# taz.de -- Studie: 12-Uhr-Regel steigert Profit der Konzerne
       
       > Nach Einführung des Modells sind nicht nur die Spritpreise, sondern auch
       > die Gewinne der Mineralölkonzerne gestiegen, sagen Wirtschaftsforscher.
       
 (IMG) Bild: Laut Studie erhöhten kleinere Unternehmen Preise mehr als größere, die eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten müssen
       
       dpa | Die [1][12-Uhr-Regel für Preiserhöhungen an Tankstellen] hat der
       Mineralölindustrie einer Studie zufolge zusätzliche Gewinne verschafft. Bei
       Superbenzin lag die Gewinnmarge in den ersten zwei Wochen nach Einführung
       der Regel demnach im Schnitt um 6 Cent pro Liter höher als in den zwei
       Wochen davor. Für Diesel fanden die Forscher des ZEW Mannheim
       (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) und des Düsseldorfer
       Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) keinen eindeutigen Effekt.
       
       „Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu
       senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich“, sagt
       Autorin Leona Jung vom DICE. Bei Diesel hätten die Margen im
       Beobachtungszeitraum stark geschwankt, sagt Mitautor Jacob Schildknecht vom
       ZEW. Daher lasse sich der Anstieg dort aktuell nicht belastbar
       quantifizieren. Es deute aber einiges darauf hin, dass es auch bei Diesel
       einen Effekt geben könnte.
       
       ## Es kommt auf Größe und Region an
       
       Wie stark die Effekte sind, kommt aber auf Region und Tankstellengröße an.
       Bei kleineren Ketten und unabhängigen Anbietern ermittelten die Forscher
       die größten Margenanstiege, bei großen Ketten die kleinsten.
       
       „Dieser Unterschied zeigt, dass die Reform nicht einheitlich wirkt, sondern
       stark von Marktstruktur und Wettbewerbsintensität abhängt“, sagt
       DICE-Direktor Justus Haucap. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass
       insbesondere größere Unternehmen ihre Margen weniger stark erhöhen, da sie
       als marktbeherrschende Akteure eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten
       müssen.“
       
       Regional waren die Effekte in Süddeutschland besonders stark. „Das höhere
       durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen im Süden könnte eine höhere
       Zahlungsbereitschaft und damit größere Margenanpassungen begünstigen“,
       heißt es von den Forschern. Allerdings könnten auch regionale Unterschiede
       in den Lieferketten und bei der Rohölbeschaffung zu Kostenunterschieden
       führen, die die regionalen Unterschiede bei den Preisreaktionen weiter
       verstärkten.
       
       Basis der Studie waren Preisdaten der Markttransparenzstelle für
       Kraftstoffe in den 14 Tagen vor und nach der Reform, die am 1. April in
       Kraft getreten ist. Um die [2][Gewinnmargen zu berechnen], verglichen sie
       die Nettopreise mit den Großhandelspreisen aus der europäischen
       Handelsregion Amsterdam/Rotterdam/Antwerpen.
       
       ## Effekt war schon im Vorfeld befürchtet worden
       
       Schon im Vorfeld der Einführung der 12-Uhr-Regel hatte es Kritik und die
       Befürchtung gegeben, dass das aus Österreich übernommene Modell eher zu
       höheren Spritpreisen führen könne, weil die Preise auf Vorrat erhöht
       würden.
       
       Auch die Entwicklung der Preise im Vergleich zu den EU-Nachbarn hatte in
       den ersten Tagen nach Einführung bei Benzin einen besonders starken Anstieg
       in Deutschland gezeigt.
       
       26 Apr 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Steuerfreie-1000-Euro-Entlastungspraemie/!6173634
 (DIR) [2] /Irankrieg-Oelkonzerne-machen-ueber-37-Mio-EUR-Zusatzgewinn-pro-Tag/!6171138
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Benzinpreise
 (DIR) fossile Energien
 (DIR) Bundesregierung
 (DIR) Entlastungspaket
 (DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
 (DIR) Energiepreise
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Tankrabatt beschlossen, Preise steigen: Union, SPD und AfD machen Mineralöl-Konzernen eine Freude
       
       Bundestag und Bundesrat winken den Tankrabatt durch. Die Konzerne machen
       umgehend das Erwartbare: Sie erhöhen massiv die Preise für Diesel und
       Benzin.
       
 (DIR) Ökonom über hohe Energiepreise: „Die Spritnachfrage klug verringern“
       
       Der Irankrieg treibt die Energiepreise in die Höhe. Der Ökonom Gregor
       Semieniuk hat ein paar mehr Ideen zur Krisenbewältigung als die
       Bundesregierung.
       
 (DIR) Ölkonzerne kassieren ab: 37 Millionen Euro Zusatzgewinn pro Tag
       
       Nach einer Studie von Greenpeace bauen die Ölkonzerne ihre Übergewinne
       während der Waffenruhe im Nahen Osten aus. Der Lobbyverband bestreitet das.