# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Macron telefoniert mit Trump und Peseschkian
> USA und Iran müssten erneut verhandeln, fordert Frankreichs Präsident.
> Pakistan schlägt ein zweites Treffen vor. Tanker „Rich Starry“ passiert
> Hormus.
(IMG) Bild: US-Präsident Trump fordert eine 20-jährige Pause der iranischen Urananreicherung, hier beim Blick aus dem Fenster des Weißen Hauses
## Südkorea kündigt humanitäre Hilfen für Iran an
Die südkoreanische Regierung hat humanitäre Hilfen für die iranische
Bevölkerung angekündigt. Das Außenministerium in Seoul teilte am Dienstag
mit, geplant seien Hilfen im Umfang von 500.000 US-Dollar. Diese sollten
über das Rote Kreuz übermittelt werden, hieß es. Dem vom wieder
aufgeflammten Konflikt zwischen Israel und der Schiitenmiliz Hisbollah
betroffenen Libanon sei bereits humanitäre Hilfe im Umfang von zwei
Millionen Dollar zur Verfügung gestellt worden. Die Hoffnung sei, dass der
südkoreanische Beitrag helfen könne, die humanitäre Krise in den
betroffenen Regionen zu lindern, erklärte das Ministerium. (ap)
## IWF senkt Prognosen für Weltwirtschaft und Deutschland
Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einem etwas schwächeren
Wachstum der Weltwirtschaft als bislang. „Erneut droht die Weltwirtschaft
aus der Bahn zu geraten“, heißt es anlässlich des neuesten Ausblicks der
Organisation. Waren es vergangenes Jahr noch „höhere Handelsbarrieren und
verstärkte Unsicherheit“ – das dürfte eine milde Umschreibung für die
Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump sein – belasten jetzt das
eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Straße von
Hormus und die Unsicherheit durch den Krieg. Bei vielen Nationen
korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten – die Annahmen seien
allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Dauer, Intensität und
Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026
abklingen würden. Für Deutschland bedeutete dies nur ein Vierteljahr nach
der jüngsten Anhebung wieder eine Korrektur nach unten: 2026 dürfte die
deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen – noch im Januar hatten die
Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt.
(dpa)
## Britische Finanzministerin wirft Trump „Torheit“ vor
Angesichts der gravierenden wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges hat
die britische Finanzministerin Rachel Reeves US-Präsident Donald Trump
„Torheit“ vorgeworfen. „Das ist ein Krieg, den wir nicht begonnen haben. Es
ist ein Krieg, den wir nicht wollten“, sagte Reeves am Dienstag der Zeitung
„Daily Mirror“. „Ich bin sehr frustriert und wütend darüber, dass die USA
in diesen Krieg gezogen sind, ohne einen klaren Exit-Plan, ohne eine klare
Vorstellung davon, was sie erreichen wollten.“ (afp)
## US-Erzeugerpreise steigen nach Ausbruch des Iran-Kriegs nicht so stark
wie gedacht
Trotz des Ölpreisschocks haben die US-Hersteller ihre Preise nicht so
stark angehoben wie erwartet. Die Erzeugerpreise stiegen im März um 0,5
Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag
mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit
einem Anstieg von 1,1 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat
legten die Erzeugerpreise um 4,0 Prozent zu. Dies ist der größte Anstieg
seit Februar 2023. Experten hatten sogar einen Zuwachs von 4,7 Prozent auf
dem Zettel, nach 3,4 Prozent im Februar. Die Erzeugerpreise dienen als
frühe Hinweisgeber für die Entwicklung der Verbraucherpreise. (rtr)
## Bloomberg: Iran erwägt Aussetzung von Lieferungen durch Straße von
Hormus
Der Iran erwägt einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge,
keine eigenen Handelsschiffe mehr die Straße von Hormus passieren zu
lassen. So sollten mögliche Gespräche mit den USA über eine Beendigung des
Krieges nicht gefährdet werden, meldet Bloomberg. Das US-Militär hat als
Gegenmaßnahme zur Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran seinerseits
begonnen, den Schiffsverkehr von und nach iranische Häfen zu blockieren.
