# taz.de -- Deutsche Vita: Der Sound der Neuen Rechten
       
       > Deutsche Vita ist eine Band, die von Rechtsextremisten gefeiert wird.
       > Zwei maskierte Musiker, schwarz-weiße 80er-Jahre-Ästhetik. Wer steckt
       > dahinter?
       
 (IMG) Bild: Strammer Fan von Deutsche Vita: der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner während einer Demo der Identitären Bewegung
       
       Diese Geschichte dreht sich um zwei maskierte Männer, verurteilte
       Rechtsextremisten und kurz um Wilson Gonzalez Ochsenknecht . Es ist die
       Geschichte einer Band, deren Mitglieder nur vermummt auftreten und seit
       einem Jahr das Vorfeld der AfD zum Tanzen bringen. Sie liefern den
       Soundtrack zum Kleben von Anti-Antifa-Stickern und werden aktiv von der
       Identitären Bewegung und ihrem ehemaligen Sprecher Martin Sellner beworben.
       Wer dahintersteckt, wusste niemand. Bis jetzt.
       
       Die Band nennt sich Deutsche Vita und veröffentlichte im März 2025 einen
       ersten Song auf Spotify, gefolgt von einem Musikvideo. Zu sehen sind zwei
       Männer, deren Gesichter hinter weißen Stoffmasken versteckt sind. Der eine
       singt, der andere steht am Keyboard im Homestudio.
       
       Beide tragen schwarze Mützen, der Mann am Mikrofon eine dicke Goldkette,
       Lederjacke und Fußballtrikot. Dazwischen verrauschte, körnige
       Schwarz-Weiß-Aufnahmen wie aus den achtziger Jahren. Die schnell
       geschnittenen Bilder sind mit visuellen Effekten überladen. Es ist schwer
       auseinanderzuhalten, was echt ist und was nicht. Und genau damit spielt die
       Band. Sie positioniert sich zwischen Fakt und Fiktion.
       
       Zu den Fakten zählt, dass innerhalb eines Jahres die Musik von Deutsche
       Vita auf Spotify fast 2,7 Millionen Mal gestreamt wurde. Auch, dass sie
       eine stabile Anhängerschaft hat, die ihre Musik regelmäßig hört, teilt und
       kauft. Der Rest ist Fiktion. Das vermummte Duo hat sich selbst eine
       Geschichte geschrieben.
       
       ## Lieder übers Versetztwerden, Erika Eleniak und Kriege
       
       Anfang der achtziger Jahre, so behaupten sie, hätten sich der deutsche
       Sänger Dieter und der italienische Gitarrist und Keyboarder Vito in
       Westberlin zusammengefunden. Danach seien sie Teil der Avantgarde jener
       Musikbewegung gewesen, die Punk- und New-Wave-Sound auf Deutsch miteinander
       verband: der Neuen Deutschen Welle.
       
       Das ist alles frei erfunden. Deutsche Vita existiert erst seit sechzehn
       Monaten, die Band spielt Lieder übers Versetztwerden, über Erika Eleniak,
       den Star der in den neunziger Jahren berühmten US-Serie „Baywatch“, und
       über Kriege. Dass sie ihre Historie frei erfunden hat, stört ihre Fans
       nicht, im Gegenteil: Sie spielen das Spiel in den Kommentarspalten mit,
       berichten von Konzertbesuchen und ihrer Jugend mit Deutsche Vita.
       
       Erstmal nicht ungewöhnlich. Zwei Musiker ziehen sich Masken über und machen
       Musik. Sie wären nicht die ersten. Doch im Juli 2025 ziehen Hunderte
       Mitglieder und Unterstützer der Identitären Bewegung durch die Wiener
       Innenstadt. Die Demonstration ist ein Klassentreffen europäischer
       Rechtsextremisten. Darunter sind Aktivisten des Compact-Magazins,
       Mitarbeiter der rechtsextremen Freiheitlichen Partei Österreichs, ein
       24-jähriger Niederländer, der ein paar Wochen später wegen des Verdachts
       auf Vorbereitung eines Terroranschlags verhaftet werden wird.
       
       Sie alle tauchen in einem Zusammenschnitt der Demonstration auf, den Martin
       Sellner auf X hochgeladen hatte. Sellner war in Deutschland im Zusammenhang
       mit dem Potsdamer Geheimtreffen der AfD bekannt geworden; er hatte dort
       sein Konzept zur „Remigration“ vorgestellt.
       
