# taz.de -- Blockade der Straße von Hormus: Die USA können das auch
> Die USA kündigen an, ab Montagnachmittag iranische Häfen an der Straße
> von Hormus zu blockieren. Was könnte das militärisch bedeuten?
(IMG) Bild: Ein Hubschrauber der US-Marine im Kriegseinsatz im Rahmen der sogenannten Operation Epic Fury Anfang April im Nahen Osten
US-Kommunikation scheint derzeit so zu funktionieren: Erst postet Präsident
Donald Trump – teils mit undiplomatischer bis vulgärer Wortwahl – auf
seinem Netzwerk Truth Social, wie der nächste Schritt im Krieg gegen Iran
aussehen könnte. Das sind gerne vollmundige Ankündigungen, das jüngste
Beispiel: Die US Marine werde alle Schiffe blockieren, „die versuchen die
Straße von Hormus zu verlassen oder in sie einzufahren“. Später folgt dann
meist eine Klarstellung, etwa seitens des US-Militärs oder durch Trumps
Pressesprecherin Karoline Leavitt.
[1][Im Fall der Blockade von Hormus] erklärte das [2][zuständige
US-Militärkommando CENTCOM]: Man werde am Montag mit der Blockade von
Schiffen beginnen, die iranische Häfen anlaufen oder aus ihnen auslaufen.
Es geht also nicht um alle Schiffe, sondern speziell um iranische Im- und
Exporte durch die Meeresstraße von Hormus. Diese waren nämlich von der
eigenen Blockade logischerweise nicht betroffen: [3][Iran exportierte
genauso viel Öl] – [4][vor allem von der Insel Kharg aus] – wie vor dem
Beginn des Krieges. Und nahm damit nach Angabe der Nachrichtenagentur
Reuters sogar deutlich mehr ein.
Wie aber könnte die von CENTCOM angekündigte Blockade der Schiffe aus
iranischen Häfen ansehen? Sal Mercogliano, Marine-Verkehrsexperte und
Professor an der US-amerikanischen Campbell University, sagt: Das
US-Militär habe sicherlich die Straße von Hormus überwacht und wisse,
welche Schiffe dort hindurchgefahren seien, und ob sie an iranischen Häfen
geladen hätten.
Dass die Häfen an sich blockiert werden könnten, hält Mercogliano für
weniger realistisch. Denn dafür müsste die US-Marine eine große Operation
im Persischen Golf beginnen. Die US-Marine wird stattdessen wahrscheinlich
im Golf von Oman – in den die Straße von Hormus mündet – warten und Schiffe
„schnappen, wenn sie hereinkommen“, sagt Mercogliano. Dabei könnten auch
die sogenannten Amphibious Ready Groups (ARG) ins Spiel kommen, die die USA
jüngst Richtung Iran verlegt hatten. Diese bestehen aus Kriegsschiffen und
Landetruppen, meist US-Marines. Diese ARG könnten etwa andere Schiffe
einnehmen.
Die Taktik der USA könnte nun also sein, der Islamischen Republik Iran mit
ihrer eigenen Methodik zu begegnen: Die einen lassen keine mit dem Westen
verbundenen Schiffe passieren. Die anderen keine mit Iran verbundenen.
## USA haben iranische Öl-Exporte zunächst befördert
Dass Iran weiter Öl exportiert, hatten die USA in diesem Krieg erst
zugelassen, sogar gefördert. So hatte das US-Finanzministerium am 20. März
2026 [5][eine sogenannte General License ausgestellt,] die die Lieferung
und den Verkauf von iranischem Rohöl temporär erlaubt hat. Diese General
License – vereinfacht gesagt eine zeitlich begrenzte Aufhebung von
Sanktionen – soll am 19. April wieder erlöschen. [6][Eine solche General
License stellten die USA im März auch für Russland aus.]
Das Ziel dieser Lizenzen: Öl auf den angespannten globalen Markt bringen,
damit dem akuten Energiemangel in Asien begegnet werden kann und die Preise
zumindest ein Stück weit stabilisiert werden. Funktioniert hat das nur
eingeschränkt. Und klar ist: Wenn nun kein iranisches Öl mehr verschifft
wird, steigen mit großer Sicherheit die Weltmarktpreise für Rohöl weiter
an.
13 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Strasse-von-Hormus/!6169745
(DIR) [2] https://x.com/CENTCOM/status/2043432050921718194
(DIR) [3] /Kriegsgewinner-Iran/!6167331
(DIR) [4] /Krieg/!6162670
(DIR) [5] https://ofac.treasury.gov/media/935376/download?inline
(DIR) [6] /Wie-der-Irankrieg-den-russischen-Haushalt-rettet/!6165621
## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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