Die Verhandlungsteams der USA und des Irans könnten Insidern zufolge noch
in dieser Woche für Gespräche zur Beendigung des Krieges nach Pakistan
zurückkehren. (rtr)
## Erste Hilfslieferungen erreichen Iran auf dem Landweg
Erstmals seit Beginn der Angriffe der USA und Israels Ende Februar haben
internationale Organisationen Hilfsgüter auf dem Landweg in den Iran
gebracht. Darunter seien unter anderem Medikamente und Zelte, teilten das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die Internationale
Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) am Dienstag
in Genf mit. Hilfslieferungen über den See- oder Luftweg sind wegen des
Krieges blockiert, Güter liegen in Depots in Dubai. Helfer beschreiben den
Bedarf nach den massiven Angriffen auf den Iran seit dem 28. Februar als
hoch. Derzeit gilt eine zweiwöchige Feuerpause. Die IFRC lieferte nach
eigenen Angaben rund 200 Trauma-Kits sowie Zelte und Decken auf Lastwagen
über eine neue Route aus der Türkei.
Die Lkw hätten am Sonntag die iranische Grenze überquert und sollten am
Dienstag in der Hauptstadt Teheran eintreffen, sagte IFRC-Sprecher Tommaso
Della Longa. „Für uns ist das sehr wichtig, da es einen neuen Weg
darstellt, um Hilfe in den Iran zu bringen, und wir sind sehr optimistisch,
dies auszuweiten“, erklärte er. „Früher war es sehr einfach, ein Flugzeug
oder ein Boot zu nehmen und innerhalb weniger Stunden Hilfsgüter direkt in
den Iran zu bringen.“ Das IKRK teilte mit, eine erste Lieferung mit fünf
Lastwagen aus Jordanien habe den Iran am Montag erreicht. Neun weitere
sollen im Laufe der Woche folgen. Die Lastwagen des IKRK enthalten
Hilfsgüter wie Eimer, Decken und Matratzen für rund 25.000 Menschen – unter
ihnen sind viele Binnenflüchtlinge. (rtr)
## Macron fordert neue Friedensgespräche zwischen USA und Iran
Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump und
den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian in Telefonaten zur
Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen aufgerufen. Die in Islamabad
unterbrochenen Verhandlungen müssten wieder aufgenommen, Missverständnisse
ausgeräumt und weitere Eskalationen vermieden werden, habe er in den
Telefonaten am Montag gefordert, teilte Macron mit. Es sei von
entscheidender Bedeutung, dass der Waffenstillstand von allen strikt
eingehalten werde und auch den Libanon einschließe. „Ebenso wichtig ist es,
dass die Straße von Hormus so schnell wie möglich bedingungslos, ohne
Kontrollen und ohne Mautgebühren wieder geöffnet wird“, schrieb Macron auf
der Plattform X. Unter diesen Voraussetzungen sollten die Verhandlungen mit
Unterstützung der wichtigsten Beteiligten rasch wieder aufgenommen werden
können. (dpa)
## Iran-Krieg befeuert Russlands Öleinnahmen
Russland hat die Einnahmen aus seinem für die eigene Kriegswirtschaft
wichtigen Ölgeschäft dank der höheren Preise im Zuge des Konflikts im Nahen
Osten im März wieder kräftig gesteigert. Die Exporterlöse hätten sich im
vergangenen Monat auf 19 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt, teilte die
Internationale Energieagentur (IEA) am Dienstag in Paris mit. Im Februar
vor Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran waren sie den
Angaben zufolge noch auf 9,75 Milliarden Dollar und damit den niedrigsten
Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor vier Jahren gefallen. Die
Rohölexporte stiegen der IEA zufolge um 270.000 Barrel pro Tag auf 4,6
Millionen Barrel pro Tag. Dies sei vor allem auf höhere Lieferungen über
den Seeweg zurückzuführen, da die Druschba-Pipeline durch die Ukraine
weiterhin außer Betrieb sei. Die russische Rohölproduktion sei im März auf
8,96 Millionen Barrel pro Tag von 8,67 Millionen im Februar gestiegen.
