# taz.de -- Waffenstillstand im Libanon: „Gelbe Linie“ heißt Todeszone
       
       > Israel verstößt gegen den Waffenstillstand. Eine militärisch besetzte
       > Todeszone im Südlibanon steht einer nachhaltigen friedlichen Lösung im
       > Weg.
       
 (IMG) Bild: Ein Krankenwagen der Gesundheitseinheit der Hisbollah liegt inmitten der Trümmer in der Gemeinde Jibchit im Südlibanon
       
       Israel hat eine „gelbe Linie“ im Südlibanon ausgerufen. Die imaginäre Linie
       im Südlibanon trennt Grenzdörfer vom Rest des Landes ab. In dieser Zone ist
       israelisches Militär weiterhin stationiert. Das heißt de facto: 55 besetzte
       Grenzdörfer.
       
       Die „gelbe Zone“ ist ein Bruch der [1][zehntägigen Waffenruhe], weil sich
       Israel dort das Recht vorbehält, selbst definierte „Bedrohungen“ zu
       beschießen und weiterhin militärisch am Boden aktiv ist. Innerhalb weniger
       Stunden nach der Waffenruhe sprengte das israelische Militär dort Häuser,
       schoss aus Panzern und führte Räumungsaktionen durch. Die [2][systematische
       Zerstörung] geht weiter. Medien berichten von israelischem Artilleriefeuer
       und Maschinengewehrangriffen in Ortschaften innerhalb und nahe an der
       Frontlinie, die Israel gezogen hat.
       
       Der Ausdruck der „gelben Linie“ wurde von Israels Regierung und Militär
       auch im Gazastreifen verwendet. In Gaza bedeutet das eine militärische
       Besatzung, in der israelische Soldaten routinemäßig auf jeden schießen, der
       sich der „Linie“ auch nur nähert. Die gelbe Zone in Gaza ist eine
       Todeszone. Jetzt wird dasselbe Konzept im Südlibanon angewendet.
       
       Eine solche militärisch besetzte Todeszone im Südlibanon steht jeder
       nachhaltigen friedlichen Lösung im Weg. Zivilist*innen dürfen laut
       Israels Militär nicht in diese Dörfer zurückkehren. Israel bedroht ihr
       Leben, falls sie zurückkehren. Die meisten Grenzdörfer liegen vollständig
       in Schutt, eine schnelle Rückkehr ist nicht möglich.
       
       Alles deutet darauf hin, dass die ausgerufene gelbe Zone nicht temporär
       sein wird. Israels Regierung hatte zuvor angekündigt, eine „Pufferzone“ im
       Libanon zu schaffen, in der israelisches Militär auch nach einem
       ausgerufenen Waffenstillstand aktiv ist. „Gelbe Linie“ und „Pufferzone“
       sind [3][Euphemismen für Vertreibung] und militärische Besatzung. Mit
       israelischer Besatzung kann es keinen Waffenstillstand geben, geschweige
       denn ein nachhaltiges Friedensabkommen.
       
       19 Apr 2026
       
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