       Das Video zeigt Demonstranten, die Rauchtöpfe abfackeln und Fahnen
       schwingen, man hört Sellner reden, hört Parolen, hört Deutsche Vita. Ein
       Lied der Band dient als Hintergrundmusik. Sellner schreibt dazu: „Deutsche
       Vita in Wien.“ Einen Tag später bewirbt er die Band erneut, postet einen
       weiteren Song des Duos. Dieses Mal mit einem Link zu ihrem Youtube-Kanal.
       
       Deutsche Vita ist gut gemacht. Die meisten Lieder klingen harmlos. Ihr
       bisher [1][erfolgreichstes heißt „Krieg“] und wurde auf Spotify fast
       800.000-mal gehört. Es ist der einzige Track, der durchblicken lässt, für
       wen die Maskierten am Mikrofon Musik machen: „Auf geht’s! Alle müssen
       tanzen! Sogar die Fetten und die Transen“, singen sie in der ersten
       Strophe.
       
       In der zweiten müssen die „Schwulen und die Kranken“ tanzen. Kurz nach der
       Veröffentlichung erscheint eine „Light-Version“ des Titels auf dem
       Onlinemusikdienst Bandcamp. „Ohne böse Wörter“, wie sie schreiben.
       „Transen“ und „Schwule“ ersetzten sie durch das Geräusch von
       Maschinengewehrfeuer, durch das Klick-Klack beim Durchladen einer Waffe.
       
       Im vergangenen Sommer wird Deutsche Vita zur Parole unter Rechtsextremisten
       aller Art. Auf Instagram finden sich Dutzende Videos mit Musik des Duos –
       fast alle von AfD-nahen Personen oder Gruppen. Es entsteht ein regelrechter
       Hype um die Band: Anna Leisten, ehemaliges Mitglied des Vorstands der
       rechtsextremen Jungen Alternative Brandenburg, empfiehlt das erste Album
       von Deutsche Vita zum Kauf.
       
       Das ehemalige Mitglied der Jugendorganisation Die Heimat, Simon Kaupert,
       postet ein Foto von sich in einem T-Shirt der Band. Kurz bevor sie
       untertauchte, schrieb die inzwischen festgenommene Rechtsextremistin
       Marla-Svenja Liebich auf X in Richtung der Band: „Kommt einfach am Freitag
       nach Chemnitz 20 Uhr, ich organisier Euch nen GIG. Vor der Frauen-JVA.“
       
       Zum rechten Aufwind äußert sich Deutsche Vita nicht. Sie nehmen ihn in Kauf
       und spielen damit. Mehrmals die Woche posten sie Bilder, Videos, reagieren
       schnell auf Kommentare. Ihre Musik wird fast ausschließlich für
       rechtsextreme Propaganda genutzt.
       
       ## Wer sind Deutsche Vita?
       
       Im Dezember 2025 vergleicht ein Follower der Band das Lied „Erika“ von
       Deutsche Vita mit einem gleichnamigen NS-Marschlied von 1938. Der Band
       gefällt der Kommentar. Als ein anderer User Deutsche Vita daraufhin zur
       Rede stellt, stellt sich die Band dumm: „Was für ein Lied? Wir achten da
       nicht so drauf.“ Es tauchen Fragen zur Gesinnung und Identität von Dieter
       und Vito im Netz auf. Sogar Martin Sellner will, ein paar Wochen bevor er
       zum Deutsche-Vita-Enthusiasten wird, von seinen Followern wissen, wie die
       Band einzuordnen sei.
       
       Deutsche Vita sind nicht nur Dieter und Vito, es gibt noch einen dritten
       Mann – zumindest scheint es so. Der Name des Dritten: Gabriele Stranuzzo.
       Glatze, Dreitagebart, schwarzer Rollkragenpullover unter grauem
       Nadelstreifensakko. Unentwegt kaut er Kaugummi, spricht schnell und gereizt
       in die Kamera, zu sehen in einigen Folgen [2][einer fiktiven Dokumentation
       über die Band.]
       
       Stranuzzo wird als Manager der Band vorgestellt. Er ist der Einzige, der
       nicht vermummt zu sehen ist – aber auch Stranuzzo ist nur eine Rolle,
       gespielt von Felix Landis. Einem 42-jährigen Schweizer mit Wohnsitz in
       Polen.
       
       Und Landis mimt nicht nur diesen schmierigen Manager, sondern er ist auch
       Dieter, der Sänger von Deutsche Vita. In der Schweiz ist Landis kein
       Unbekannter. Seit 2009 tritt er [3][als Frontmann des Genfer
       Electronicaduos Lipka] auf Konzerten und kleineren Festivals auf. Auch im
       schweizerischen öffentlichen Rundfunk. Es sind Lieder über Liebe, Partys
       und Veränderung, die sie spielen. [4][Ihr erfolgreichster Song „Change“]
       wurde auf Spotify fast 27 Millionen Mal angehört.
       
