# taz.de -- Angriff via Signal: Erst mal prüfen, wer da schreibt
       
       > Niemand ist vor Cyberangriffen gefeit. Wer wachsam ist, kann sich vor den
       > Tätern, die auf Messenger-Apps unterwegs sind, schützen.
       
 (IMG) Bild: Aufgepasst: Jetzt nicht den gleichen Fehler machen. Wenn sich bei Signal ein „Support-Mitarbeiter“ meldet, gilt Warnstufe rot
       
       Es kann jeden erwischen. Dass Politiker jüngst Opfer von Cyberkriminellen
       geworden sind, ist nur die Spitze des Eisbergs. Schon vor Monaten
       berichteten Signal-Nutzer in Foren davon, dass sie von einem vermeintlichen
       „Signal-Support“ dazu aufgefordert wurden, Zugangsdaten preiszugeben. Dass
       das Thema nun medial präsent ist, liegt daran, dass [1][Personen des
       öffentlichen Lebens] betroffen sind.
       
       Ein Hack – klingt erstmal komplex und ausgeklügelt. Dabei erfordert das
       aktuelle Vorgehen der Signal-Angreifer wenig technisches Know-how. Sie
       arbeiten mit psychologischer Manipulation, mit künstlich erzeugtem Druck –
       [2][Social Engineering] nennt sich das. Und Menschen glaubwürdig über
       Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg effizient zu manipulieren, wird
       durch [3][KI] noch einfacher.
       
       Einzige Gegenmittel sind Wachsamkeit und Skepsis. Dass Signal als sicher
       gilt, war für die Angreifer noch von Vorteil, wenn die Nutzer des
       Messenger-Dienstes aufgrund des guten Rufs von Signal nichts Böses ahnten.
       Die Schlagwörter „verschlüsselt und unabhängig“ suggerieren, dass alles mit
       rechten Dingen zugeht. Dieser Trugschluss könnte begünstigt haben, dass
       sich Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und viele andere nichts dabei
       dachten, als sie vom „Signal Support“ kontaktiert wurden, der ihnen
       mitteilte, dass sie jetzt sofort handeln müssen, weil sie angeblich gehackt
       wurden.
       
       Dabei begann der wirkliche Angriff erst durch diese Interaktion. Statt in
       Panik zu verfallen, wenn man irgendwo im Internet zu sofortigem Handeln
       aufgefordert wird, sollten sowohl Politiker als auch Privatpersonen erst
       mal tief durchatmen. Dann googeln oder mit jemandem darüber sprechen. Nur
       so besteht die Möglichkeit, den Betrug zu erkennen. Denn selbst die beste
       Sicherheitsinfrastruktur hat eine Schwachstelle, wenn sie von Menschen
       verwendet wird: den Menschen selbst.
       
       Solange es Nutzern nicht gelingt, zu erkennen, dass sie getäuscht werden,
       solange sie zu wenig über Cybersicherheit wissen, werden böswillige Akteure
       diese Schwachstellen finden und ausnutzen.
       
       26 Apr 2026
       
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 (DIR) Klaudia Lagozinski
       
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