# taz.de -- Aufstand der Aktionäre bei Ölkonzern: Klatsche für BP-Management
> Aktionäre des Ölkonzerns haben Anträge abgelehnt, die Klimaberichte
> abschaffen sollten. BP-Aufsichtsratchef Manifold wurde mit einem
> schlechten Wahlergebnis abgestraft.
(IMG) Bild: Klimabezogene Offenlegungspflichten des Konzerns sollen erhalten bleiben. Überschwemmte BP-Tankstelle in Australien
afp/taz | Der britische Energiekonzern BP hat von seinen Aktionär*innen
für seinen Anti-Klima-Kurs eine Klatsche erhalten. Die Teilhaber*innen
lehnten zwei Anträge des Managements bei der Hauptversammlung am Donnerstag
in der Nähe von London ab – auch, um ihrem Unmut über den [1][Umgang mit
klimaaktivistischen Investoren] Ausdruck zu verleihen. Außerdem wurde
BP-Aufsichtsratschef Albert Manifold nur mit einem verhältnismäßig
schlechtem Ergebnis im Amt bestätigt. Er erhielt nur 81,8 Prozent der
Stimmen, 100 Prozent sind jedoch üblich.
Von einem „extrem peinlichen“ Ergebnis sprach Mark van Baal, Gründer des
aktivistischen Investors [2][Follow This]. Die Vereinigung aus den
Niederlanden versucht, sich bei Konzernen wie BP zu beteiligen, um die
Unternehmen dann von innen zur Transformation zu bewegen. Ein von Follow
This und 16 weiteren institutionellen Anlegern eingereichter Antrag zur
Hauptversammlung hatte das Unternehmen verpflichten sollen, eine
langfristige Strategie für eine [3][sinkende Öl- und Gasnachfrage] zu
entwerfen. Dieser Antrag wurde jedoch vom Management nicht zur Diskussion
bei der Hauptversammlungen zugelassen, weil er angeblich „nicht gültig“
sei.
Das sorgte bei Aktionärsvertreter*innen für Unmut, weil sie den
Antrag als rechtlich zulässig ansahen. Wichtige Stimmrechtsberater wie
Glass Lewis und Großaktionäre wie Legal & General Investment Management
oder die US-Pensionsfonds Calpers und Calstrs hatten bereits angekündigt,
die Wahl Manifolds nicht zu bestätigen.
Die Abstimmungsergebnisse sind ein herber Rückschlag für das Management des
Konzerns – BP hat seine Strategie im vergangenen Jahr wieder auf das Öl-
und Gasgeschäft ausgerichtet und will die Investitionen in erneuerbare
Energien senken. Die neue Konzernchefin Meg O’Neill, die diesen Kurs
durchziehen soll, trat ihren Posten erst Anfang April an.
## Klima-Berichtspflichten sollten abgeschafft werden
Bei den abgelehnten Anträgen ging es darum, klimabezogene
Offenlegungspflichten des Konzerns abzuschaffen. Die Unternehmensleitung
argumentierte, die unternehmensspezifischen Klimavorgaben seien durch
entsprechende gesetzliche Änderungen „weitgehend ersetzt“ worden. Außerdem
lehnten die Aktionär*innen den Plan des Managements ab, künftig nur
noch Online-Hauptversammlungen abzuhalten.
Erst vor rund einer Woche hatte BP massive Gewinneinbrüche für das
vergangene Jahr gemeldet. Demnach gingen die Gewinne 2025 um 86 Prozent
zurück. Allerdings liefen die Geschäfte beim Ölhandel im ersten Quartal
angesichts des Irankrieges und der dadurch bedingten Marktschwankungen laut
dem Unternehmen „außergewöhnlich“.
Follow This erklärte indes, sich auf die Hauptversammlung des
BP-Konkurrenten Shell Mitte Mai zu „freuen“. Shell hatte einen
[4][ähnlichen Antrag der aktivistischen Investoren zugelassen], empfahl
jedoch den Aktionär*innen, dagegen zu stimmen.
24 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Abgesagte-Klimastrategie/!6172695
(DIR) [2] https://follow-this.org/your-vote-at-the-bp-agm-will-send-a-strong-governance-signal/
(DIR) [3] https://briefing.table.media/r/olkX3LE1238383ms16704.html
(DIR) [4] https://de.marketscreener.com/boerse-nachrichten/shell-laesst-im-gegensatz-zu-bp-abstimmung-ueber-klimaresolution-von-follow-this-zu-ce7e50dfd98df323
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