       Nebenher veröffentlicht er solo unter dem Künstlernamen Vie D’Ange Musik.
       2018 gründete er ein gleichnamiges Modelabel. In der von Landis verfassten
       Beschreibung auf der Website des Modeprojekts bezeichnet er es als den
       „Obergroupieführer“ von Lipka. Eine Anspielung auf den SS-Dienstgrad eines
       Obergruppenführers.
       
       Das Label gibt es nicht mehr. Dafür taucht ein Pullover der Marke in
       mindestens einem Video von Deutsche Vita auf. In kyrillischen Buchstaben
       steht „widantsch“ auf ihm geschrieben. Die buchstäbliche Übersetzung von
       „Vie D’Ange“.
       
       Der andere Maskierte, der am Keyboard und an der Gitarre ist, ist Raphael
       Ecoretti, ein Schweizer mit italienischen Wurzeln. Seit mehr als zehn
       Jahren macht er Musik. Nach eigenen Angaben erst als HipHop-Beatmaker im
       Süden der USA, später als Elektro-DJ in der Schweiz. Unter dem
       Künstlernamen SIGMAR ist er noch immer aktiv. Auf seinem Instagram-Account
       ist [5][sein Homestudio zu sehen], dekoriert mit denselben
       [6][Instrumenten, Postern und Möbeln, die auch in Videos von Deutsche Vita]
       auftauchen.
       
       Und schließlich belegt eine Abfrage der Werkdatenbank der Schweizer
       Musikgenossenschaft Suisa: Raphael Ecoretti und Felix Landis sind die
       Urheber von Deutsche Vita.
       
       Felix Landis ist kreativ und umtriebig. Seine Projekte sind durchdacht,
       konsequent. Man erkennt die Liebe zum Detail, den Aufwand, den er betreibt
       – etwa in den Videos, die Landis unter dem Pseudonym grmrke auf Tiktok
       hochgeladen hat. Es sollen satirische Kommentare zum Zeitgeschehen sein.
       
       Darin spielt er Rollen, inszeniert Dialoge und tut das, was er offenbar am
       liebsten tut, er verkleidet sich: als aufgebrachte Palästinaaktivistin, als
       Rapper, als Schwarzer afrikanischer Mann in schwarzer SS-Uniform. Mit
       Totenkopf und Hakenkreuz auf der Schirmmütze. Humor von der Sorte, die über
       allem steht, sich über alles lustig machen darf. Und wer nicht lacht, hat
       ihn nicht verstanden.
       
       Die Videos geben einen Einblick in Landis’ politische Ansichten. In einem
       Video wird er konkret: „Die wahre Methode, um Wahres von Falschem zu
       unterscheiden, ist zu schauen, was aus dem Internet verbannt wird.“ In
       einer Militäruniform sitzt Landis vor der Kamera. Er kneift die Augen
       zusammen, spricht schnell und auf Französisch. In den nächsten zwanzig
       Sekunden führt er aus, dass man mundtot gemacht werde, wenn man die
       „offizielle“ Version des Ablaufs der Covid-19-Pandemie hinterfrage.
       
       Wenn eine Theorie verbannt werde, sei sie „zu 100 Prozent wahr“, da ist er
       sich sicher. In einem anderen Tiktok-Video schlüpft er gleich in acht
       verschiedene Rollen, um zu belegen, dass es Rassismus eigentlich nicht mehr
       gebe – wenn es ihn aber gebe, dann gegen Weiße. Das letzte Video auf dem
       Account lud Landis 18 Tage nach der ersten Deutsche-Vita-Veröffentlichung
       hoch.
       
       ## Alles nur Satire?
       
       Felix Landis macht keinen Hehl aus seiner Meinung. Zwar lädt er seine
       „satirischen“ Videos unter dem Pseudonym grmrke auf Tiktok hoch, doch auf
       der dazugehörigen Facebook-Seite laufen alle Fäden zusammen: Landis’
       private E-Mail-Adresse, die für den Onlineshop von Deutsche Vita
       hinterlegte Telefonnummer und seine Adresse in Polen. Alles ohne
       Versteckspiel.
       
