# taz.de -- Israel tötet Journalistin in Libanon: Die tödlichen Angriffe auf die Presse haben Kalkül
> Der Tod der Journalistin Amal Khalil war ein gezielter Mord durch Israels
> Militär. Es braucht internationale Konsequenzen – nicht nur in ihrem
> Fall.
(IMG) Bild: Journalistin Amal Khalil bei der Arbeit im Südlibanon
Israel hat schon wieder [1][eine Journalistin in Südlibanon gezielt
angegriffen] und Hilfe durch Beschuss der Helfer verhindert – trotz
[2][vereinbarter Waffenruhe]. Die Tötung von Amal Khalil ist keine
Einzeltat. Es ist die gewollte Fortsetzung eines jahrzehntelangen Musters
der israelischen Armee, Medienschaffende sowohl in Palästina als auch in
Libanon gezielt einzuschüchtern, anzugreifen und zu töten. Wie lange sollen
wir noch über die Morde an unseren Kolleg*innen schreiben?
Israels Militär griff Ersthelfer, die nach Khalil suchen wollten, gezielt
an. Das Rettungsteam vom Roten Kreuz musste auf eine israelische
Genehmigung warten, um zurückzukehren. In dieser Zeit starb Amal Khalil.
Auch die libanesische Armee brauchte eine Genehmigung, um einen Bulldozer
zu schicken, um die Journalistin unter Trümmern zu bergen. Die Genehmigung
sollte ein sogenannter „Überwachungs-Mechanismus“ der Waffenruhe ausstellen
– ein Kommunikationskanal über die UN, dem Vertreter der USA und Israels
angehören. In welchem Land müssen Rettungshelfer auf die Genehmigung eines
anderen Landes warten, um Hilfe im eigenen Gebiet zu leisten?
Wenn nicht einmal die UN-Friedensmission unsere Kolleg*innen schützen
kann – wer dann? Aufklärung und Strafverfahren wären das Mindeste. Nicht
nur im Fall Khalil. Israels Militär hat seit 2023 insgesamt 14
Medienschaffende in Libanon getötet. Sowohl 2025 als auch 2024 war die
israelische Armee für zwei Drittel aller Tötungen von Journalist*innen
weltweit [3][verantwortlich].
[4][Das Töten von Journalist*innen] hat Kalkül. Israels Militär räumt
so die Zeugen der Verbrechen, die es begeht, aus dem Weg, um sie zum
Schweigen zu bringen – und Kolleg*innen einzuschüchtern. Diejenigen, die
Kriegsverbrechen dokumentieren, werden selbst zu Opfern dieser Verbrechen.
Nur sehr wenige Fälle wurden untersucht, in keinem Fall wurde jemand zur
Rechenschaft gezogen. Die Straflosigkeit für wiederholte israelische
Kriegsverbrechen gegen Journalist*innen muss endlich aufhören. Sonst
wird es wieder passieren, dass wir Kolleg*innen zu Grabe tragen.
23 Apr 2026
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(DIR) [2] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://taz.de/Waffenstillstand-im-Libanon/!6172171/&ved=2ahUKEwjgoI2Qh4SUAxWxR_EDHRZMMDQQFnoECBwQAQ&usg=AOvVaw02xAblmhGYIixk_7MOBYKW
(DIR) [3] https://cpj.org/special-reports/record-129-press-members-killed-in-2025-israel-responsible-for-2-of-3-of-deaths/
(DIR) [4] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://taz.de/Israels-Armee-toetet-Journalisten/!6074798/&ved=2ahUKEwjFmOOah4SUAxWzRvEDHYQzJfEQFnoECDYQAQ&usg=AOvVaw2GCB7tupjguHVx-VmyFqnk
## AUTOREN
(DIR) Julia Neumann
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