# taz.de -- Angriffe auf Signal-Nutzer: Wie kann man sich schützen?
       
       > Auf dem eigentlich als sehr sicher geltenden Messenger-Dienst Signal kam
       > es zu Phishing-Angriffen. Die wichtigsten Fragen und Antworten im
       > Überblick.
       
 (IMG) Bild: Nicht jeder Phishing-Angriff erhält so viel mediale Aufmerksamkeit, wie wenn Politiker:innen oder Journalist:innen betroffen sind
       
       Seit Monaten werden Signal-Nutzer Opfer von Phishing-Attacken. Die
       Generalbundesanwaltschaft ermittelt seit Februar. Diese Angriffe ziehen
       immer weitere Kreise – auch Bundestagsabgeordnete und Nato-Mitarbeiter
       seien betroffen, berichtete nun der Spiegel. Was genau ist bekannt und wie
       kann man sich schützen? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesen
       Angriffen.
       
       Wurde Signal gehackt? 
       
       Nein. Obwohl viele Medien von einem „Signal-Hack“ schreiben, wurde der
       Messenger-Dienst nicht gehackt, sondern es handelte sich um einen
       Phishing-Angriff.
       
       Was ist ein Phishing-Angriff? 
       
       Beim Phishing täuschen Angreifer ihre Opfer mit dem Ziel, diese dazu zu
       bringen, freiwillig Daten herauszugeben, zum Beispiel zu ihren Bankkonten
       oder auch Kontaktdaten. Nutzer erhalten echt wirkende Nachrichten und
       werden dadurch manipuliert.
       
       Phishing-Angriffe können sowohl Unternehmen als auch Personen des
       öffentlichen Lebens und Privatpersonen treffen. Viele haben schon einmal
       von gefälschten E-Mails von Banken gehört – auch das ist Phishing. Doch
       mittlerweile bewegen sich Cyberkriminelle auf allen möglichen Plattformen
       und agieren mithilfe von KI teils noch ausgeklügelter.
       
       Und was genau ist jetzt auf Signal passiert? 
       
       Viele Nutzer haben eine Nachricht vom vermeintlichen „Signal-Support“
       erhalten. Darin heißt es, dass der Account gehackt wurde oder dass es
       Versuche einer Kontoübernahme gab. Das Opfer wird aufgefordert, über den
       vermeintlichen Kundendienst sein Konto erneut zu verifizieren, durch das
       Scannen eines QR-Codes oder das Verschicken eines Verifizierungscodes.
       
       Das Perfide daran: Bis zu diesem Moment war der Nutzer keiner Gefahr
       ausgesetzt, er ist es erst jetzt, wenn er darauf hereinfällt und sensible
       Daten übermittelt.
       
       Was ist Social Engeneering? 
       
       Diese manipulative Methode, um Menschen zu einem bestimmten Verhalten zu
       bringen, wird auch Social Engineering genannt. Anders als bei anderen
       Cyber-Angriffen werden dabei keine technischen Schwachstellen, sondern
       Menschen ausgenutzt. Angreifer versuchen, Vertrauen zu gewinnen oder Druck
       aufzubauen, um ihre Opfer zu unüberlegten Handlungen zu bringen – etwa das
       Weitergeben von Zugangsdaten, das Öffnen schädlicher Links oder die
       Preisgabe sensibler Informationen. Typische Methoden sind
       Phishing-Nachrichten, gefälschte Support-Anfragen oder das Vortäuschen
       bekannter Kontakte. Zwar verschlüsselt Signal Inhalte und ist deshalb sehr
       sicher, es kann aber nicht verhindern, dass Nutzer manipuliert werden und
       sich unklug verhalten.
       
       Sind nur Politiker und Journalisten betroffen? 
       
       Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Schon vor einem Jahr diskutierten
       [1][Nutzer auf der Plattform Reddit] über diese Art von Phishing. Nicht
       jeder Betrug und nicht jeder Angriff erhält so viel mediale Aufmerksamkeit,
       wie wenn Politiker oder Journalisten betroffen sind. Weil dieser Angriff
       jedoch vergleichsweise einfach umzusetzen ist, dürfte es auch Opfer geben,
       die nicht in der Öffentlichkeit stehen. Denn auch Privatpersonen teilen in
       Messengern Informationen mit ihren Freunden und Bekannten, die Angreifer zu
       Geld machen können.
       
       Welche Folgen haben die Angriffe? 
       