       Aber nicht nur Corona oder Rassismusdebatten spielen für Landis eine Rolle.
       Seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wird eine erregte
       Debatte geführt: über die Aufrüstung der Bundeswehr, über die
       Wiedereinführung der Wehrpflicht. Linke wie Rechte unterstellen der
       Bundesregierung dabei Kriegstreiberei. Oder wie Deutsche Vita sagen würde:
       „Hörst du schon die Panzer? […] Schuld ist nur der Kanzler.“
       
       Deutsche Vita klingen nicht nach Rechtsrock oder sperrigem Patriotenrap.
       Ihre Musik kann auf rechten und linken Veranstaltungen laufen. Sie findet
       im Internet zeitgleich in Videos eines linken Leipziger Bündnisses gegen
       Wehrpflicht statt sowie auf AfD-nahen Accounts, die sich beim Überkleben
       von Linkspartei-Plakaten filmen – und auch Schauspieler Wilson Gonzalez
       Ochsenknecht hört ihre Musik. Im Dezember 2025 kaufte er sich das erste
       Album des Duos auf Schallplatte und postete ein langes Video dazu auf
       Instagram.
       
       Die Band ist anschlussfähig. Tanzbar. Schnell geht die abwertende Sprache
       aus dem Song „Krieg“ unter. Ein rechtsextremer X-User beschrieb Deutsche
       Vita als „Hufeisenband“. Ein Bezug auf die umstrittene „Hufeisentheorie“,
       nach der Links- und Rechtsextremisten mehr miteinander gemein hätten, als
       sie voneinander abgrenzt.
       
       Deutsche Vita spielen damit, politisch uneindeutig zu sein. Sie überlassen
       ihren Fans die Entscheidung darüber, wie ihre Texte zu interpretieren sind.
       Ein Spiel, das sonst kaum besser beherrscht wird als von der Neuen Rechten.
       Von Martin Sellner, der Identitären Bewegung, von der AfD und ihren
       Unterstützern.
       
       Dahinter steckt eine Strategie. Rechtsextremisten haben erkannt, dass sie
       ihre Politik nicht nur in Parlamenten machen müssen. Sondern auch auf der
       Straße, in der Kultur, in den Köpfen der Menschen. Es geht darum, eine
       kulturelle Hegemonie, eine Vorherrschaft aufzubauen, mit der Rechtsextreme
       ihre Weltanschauung in der Gesellschaft normalisieren und verbreiten
       können.
       
       [7][Popmusik ist gut geeignet, viele Menschen schnell zu erreichen.] Dass
       sich dabei die Kontrolle darüber, wer sie feiert, den Machern entzieht, ist
       logisch. Ein weiteres Beispiel dafür ist „L’amour toujours“ von Gigi
       D’Agostino. Das Eurodance-Liebeslied wurde ab 2023 mit neuen Lyrics
       versehen. In Hunderten Fällen grölten Leute dann die Neonaziparole
       „Deutschland den Deutschen – Ausländer raus“ über die Melodie des Lieds.
       Als sich im Mai 2024 Gäste der Sylter Ponybar dabei filmten und die Videos
       viral gingen, wurde das zum Politikum.
       
       Inzwischen reicht es aus, das Lied abzuspielen ohne den dazu gedichteten
       rassistischen Überton. Manchmal auch, nur „Döp dödö döp“ auszuschreiben.
       Der Song wurde zu einer sogenannten Dogwhistle, einem Code, den diejenigen
       sofort erkennen, die ihn erkennen sollen. Im Sommer vor zwei Jahren wurde
       es zum Sommerhit von Rechtsextremen. So wie „Deutsche Vita“ von Landis und
       Ecoretti im letzten.
       
       ## Lautes Schweigen
       
       Richtig erfolgreich ist Deutsche Vita außerhalb von rechten
       Social-Media-Accounts noch nicht. Im Februar dieses Jahres verkündete die
       Frankfurter Managementagentur Prisma, die Band zu betreuen. Prisma ist eine
       Abteilung der Wizard Live GmbH, die Musikern verspricht, aus ihrem Talent
       eine Karriere zu machen. Wizard Live organisiert seit Jahrzehnten Konzerte
       und Tourneen in Deutschland für Bands wie Iron Maiden, Judas Priest oder
       Foreigner und ist bestens vernetzt.
       
       Nach einer Bitte an Prisma um Stellungnahme zu den Ergebnissen dieser
       Recherche wurde die Zusammenarbeit mit Deutsche Vita für beendet erklärt.
       In der Stellungnahme der Agentur heißt es: „Diese Entscheidung wurde intern
       getroffen, nachdem uns Inhalte aus dem Umfeld des Projekts bekannt wurden,
       die wir als rassistisch und menschenverachtend bewerten.“ Auf der Website
       von Prisma heißt es, man stehe für „strategisches Artist Development mit
       klarer Haltung“.
       
