# taz.de -- Bundesregierung räumt Defizite ein: Deutschland schützt Exil-Oppositionelle nicht ausreichend
> Die Bundesregierung sieht Schwachstellen beim Schutz von
> Regimekritiker*innen. Zentrale Beratungs- und Meldestellen für
> Exil-Oppositionelle fehlen
(IMG) Bild: In Deutschland, in Sicherheit? Schutz für Exil-Oppositionelle, wie hier Wladimir Kara-Mursa (l-r), Julia Nawalnaja und Ilja Jaschin, ist in Deutschland kaum vorhanden
afp | Die Bundesregierung hat Defizite beim Schutz von Oppositionellen und
Regimekritikern in Deutschland eingeräumt. Dies geht aus einer Antwort des
Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion
hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag. Im Fokus der
Anfrage steht sogenannte transnationale Repression – also Maßnahmen
autoritärer Regierungen gegen Kritikerinnen und Kritiker im Ausland.
Besonders betroffen sind davon Exil-Oppositionelle sowie Journalistinnen
und Journalisten.
Die Bundesregierung nennt in ihrer Antwort mehrere Schwachstellen beim
Schutz von Betroffenen. So gibt es für diese zwar Unterstützungsangebote,
aber „keine zentrale Beratungsstelle“ und auch „keine zentrale
Meldestelle“. Zudem sei eine automatisierte Auswertung entsprechender
Straftaten „aktuell noch nicht möglich“.
Bezüglich des tatsächlichen Ausmaßes von transnationaler Repression in
Deutschland bestehe „ein nicht unerhebliches Dunkelfeld“, heißt es in der
Antwort weiter, [1][über die zuerst das Handelsblatt berichtet hatte].
Erschwert werde die Aufklärung durch verdeckte Methoden wie digitale
Einflussnahme oder den Einsatz von Mittelsmännern, sogenannten Proxys.
## AfD-Mitarbeiter spionierte für China Oppositionelle aus
Eine Zuordnung zu staatlichen Auftraggebern sei daher oft „erheblich
erschwert beziehungsweise nicht möglich“. Hinweise würden zwar registriert,
müssten aber von verschiedenen Behörden bewertet werden.
Die Bundesregierung gesteht aber ein, dass zum Beispiel die Bedrohung durch
chinesische Nachrichtendienste „in den letzten Jahren an Bedeutung
gewonnen“ habe. Als Beispiel nennt sie dafür [2][den Fall Jian G].
Der Ex-Mitarbeiter des AfD-Politikers Maximilian Krah wurde im vergangenen
Jahr zu vier Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als
erwiesen an, dass Jian G. für einen chinesischen Geheimdienst gearbeitet
und [3][unter anderem chinesische Oppositionelle ausgespäht] hatte.
„Die Gefahr durch ausländische Einflussnahme, Bedrohung, Einschüchterung
durch autoritäre Staaten bis hin zu Mord ist real und nimmt zu“, erklärte
der Grünen-Innenpolitiker Marcel Emmerich. „Die Bundesregierung behauptet,
es erkannt zu haben, handelt aber nicht danach.“
Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz sieht den Fall Jian G.
exemplarisch dafür, „wie sehr mehrere autoritäre Staaten, allen voran
Russland und China, versuchen, Einfluss auf unsere Demokratie und
Schutzsuchende zu nehmen“. Die bisherigen Bemühungen der Bundesregierung
gegen derartige Einflussnahmen reichten „bei Weitem nicht aus“. Sie seien
noch immer viel zu unkoordiniert, kritisierte der Grünen-Politiker.
14 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spionage-berlin-raeumt-defizite-beim-schutz-von-regimekritikern-ein/100215939.html
(DIR) [2] /Urteil-gegen-Ex-Bueromitarbeiter-von-Krah/!6112895
(DIR) [3] /Mitarbeiter-von-Maximilian-Krah/!6085253
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