Politiker, Militärs und Journalisten in Deutschland zusätzliche
Maßnahmen ergreifen. Zunächst ohne weitere Details hieß es, dass Änderungen
„in den kommenden Wochen“ eingeführt werden sollen.
Signal betonte zugleich, dass Verschlüsselung und Software der App nicht
gehackt worden seien. Vielmehr hätten Angreifer Nutzer ausgetrickst, indem
sie sich als „Signal Support“ ausgegeben und durch diesen Betrug
Login-Daten ergattert hätten. Solchen Attacken, bei denen Angreifer Nutzer
verleiteten, sie durch die „Vordertür“ reinzulassen, sei jede größere
Chat-App ausgesetzt.
Aus Kreisen der Bundesregierung hieß es zuvor, dass die Phishing-Kampagne
mutmaßlich aus Russland gesteuert wurde. Im Präsidium des Bundestags wird
überlegt, künftig auf den [2][Messengerdienst Wire] zu setzen. Die
Regierung der Niederlande, wo entsprechende Angriffe ebenfalls festgestellt
worden waren, hatte bereits erklärt, sie sehe Russland hinter der Kampagne.
Vor der andauernden Cyberattacke hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz
(BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
erstmals im Februar öffentlich gewarnt. Später veröffentlichten sie einen
weiteren Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen.
## Signal: Support fragt nie nach Login-Daten
Von Signal hieß es, da man grundsätzlich keine Nutzerdaten speichere, sei
man auf die Informationen der betroffenen Nutzer über die Attacke
angewiesen. Demnach hätten die Angreifer die erschlichenen Login-Daten
genutzt, um die Accounts zu übernehmen – und oft auch die damit verknüpfte
Telefonnummer zu ändern. Mit den übernommenen Accounts hätten sie dann die
Kontaktlisten genutzt und sich als Besitzer der Profile ausgegeben.
Zugleich betonte Signal, dass Support-Mitarbeiter der App niemals nach
Verifikations-Codes oder PIN fragen würden.
## „Signalgate“ in den USA
Das Ansehen der Verschlüsselung von Signal ist so hoch, dass im vergangenen
Jahr ranghohe US-Regierungsmitglieder wie unter anderem Vizepräsident J.D.
Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth auf die App zurückgriffen, um
sich über Attacken auf die Huthi-Miliz im Jemen abzusprechen. Die
Chat-Inhalte wurden jedoch öffentlich, weil versehentlich der Chefredakteur
des Magazins The Atlantic, Jeffrey Goldberg, der Gruppe hinzugefügt wurde.
28 Apr 2026
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