Allerdings dürfte Russland kurzfristig Schwierigkeiten haben, die
Ölproduktion über das Niveau von Anfang des ersten Quartals hinaus zu
steigern, erklärte die IEA. Grund seien Schäden an der Hafen- und
Energieinfrastruktur durch ukrainische Angriffe. Die Ukraine hatte in den
vergangenen Wochen russische Häfen an der Ostsee und am Schwarzen Meer
sowie Raffinerien verstärkt mit Drohnenangriffen beschädigt. Sie will
damit die Einnahmen der Führung in Moskau zur Finanzierung ihres
Angriffskriegs schwächen. (rtr)
## Außenminister: Israel will „Frieden und Normalisierung“ mit Libanon
Die israelische Regierung strebt nach den Worten von Außenminister Gideon
Saar nach Frieden und einer Normalisierung der Beziehungen zum Nachbarland
Libanon. „Wir wollen Frieden und Normalisierung mit dem Staat Libanon
erreichen“, sagte Saar am Dienstag bei einer Pressekonferenz wenige Stunden
vor dem geplanten Beginn von Gesprächen zwischen den Botschaftern beider
Länder in Washington. Israel und der Libanon „haben keine größeren
Streitigkeiten untereinander. Das Problem ist die Hisbollah“, sagte der
Außenminister mit Blick auf die proiranische Miliz im Libanon. Seit Beginn
des Irankriegs Ende Februar hat die proiranische Hisbollah ihre Angriffe
auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf
Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Die
gegenseitigen Angriffe gingen trotz einer zwischen den USA und dem Iran
vereinbarten Waffenruhe weiter.
In Washington sollten am Dienstag Verhandlungen zwischen Israel und dem
Libanon beginnen. Die Gespräche auf Botschafterebene finden im
US-Außenministerium statt, Vermittler ist US-Außenminister Marco Rubio.
Über die Ziele herrscht Uneinigkeit: Die libanesische Präsidentschaft will
über eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel verhandeln.
Israel schließt dies vorerst aus und fordert zunächst eine Entwaffnung der
vom Iran finanzierten Miliz. Israel und der Libanon unterhalten bisher
keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im
Kriegszustand. (afp)
## Insider: Fokus der Gespräche zu Hormus auf Sanktionen und Sicherheit
Frankreich und Großbritannien wollen bei diplomatischen Treffen in dieser
Woche über eine mögliche multinationale Mission zur Straße von Hormus
beraten. Die Gespräche sollten in mehreren Arbeitsgruppen stattfinden, sagt
eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Demnach sollen vor einem für
Freitag geplanten Treffen unter britischem und französischem Vorsitz
mehrere Themen erörtert werden. Dazu zählten mögliche Sanktionen gegen den
Iran und die Zusammenarbeit mit der Industrie zur Sicherung des
Seeverkehrs. Weitere Themen seien die Wahrung der Freiheit der Schifffahrt,
Wirtschaftsmaßnahmen gegen den Iran für den Fall einer anhaltenden
Schließung der Straße von Hormus sowie die Freilassung von Seeleuten und
festsitzenden Schiffen. (rtr)
## Rotes Kreuz liefert erstmals wieder Notfallhilfe nach Iran
Das Rote Kreuz hat erstmals seit Kriegsbeginn Notfallhilfe nach Iran
geschickt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte am
Dienstag mit, es habe die Hilfsgüter an den Iranischen Roten Halbmond
(IRCS) übergeben. Darunter seien fünf Lkw-Ladungen, die am Montag
ausgeliefert worden seien. Die Güter, darunter Decken, Kanister, Planen,
Hygieneartikel und Solarlampen, sollen fast 25.000 Menschen zugute kommen.
Weitere Hilfen in Form von neun Lkw-Ladungen sollen dem Roten Halbmond im
Laufe der Woche übergeben werden. (ap)
## EU-Kommission: Derzeit kein Mangel an Kerosin in EU
In der Europäischen Union gibt es nach Angaben der EU-Kommission derzeit
keine Anzeichen für einen Mangel an Kerosin. Es könnten jedoch in naher
Zukunft Versorgungsprobleme auftreten, sagt ein Sprecher der Kommission in
Brüssel. „Die Rohöllieferungen an die europäischen Raffinerien sind
weiterhin stabil, zusätzliche Lagerfreigaben sind derzeit nicht
erforderlich. Dies bleibt jedoch unsere größte Sorge“, sagt der Sprecher.
Zuvor hatten europäische Fluggesellschaften die EU einem von der
Nachrichtenagentur Reuters eingesehenen Dokument zufolge um
Notfallmaßnahmen gebeten. Als Gründe wurden die Folgen des Irankrieges
genannt, darunter weitreichende Luftraumsperrungen und die wachsende Sorge,
es könne zu Engpässen bei dem Treibstoff kommen. (rtr)
## Katar: Kein Gespräch mit Iran über Stopp der Angriffe gegen Geld
Katar weist Berichte über angebliche Zahlungen an den Iran zur Abwehr von
Angriffen als falsch zurück. „Es gab absolut keine Gespräche zwischen Katar
und dem Iran über die Zahlung von Geld, um iranische Angriffe auf Katar zu
beenden“, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Madschid al-Ansari.
