# taz.de -- Höhere Preise durch Irankrieg: Inflation bei 2,9 Prozent
       
       > Infolge des Irankriegs ist die Inflationsrate in Deutschland im April
       > gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen um 2,9 Prozent höher als im
       > Vorjahresmonat.
       
 (IMG) Bild: Bleiben die Energiepreise weiterhin hoch, könnte die Inflation noch stärker steigen
       
       dpa | Der Ölpreisschock infolge des Irankriegs hat die Inflationsrate in
       Deutschland Richtung 3-Prozent-Marke getrieben. Waren und Dienstleistungen
       waren im April 2,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wie das Statistische
       Bundesamt auf Basis vorläufiger Daten errechnet hat. So hoch war die
       Inflation zuletzt im Januar 2024, über 3 Prozent lag die Rate zuletzt im
       Dezember 2023 mit 3,7 Prozent.
       
       [1][Der Krieg im Nahen Osten hat Energie hierzulande kräftig verteuert].
       Haushaltsenergie und Sprit kosteten im April satte 10,1 Prozent mehr als
       ein Jahr zuvor. Schon im März hatte sich Energie in Deutschland erstmals
       seit Dezember 2023 verteuert, und das rasant um 7,2 Prozent, die Inflation
       zog insgesamt auf 2,7 Prozent an. Von März auf April des laufenden Jahres
       zogen die Verbraucherpreise nach Angaben der Statistiker insgesamt um 0,6
       Prozent an.
       
       „Im April ist die Inflation nur wegen höherer Energiepreise gestiegen“,
       ordnete Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer ein. „Aber Umfragen zeigen,
       dass die Unternehmen rasch auf die Verteuerung der Energie reagieren und
       bald auch die Preise für andere Waren und Dienstleistungen deutlich anheben
       werden.“
       
       ## Nahrungsmittelpreise ziehen an
       
       Weil teure Energie Produktions- und Transportkosten von Unternehmen steigen
       lässt, ist die Sorge groß, dass die Preise für Lebensmittel,
       Restaurantbesuche und Dienstleistungen weiter anziehen werden.
       
       Im April beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln etwas auf
       1,2 Prozent. Im März hatte das Plus bei Lebensmitteln noch 0,9 Prozent
       betragen.
       
       Dienstleistungen wie Restaurantbesuche, die über viele Monate die größten
       Preistreiber waren, verteuerten sich im April zum Vorjahresmonat um 2,8
       Prozent und damit etwas weniger als in den Monaten zuvor. Nach Einschätzung
       von Volkswirten dürften dazu Preiserhöhungen bei Flugtickets und
       Pauschalreisen maßgeblich beigetragen haben.
       
       Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich Verbraucher für einen
       Euro leisten. In Umfragen sagen schon jetzt viele Menschen, dass sie kaum
       die laufenden Kosten für das tägliche Leben aufbringen können und Rücklagen
       aufgebraucht seien.
       
       In einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL/ntv gaben 58 Prozent der
       Befragten an, sie hätten sich zuletzt im Alltag eingeschränkt. Besonders
       häufig sparen demnach Jüngere unter 30 Jahren sowie Menschen mit geringerem
       Einkommen. In der repräsentativen Umfrage wurden 1.005 Menschen am 24. und
       27. April 2026 befragt.
       
       Für etwas Entlastung versucht die Bundesregierung zu sorgen: Die Steuern
       auf Diesel und Benzin werden vom 1. Mai bis 30. Juni um rund 17 Cent brutto
       pro Liter gesenkt. Die Mineralölwirtschaft hat angekündigt, dies an die
       Autofahrer weiterzugeben – manche bezweifeln das. Ökonomen glauben nicht,
       dass dieser „Tankrabatt“ die Spritpreise nachhaltig senken wird. Zudem
       kommt er nur denjenigen zugute, die ein Fahrzeug mit Verbrennermotor
       fahren.
       
       ## Volkswirte erwarten deutlich steigende Inflationsrate 2026
       
       Noch vor dem Irankrieg rechneten Volkswirte damit, dass die
       [2][Inflationsrate in Deutschland] dieses Jahr knapp über der
       Zwei-Prozent-Marke landen wird – ähnlich wie 2024 und 2025 mit je 2,2
       Prozent. Doch diese Prognosen sind längst Makulatur. Inzwischen erwarten
       führende Wirtschaftsforschungsinstitute, dass die Teuerungsrate im
       laufenden Jahr auf durchschnittlich 2,8 Prozent und 2027 auf 2,9 Prozent
       steigen wird.
       
       Das wäre zwar noch [3][weit unter dem Rekord] für das wiedervereinigte
       Deutschland von 6,9 Prozent Inflation während des Ukrainekrieges 2022. Doch
       auch die damaligen Preissteigerungen wirken bis heute nach, denn viele
       Waren haben sich dauerhaft verteuert.
       
       29 Apr 2026
       
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