# taz.de -- Volksbegehren „Berlin autofrei“: Bündnis will Zahn zulegen
> Nur noch gut drei Wochen Zeit: Schafft das Bündnis „Berlin autofrei“ die
> nötigen 174.000 Unterschriften für einen Volksentscheid? Was jetzt
> geplant ist.
(IMG) Bild: Freiwillige des Volksentscheids „Berlin aufofrei“ sammeln Unterschriften
dpa | Die Initiatoren des im Januar gestarteten Volksbegehrens „Berlin
autofrei“ wollen bei ihrer Sammlung von Unterstützerunterschriften einen
Zahn zulegen. „Uns ist bewusst, dass wir hier anziehen müssen“, sagte
Sprecherin Nina Noblé mit Blick auf die in gut drei Wochen auslaufende
Frist. „Wir bleiben aber optimistisch, unser Ziel zu erreichen.“
Erfahrungsgemäß komme bei Volksbegehren zum Ende der Sammelphase mehr
Schwung in die Sache und mehr Sammlerinnen und Sammler engagierten sich.
Auch das Wetter sei nach dem strengen Winter nun besser. Darauf setze man
jetzt. Weitere Helfer seien willkommen: „Wir freuen uns auf jede helfende
Hand.“
Das aus rund 600 Aktiven bestehende Bündnis zielt mit dem laufenden
Volksbegehren auf ein weitgehendes Autoverbot in der Innenstadt ab. Um
einen Volksentscheid über einen entsprechenden Gesetzentwurf anzustoßen,
muss die Gruppe bis 8. Mai Unterschriften von mindestens 7 Prozent der
Berliner Wahlberechtigten sammeln. Das sind derzeit rund 174.000 Menschen.
In der Vorwoche hatte das Landeswahlamt mitgeteilt, dass das Bündnis dort
bis zum 2. April – also innerhalb von rund drei Monaten – erst 46.200
Unterschriften abgegeben hat. Hinzu kämen Unterschriften, die direkt bei
den Bezirken eingereicht wurden. 29.615 Unterschriften haben die Berliner
Bezirkswahlämter demnach bereits überprüft: 25.090 (84,7 Prozent) davon
sind gültig. Jetzt bleiben noch gut drei Wochen Zeit.
## „Sammelcamp“ und Offensive an den Hochschulen
An diesem Samstag veranstaltet das Bündnis gemeinsam mit den Initiatoren
des ebenfalls laufenden Volksbegehrens „Berlin werbefrei“ ein
„Demokratiefest“ [1][auf dem Tempelhofer Feld] (14 Uhr), um auf sein
Anliegen aufmerksam zu machen. An diesem Wochenende und dem darauf reisen
nach Angaben Noblés auch Aktivisten aus anderen Städten nach Berlin, um
beim Sammeln von Unterschriften zu helfen. Für sie werden [2][Camps zum
Übernachten und mit gemeinsamem Abendprogramm] organisiert.
„Es gibt täglich in allen Stadtteilen Sammelaktionen“, sagte die Sprecherin
weiter. „Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die nötige Zahl von
Unterschriften zusammenbekommen werden.“
Nach den Plänen der Initiative sollen nach einer Übergangszeit von vier
Jahren fast alle Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings mit Ausnahme der
Bundesstraßen zu „autoreduzierten Straßen“ erklärt werden. Private
Autofahrten sollen pro Person nur an zwölf Tagen im Jahr möglich sein.
Ausnahmen sollen unter anderem für Menschen mit Behinderung, Polizei,
Rettungsdienste, Müllabfuhr, Wirtschafts- und Lieferverkehr gelten.
Seit Januar läuft mit „Berlin werbefrei“ noch ein zweites Volksbegehren mit
dem Ziel, vor allem digitale Außenwerbung in der Stadt stärker zu
reglementieren. Die Initiatoren hatten zuletzt aber noch deutlich weniger
Unterschriften zusammen als „Berlin autofrei“.
15 Apr 2026
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