# taz.de -- Elfmeterzeit in der Bundesliga: Zwei Männer, drei Elfer
       
       > Der einsame Bayern-Verfolger Borussia Dortmund steigert sich in der
       > zweiten Halbzeit und gewinnt auch dank Schiedsrichterentscheidungen gegen
       > den HSV.
       
 (IMG) Bild: Schönes Trikot, schlechter Schuss: Felix Nmecha beim ersten Elfmeter
       
       Momentchen, Elfmeter, um einem Spiel die entscheidende Wendung zu geben,
       ist das nicht eigentlich [1][Sache des FC Bayern]? Blick in die Statistik:
       Da stehen nach diesem Spieltag tatsächlich 11 Elfmeter für den FCB zu
       Buche, Spitzenwert. [2][Der arme 1. FC Köln] hat hingegen erst einen
       einzigen Elfmeter zugesprochen bekommen und gibt dem Begriff „Kölner
       Keller“ noch eine ganz andere Bedeutung. Der HSV, großer Leidtragender am
       Samstagabend, steht immerhin bei 5 im oberen Mittelfeld.
       
       [3][Platz 2 in dieser Statistik] ziert seit Samstagabend Borussia Dortmund,
       weil sie beim Heimspiel gegen den HSV nicht weniger als drei Elfer bekommen
       haben. Sie stehen jetzt bei neun. Das Spiel gegen den HSV ging übrigens
       nach 0:2-Rückstand noch 3:2 für die Gastgeber aus. Das 3:2 fiel, man kann
       es sich denken, durch einen Elfmeter.
       
       Wer aber an den tödlichen Maitag 2023 denkt, der weiß, dass der BVB nicht
       immer treffsicher ist beim Strafstoß, das war auch diesmal so.
       Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck gab recht großzügig den ersten Elfer
       noch vor der Pause, Felix Nmecha wollte das Geschenk nicht annehmen. Mit
       0:2 ging es in die Kabinen.
       
       Nach der Pause betrat Karim Bensebaini das Spielfeld und durfte seinem
       Mannschaftskollegen gleich zweimal zeigen, wie man den Vogel abschießt: zum
       1:2-Anschluss und nachher zur Entscheidung. Serge Guirassy erzielte „aus
       dem Spiel heraus“ den Dortmunder Ausgleich. Immerhin.
       
       ## Nur wahr ohne VAR
       
       Vielleicht sollte die leidige Debatte um den VAR – insgesamt konnte man die
       Elfmeter schon zu 75 Prozent geben – mal eine ganz andere Drehung nehmen:
       Vielleicht sollte man einen Elfmeterdeckel einführen – nur noch ein Elfer
       pro Team möglich. Oder überlegen, dass Handspiele im Strafraum mit
       indirektem Freistoß belegt werden. Und Fouls gleich erkennbar sein sollten
       – vom Schiri, ganz ohne VAR-Korrektur. Zurück zum wahren Fußball.
       
       Der BVB darf so noch weiter von einem Stolperwunder des FCB träumen; der
       HSV, dem alle Welt „Ligatauglichkeit“ attestiert, sieht sich indes noch
       einem harten Restprogramm gegenüber. Hoffentlich denkt am Ende der Saison
       niemand mehr an diesen Samstagabend zurück.
       
       22 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) René Hamann
       
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