# taz.de -- Russische Spione: Polizei fasst mutmaßliche Helfershelfer Putins
> Festnahmen in Berlin und Brandenburg: Eine Frau soll für Russland
> spioniert, zwei Männer sollen die prorussischen „Volksrepubliken“
> unterstützt haben.
(IMG) Bild: Eine Deutsch-Ukrainerin soll in Berlin für Moskau spioniert haben
Wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit für Russland ist am
Mittwoch eine Frau mit deutscher und ukrainischer Staatsangehörigkeit
festgenommen worden. Seit spätestens November 2023 soll sie
nachrichtendienstliche Kontakte in die Russische Botschaft in Berlin
unterhalten haben. In Brandenburg wurden ein russischer und ein deutscher
Staatsbürger wegen der Unterstützung der sogenannten Volksrepubliken Donezk
und Lugansk verhaftet.
Die in Berlin festgenommene Ilona W. soll laut Bundesanwaltschaft
spätestens seit November 2023 nachrichtendienstliche Kontakte in die
Russische Botschaft unterhalten haben. Ihr Kontaktmann sei für einen
russischen Geheimdienst tätig. Ihm habe die Beschuldigte Informationen
beschafft, darunter Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger
politischer Veranstaltungen. Auch habe sie Erkundigungen über Standorte der
Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die
Ukraine eingeholt. Zudem habe sie bisweilen ihrem Kontaktmann aus der
Russischen Botschaft dabei geholfen, unter Aliaspersonalien selbst
politische Veranstaltungen in Berlin aufzusuchen, um dort für den
Geheimdienst relevante Kontakte aufzubauen.
Das Verfahren gegen Ilona W. geht nach Angaben der Bundesanwaltschaft auf
Erkenntnismitteilungen des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des
Bundesamtes für den Militärischen Abschirmdienst zurück. Neben den
Räumlichkeiten der Festgenommenen wurden auch noch Räumlichkeiten von zwei
weiteren Beschuldigten im brandenburgischen Landkreis Havelland, im
rheinland-pfälzischen Ahrweiler und in München durchsucht. Die
Beschuldigten befinden sich allerdings bislang weiter auf freiem Fuß. Ilona
W. soll hingegen dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt
werden, der ihr den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der
Untersuchungshaft entscheiden wird.
## Zwei weitere Festnahmen in Brandenburg
Ebenfalls am Mittwoch hat die Bundesanwaltschaft in den Landkreisen
Dahme-Spreewald und Märkisch-Oderland zwei mutmaßliche Unterstützer der
prorussischen „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ festnehmen lassen, die
in Deutschland als ausländische terroristische Vereinigungen eingestuft
sind. Der russische Staatsangehörige Suren A. und der Deutsche Falko H.
sollen seit 2016 herausgehobene Stellungen in einem Verein eingenommen
haben, der den Transport von Versorgungsgütern und Medizinprodukten, aber
auch von Drohnen in den Donbass organisierte.
So habe Suren A. Vereinsgelder von über 14.000 Euro in die von Russland
gesteuerten „Volksrepubliken“ geleitet. Daneben habe er Gütertransporte für
die dortigen Milizen organisiert. Falko H. sei mehrfach zu Gesprächen mit
Vertretern der „Volksrepubliken Donezk und Lugansk“ im Donbass gereist und
habe Lieferaufträge entgegengenommen. Zudem hätte er regelmäßig an der
Verteilung von Gütern vor Ort mitgewirkt.
Hintergrund sind die Aktivitäten des Vereins „Friedensbrücke –
Kriegsopferhilfe“, der schon länger im Visier der Ermittlungsbehörden ist.
Laut seiner Internetseite organisiert er offiziell Hilfsgütertransporte für
Kriegsopfer. Bereits am 27. Mai 2025 waren im Auftrag der
Bundesanwaltschaft die [1][Wohnung der Vereinsvorsitzenden Liane K.] im
brandenburgischen Wandlitz sowie weitere Objekte in Berlin und Brandenburg
durchsucht worden. Ein Haftbefehl konnte damals nicht vollstreckt werden.
Liane K. soll bereits seit einiger Zeit in Russland leben.
21 Jan 2026
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(DIR) [1] https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/friedensbruecke-russland-informantin-100.html
## AUTOREN
(DIR) Pascal Beucker
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