# taz.de -- Attacke auf Politiker über Signal: Regierung vermutet Russland hinter Angriff
       
       > Deutsche Politiker und Journalisten wurden digital über den Messenger
       > Signal angegriffen. Die Regierung vermutet, dass Russland verantwortlich
       > ist.
       
 (IMG) Bild: Das Logo der Messenger-App Signal
       
       rtr/afp/dpa | Die ‌Bundesregierung geht davon aus, ‌dass Angriffe auf
       Handys von Politikern und Journalisten in Deutschland über den
       [1][Messengerdienst Signal] mutmaßlich aus Russland gesteuert wurden. Das
       erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Samstag aus Regierungskreisen.
       Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte
       diese Vermutung schon bei seinen Warnungen an möglicherweise Betroffene der
       Phishing-Attacke geäußert.
       
       Bei dem ‌Angriff sollen neben den Geräten von Bundestagspräsidentin Julia
       Klöckner auch die der Bundesministerinnen Verena Hubertz und Karin Prien
       kompromittiert worden sein, hieß es in Sicherheitskreisen. Die Betroffenen
       seien von den Behörden informiert und der Datenabfluss von den jeweiligen
       Geräten sei gestoppt worden, hieß es weiter. Man schließe nicht aus, dass
       weitere Nutzer betroffen sind. Auch der Spiegel berichtete über den
       Vorgang.
       
       Verfassungsschutz und BSI haben vor einer seit einigen Wochen laufenden
       Phishing-Kampagne gewarnt, bei der Signal-Nutzer ‌Aufforderungen von einem
       „Signal-Support“-Account bekommen, einen SMS- und Pin-Code einzugeben.
       Folgen Nutzer dieser Aufforderung, können die Angreifer sich so in die
       Konten einloggen, die Adressbücher kopieren und möglicherweise ⁠auch
       Chat-Verläufe oder andere auf dem Handy gespeicherte Daten mitlesen. Dies
       ähnelt den bekannten Phishing-Kampagnen durch E-Mails. Bleiben diese
       Anfragen aber unbeantwortet und werden sie als Spam blockiert sowie
       gemeldet, ‌müssen Nutzer ‌keinen Schaden fürchten, betonen die Dienste.
       
       Russland wird seit ⁠Jahren eine immer heftigere hybride Kriegsführung gegen
       westliche Staaten vorgeworfen. Die russische Regierung selbst dementiert,
       dass sie in Hacker-Aktivitäten gegen ‌andere Länder involviert sei. 2013
       war ‌bekannt geworden, dass US-Geheimdienste das Diensthandy von Kanzlerin
       Angela Merkel mehrere Jahre lang überwacht hatten.
       
       ## Sicherheitsdienste warnen schon lange
       
       Deutsche und ausländische Sicherheitsdienste warnen seit Monaten vor einer
       sogenannten [2][Phishing-Angriffswelle], die auf die heimliche Übernahme
       von Signal-Konten von Politikern, Beamten, Diplomaten, Militärs und
       Journalisten abzielt. Generalbundesanwalt Jens Rommel leitete laut einer
       Sprecherin der Bundesanwaltschaft bereits im Februar Ermittlungen ein,
       demnach geht es um den Anfangsverdacht der Spionage.
       
       „Zu Kommunikationsmitteln der Bundesregierung können wir keine Auskunft
       geben“, erklärte eine Sprecherin von Priens Bildungsministerium auf Anfrage
       der Nachrichtenagentur AFP. Ein Sprecher von Hubertz erklärte, für die
       Integrität und [3][Sicherheit von interner und externer Kommunikation] des
       Ministeriums gälten klare Grundsätze. „Dazu gehört, dass wir uns
       grundsätzlich nicht zu möglichen oder tatsächlichen Sicherheitsvorfällen
       äußern“, fuhr er fort.
       
       ## Angreifer setzten auf die Schwachstelle Mensch
       
       Kern der Phishing-Kampagne ist keine Sicherheitslücke des
       Signal-Messengers, den Experten sogar für einen recht sicheren
       Kommunikationskanal halten. Vielmehr setzen die Angreifer auf die
       Schwachstelle Mensch.
       
       Um Zugriff auf die Adressbücher und Daten bestimmter Nutzer zu erhalten,
       schicken die Angreifer zunächst eine Nachricht, in der sie den Nutzer
       auffordern, eine PIN einzugeben beziehungsweise Links oder einen QR-Code
       anzusteuern. Als Absender erscheint dabei etwa „Signal-Support“.
       
       Der Zugang ermöglicht es den Angreifern dann nicht nur, noch vorhandene
       Chats zu lesen, die über den Messenger geführt wurden, sondern auch sich
       unter falscher Identität in internen Chat-Gruppen zu bewegen.
       
       26 Apr 2026
       
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