       Wie dabei übersehen werden konnte, aus welcher Szene Deutsche-Vita-Fans
       kommen, dass bekannte Rechtsextremisten zu den größten Unterstützern der
       Band gehören, bleibt unklar. Kurz nachdem Prisma das Ende der
       Zusammenarbeit mit Deutsche Vita öffentlich macht, erneuert Martin Sellner
       hingegen seine Unterstützung für die Band. In einem Post auf X schreibt er:
       „Sie sind wieder da. Der Sommer ist gerettet. Folgt rein […]“ Dazu ein Link
       zu dem X-Profil von Deutsche Vita.
       
       Landis und Ecoretti reagieren gar nicht auf eine direkte Anfrage.
       Allerdings sind die Tiktok- und Facebook-Profile von grmrke inzwischen von
       beiden Plattformen verschwunden. Auf einen an die E-Mail-Adresse von
       Deutsche Vita gestellten Fragenkatalog antwortet die Band lediglich mit der
       Ankündigung eines neuen Albums.
       
       ## Die Geister, die Landis und Ecoretti riefen
       
       Eine Woche später veröffentlichen sie doch ein Statement in den sozialen
       Medien. Darin heißt es unter anderem: „Wir sind nicht dafür verantwortlich,
       wer wie unsere Musik hört/nutzt. Das können und wollen wir nicht
       kontrollieren.“ Und weiter: „Wer nach dieser Stellungnahme jedoch noch
       immer Politik in unserer Musik hören will, tut dies auf eigene
       Verantwortung.“ Sie behaupten, weder rechts noch links zu sein, sondern
       „antipolitisch“.
       
       Es ist der Versuch, die Waage zu halten zwischen anschlussfähiger Popmusik
       und der rechtsextremen Fangemeinde, die sich Deutsche Vita aufgebaut hat.
       Und diese Fans quittieren das Statement in den Kommentarspalten mit
       Skepsis. Ein User fragt: „Warum wird mir diese Untertanenscheiße angezeigt
       (?)“ Der Rechtsextremist Benjamin Moses vom Neonazimedienkollektiv
       Balaclavagraphics äußert sich ebenfalls irritiert: „Springt doch nicht über
       jedes Stöckchen, das hingehalten wird. Das Statement ist langweilig und
       wird euch keinen Blumentopf bescheren!“
       
       Es sind die Geister, die „Dieter“, „Vito“, „Gabriele Stranuzzo“ alias Felix
       Landis und Raphael Ecoretti riefen. Ihr Statement soll eine Distanzierung
       sein. Aber wovon eigentlich? Davon, dass die rassistischen und
       verschwörungsideologischen Videos von Felix Landis zu Deutsche Vita gehören
       wie die Schwarz-Weiß-Ästhetik? Davon, dass sie bewusst damit gespielt
       haben, Rechten zu gefallen?
       
       Fest steht, dass der anfängliche Erfolg von Deutsche Vita auf das Konto der
       rechten Szene geht, die ihre Musik fleißig gehört, geteilt und gekauft hat.
       Das wissen Deutsche Vita auch. Auf Instagram und Tiktok ist und war es für
       die Band jederzeit ersichtlich, wer ihre Musik unter seine Videos legt.
       Dass die rechtskonservative Wochenzeitung Junge Freiheit in einem der
       wenigen Artikel über Deutsche Vita der Band einen rechten „Stallgeruch“
       attestierte, dürfte dem Duo ebenfalls nicht entgangen sein.
       
       Mit ihrer halbherzigen Distanzierung haben sie diejenigen, die ihre Musik
       von Anfang an gefeiert haben, verprellt. Auf dem X-Account des vom
       Rechtsextremisten Götz Kubitschek geführten Verlags Antaios macht man sich
       darüber lustig. Maximilian Märkl, Chef der Identitären Bewegung Deutschland
       und Mitglied der AfD, bastelt Memes dazu. Inzwischen sind Deutsche Vita zu
       einem Witz verkommen.
       
       11 May 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=9SU-H69NeQc
 (DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=L586OJSGpJs
 (DIR) [3] https://clanxografie.clanx.ch/?date=2024
 (DIR) [4] https://www.youtube.com/watch?v=FgFfwsO3Ei0
 (DIR) [5] https://www.instagram.com/p/CWTjWP9M0s_/
 (DIR) [6] https://www.youtube.com/watch?v=ifHm7ZFPIDU
 (DIR) [7] /Hinterlandgang-ueber-rechte-Musik/!6154505
       
       ## AUTOREN
       
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