# taz.de -- Die Unfairsten der Fußball-Bundesliga: Rothosen sehen Rot
> Der Hamburger SV ist in der Fairnesstabelle kaum noch vom letzten Platz
> zu verdrängen. Im Nordderby erarbeitet sich das Team einen großen
> Vorsprung.
(IMG) Bild: Der HSV, hier Philip Otele, sieht schon wieder rot
Die Bilanz am Samstag war selbst für den Hamburger SV niederschmetternd.
Drei Rote Karten standen am Ende des Nordderbys bei Werder Bremen auf dem
Statistikbogen. Immerhin konnte [1][dank des VAR] die Rote Karte gegen
[2][Bakery Jatta] zurückgenommen werden. Er beging „nur ein
rücksichtsloses“ und kein grobes Foul, wie Schiedsrichter Florian Exner
aufklärte. Da hatte der HSV noch einmal Glück gehabt. Davor hatte schon
Einwechselspieler Philip Otele die Rote Karte gesehen.
„Wenn du als Aufsteiger in der Liga bestehen willst, dann hilft es mehr,
wenn du mit elf gegen elf antrittst oder vielleicht sogar einer mehr bist,
als wenn du einer weniger bist“, analysierte HSV-Trainer Merlin Polzin mit
einer bemerkenswerten Sachlichkeit. Und sein Spieler Nicolai Remberg
behauptete: „Mit so vielen Roten Karten kannst du in der Bundesliga kein
Spiel gewinnen.“
Nun, als in der Nachspielzeit Assistenztrainer Loic Favé und
Physiotherapeut Tim Roussis Rot sahen, war die Partie längst mit 3:1 für
Werder Bremen entschieden und spielentscheidend eingreifen hätten die
beiden ohnehin nicht können.
## Es braucht nicht jeden im Abstiegskampf
In der Fairnesstabelle hat der HSV seinen letzten Platz vermutlich
vorentscheidend gefestigt, wobei die Sanktionen gegen Angehörige des
Funktionsteams nicht einmal in diese Wertung miteinfließen. Nur der 1. FSV
Mainz 05 könnte dem Hamburger SV noch gefährlich nahekommen. Das Team von
Urs Fischer hat mit Dominik Kohr zwar den Rekordsünder der
Bundesligageschichte (neun Rote Karten) in den eigenen Reihen, allein
dürfte dieser aber wenig ausrichten können. Jeder Platzverweis zieht
schließlich eine Sperre nach sich. Hinzu kommt, dass der HSV im Endspurt um
den Klassenerhalt in den Zweikämpfen nicht zurückstecken darf.
Allerdings geht Abstiegskampf auch anders. [3][Der 1. FC Heidenheim]
beweist als Zweiter der Fairnesstabelle, wie friedlich man sich im
Wettstreit um den Klassenerhalt verhalten kann.
Der HSV, gern auch die Rothosen genannt, kam in dieser Saison auf mehr
Platzverweise (insgesamt acht) als Siege. Dennoch sind die Chancen, in der
ersten Liga zu bleiben, gut. Im Abstiegskampf braucht es eben doch nicht
jeden Einzelnen, wie oft leichtfertig behauptet wird.
19 Apr 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Johannes Kopp
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