       Auf einer Infoseite erklärt das [2][Bundesamt für Sicherheit und
       Informationstechnik (BSI)] die beiden Arten der jüngsten Phishing-Angriffe
       über Signal. Je nach Angriff ist der Nutzer dann entweder von seinem Konto
       ausgeschlossen oder ermöglicht dem Angreifer, seine Kommunikation auf einem
       Computer mitzulesen. Was daraus folgen könnte: dass interne Kommunikation
       zwischen Beamten, die über diesen Dienst kommunizierten, in nächster Zeit
       geleakt wird. Ebenso ist denkbar, dass Telefonnummern und weitere Daten der
       Opfer nun im Internet kursieren.
       
       Wie kann man sich schützen? 
       
       Eine goldene Regel für den aktuellen Fall: Der Kundendienst von Signal
       kontaktiert Nutzer nicht per Nachricht. Wer auf diesem Wege kontaktiert
       wird, sollte das an Signal melden und den Kontakt dann blockieren. Zudem
       sollte man, unabhängig vom Messenger oder Dienst, den man nutzt, [3][immer
       skeptisch sein], wenn man dazu aufgerufen wird, sofort zu handeln.
       
       Denn diese künstlich erzeugte Dringlichkeit weist oft nicht auf reale
       Gefahr hin, sondern ist ein psychologisches Werkzeug. Dadurch wird Angst
       und Druck aufgebaut. Wer eine solche Nachricht bekommt, sollte zunächst im
       Netz schauen, ob andere Nutzer von ähnlichen Kontaktversuchen berichten,
       und stets skeptisch werden, wenn jemand versucht, Druck aufzubauen –
       selbst, wenn es so scheint, als käme dieser Druck von der Plattform, wie in
       diesem Fall Signal, selbst.
       
       Sollte man besser nur noch SMS schreiben? 
       
       Nein. SMS sind technisch veraltet und nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das
       heißt, die Nachrichten werden im Klartext über Mobilfunknetze übertragen
       und können prinzipiell von Netzbetreibern oder Angreifern mitgelesen
       werden.
       
       Der Angriff via Signal zeigt einmal mehr: Unabhängig von der technischen
       Infrastruktur bleibt immer eine Schwachstelle, die Cyberkriminelle
       ausnutzen können: der Mensch. Und vor menschlichen Fehlern schützt auch die
       technisch sicherste Infrastruktur nicht.
       
       Was macht Signal so sicher? 
       
       Im Vergleich zu anderen Messengern legt Signal großen Wert auf
       [4][Datenschutz]. Alle Nachrichten sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Nur die
       beteiligten Kommunikationspartner können Inhalte lesen, niemand anderes.
       Ein weiterer wichtiger Unterschied zu Diensten wie Whatsapp oder Telegram
       liegt in der Datensparsamkeit: Signal speichert keine Chatinhalte auf
       Servern und erhebt nur sehr wenige Metadaten.
       
       Zudem ist die Software „Open Source“, das bedeutet der Quellcode ist
       öffentlich einsehbar, sodass unabhängige Experten prüfen können, wie Signal
       funktioniert, und potenzielle Sicherheitslücken identifizieren und melden
       können. Hinter dem Messenger steht die Signal Foundation, eine
       gemeinnützige Stiftung. Das heißt, es gibt keine Profitorientierung und
       somit wenig Anreiz, Nutzerdaten zu sammeln, auszuwerten oder weiterzugeben.
       
       Warum sind auch Nutzer in Gefahr, die nicht auf den Angriff hereingefallen
       sind? 
       
       Wenn man nicht selbst, sondern zum Beispiel jemand im Bekanntenkreis auf so
       einen Angriff hereingefallen ist, können die Angreifer die Kommunikation
       zwischen einem selbst und dem Bekannten mitlesen. Außerdem können sie an
       Telefonnummern von Nutzern kommen, mit denen das Opfer auf Signal
       interagiert hat.
       
       Sind die Angreifer erst einmal im Besitz der Telefonnummern, können sie
       auch die Kontakte des ursprünglichen Opfers angreifen, etwa mit einer Spear
       Phishing Attack. Das ist eine gezielte Form des Phishings, bei der
       Angreifer nicht wahllos viele Menschen kontaktieren, sondern eine bestimmte
       Person mit einer individuell passenden Ansprache. Diese Kontaktversuche
       wirken besonders glaubwürdig.
       
       Verhindern lässt sich das, indem man in den Privatsphäre-Einstellungen von
       Signal festlegt, dass niemand die eigene Nummer sehen kann. Dann wird sie
       niemandem angezeigt und kann auch nicht von anderen Geräten abgefischt
       werden.
       
       26 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.reddit.com/r/signal/comments/1ip721k/signal_support_or_scam/
 (DIR) [2] https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Empfehlungen-nach-Angriffszielen/Signal-Support/signal-support_node.html
 (DIR) [3] /Unter-falscher-Flagge/!6169850/
 (DIR) [4] /Signal-Chefin-ueber-Datenschutz/!6116245
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Klaudia Lagozinski
       
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