# taz.de -- taz🐾thema: Unter falscher Flagge
       
       > Online-Kriminelle haben es auf Zugangsinformationen und persönliche Daten
       > abgesehen, um Geld zu stehlen
       
       „Auf den ersten oder zweiten Blick ist es oft nicht mehr zu erkennen, ob
       die Nachricht von freundlichen Mitarbeitenden der Hausbank kommt oder
       professionell agierende Betrüger am Werk sind. Betrugsversuche werden immer
       raffinierter und können jeden treffen“, heißt es bei der
       Verbraucherzentrale in NRW. Früher waren Phishing-Mails einfacher an
       mangelhafter Rechtschreibung oder an Kommafehlern zu erkennen, doch das hat
       sich in den letzten Jahren geändert.
       
       „Bei uns melden sich regelmäßig Menschen, die erst zu spät gemerkt haben,
       dass sie ihr Geld an Betrüger verloren haben“, sagt Ralf Scherfling,
       Finanzexperte bei der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale. Auch KI
       spiele immer wieder eine wichtige Rolle: Prominenten Menschen würden zum
       Beispiel Anlageempfehlungen in den Mund gelegt, selbst am Telefon käme
       KI-Stimmen zum Einsatz, um Geldüberweisungen zu veranlassen.
       
       Fake-E-Mails, die vermeintlich von Sparkassen, Banken oder Online-Brokern
       oder dem Bundeszentralamt für Steuern stammen, sollen die
       Empfänger:innen dazu verleiten, unbedacht Links zu öffnen und auf einer
       gefälschten Seite sensible Zugangsdaten preiszugeben. Oft suggerieren die
       Mails, dass es einen dringenden Handlungsbedarf gebe, also schnell reagiert
       werden müsse.
       
       „Wer unsicher ist, ob eine Nachricht echt ist, also tatsächlich von der
       eigenen Bank kommt oder einen Betrugsversuch fürchtet, sollte sich bei
       seinem geschützten Online-Konto anmelden und schauen, ob die Nachricht dort
       auch zu finden ist“, so der promovierte Wirtschaftswissenschaftler.
       Alternativ könne die Filiale aufgesucht oder ein Kontakt über die echte
       Internetseite des Anbieters hergestellt werden. Grundsätzlich rät der
       Verbraucherschützer zu einem „gesunden Misstrauen“.
       
       Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führt seit Dezember 2010 das
       „Phishing-Radar“. Verbraucher können betrügerische E-Mails, die sie selbst
       erhalten haben, vor der Löschung an phishing@verbraucherzentrale.nrw
       weiterleiten.
       
       Täglich gehen derzeit über 1.000 E-Mails ein, die von der
       Verbraucherzentrale gesammelt und ausgewertet werden.
       
       Unter der Überschrift „Manipuliert und abgezockt: Finanzbetrug im Internet“
       hat die Verbraucherzentrale NRW eine umfangreiche Materialsammlung
       zusammengestellt, die wichtige Infos und konkrete Tipps zu Phishing-Mails
       gibt. Dort erfahren Verbraucher:innen unter anderem, woran man eine
       Phishing-E-Mail erkennen kann und wie man im Schadensfall reagieren soll.
       Volker Engels
       
       www.verbraucherzentrale.nrw/manipuliert-und-abgezockt-finanzbetrug-im-inter
       net-116713
       
       18 Apr 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Volker Engels
       
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