Behauptungen, es habe solche Gespräche gegeben, seien unwahr. „Es gibt eine
enge Abstimmung mit Pakistan und den USA, unsere Forderungen werden über
diese Kanäle vorgebracht“, fügt er vor der Presse hinzu. (rtr)
## Weltbankvorstand Donohoe warnt vor Folgen
Weltbank-Vorstand Paschal Donohoe warnt angesichts des Irankrieges vor dem
Verlust von Millionen von Arbeitsplätzen und einem erschwerten Zugang zu
Essen in Schwellen- und Entwicklungsländern. „Wir sind sehr besorgt über
die Auswirkungen, die dieser Konflikt auf die Verfügbarkeit und die Preise
von Lebensmitteln haben könnte“, sagte der Ex-Chef der Eurogruppe der
Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben des Welternährungsprogramms der
Vereinten Nationen könnten bis Mitte 2026 bis zu 45 Millionen Menschen
zusätzlich wegen des Krieges hungern. Im Zuge des Nahost-Konfliktes könnten
Donohoe zufolge zudem bis zu 15 Millionen Jobs verloren gehen. „Jeder Tag,
an dem der Konflikt andauert, bringt uns näher an das obere Ende unserer
Schadensprognosen“, sagte er. (dpa)
## Tanker „Rich Starry“ passiert Straße von Hormus
Ein Tanker hat die Straße von Hormus durchquert. Die „Rich Starry“
passierte die Meerenge am Dienstagmorgen, nachdem sie am Montag einen
Ausfahrtsversuch abgebrochen hatte. Das Schiff, ein Chemikalien- und
Öltanker, hatte laut dem Schifffahrtsdatenunternehmen Lloyd’s List vor der
Küste der Vereinigten Arabischen Emirate gewartet. Das US-Militär erklärte
am Montag, die Blockade gelte nur für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen
oder von dort kommen. Es war zunächst unklar, ob die „Rich Starry“ zuvor im
Iran angelegt oder iranisches Öl geladen hatte.
Die Kontrollbehörde des US-Finanzministeriums (Ofac) hat das Schiff mit der
iranischen Schifffahrt in Verbindung gebracht. Es fährt unter der Flagge
Malawis, eines jener Binnenländer, die häufig im Zusammenhang mit
sogenannten False-Flag-Operationen genannt werden. Dabei werden Schiffe
unter ausländischer Flagge registriert, ohne dass die Eigentümer eine
Verbindung zu diesen Ländern haben, was die Kontrolle erschwert. Die „Rich
Starry“ war laut Marinetraffic, einem Anbieter von Schifffahrtsanalysen,
auf dem Weg in den Hafen von Sohar im Oman, außerhalb der Straße von
Hormus. Lloyd’s List berichtete unter Berufung auf Schiffsregister- und
Trackingdaten, dass der Tanker einer chinesischen Reederei gehöre und auf
dem Weg nach China sei. (ap)
## Italien setzt Verlängerung von Verteidigungsabkommen mit Israel aus
Italien setzt die automatische Verlängerung des Verteidigungsabkommens mit
Israel aus. Das habe die Regierung „angesichts der aktuellen Lage im Nahen
Osten“ entschieden, erklärt Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Verona
italienischen Nachrichtenagenturen zufolge. Details zu dem Abkommen nennt
sie nicht. (rtr)
## IEA rechnet wegen Irankrieg mit geringerer Ölnachfrage
Durch die Auswirkungen des Irankriegs geht die internationale
Energieagentur IEA für dieses Jahr mittlerweile von einer geringeren
Öl-Nachfrage aus. Aufs Jahr gesehen erwartet die IEA einen
Nachfragerückgang von 84.000 Barrel pro Tag, wie es in ihrem monatlichen
Ölmarktbericht heißt. Damit senkt die in Paris ansässige Agentur ihre
Prognose deutlich. Im März war sie noch davon ausgegangen, dass die
Nachfrage dieses Jahr um etwa 644.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag steigen
werde. Allerdings liegen beiden Monatsberichten leicht unterschiedliche
Werte für die Nachfrage nach Öl im vergangenen Jahr zugrunde. Insgesamt
geht die Organisation von einer täglichen Rohöl-Nachfrage von gut 100
Millionen Barrel aus. (dpa)
## Xi: China wird „konstruktive Rolle“ bei Friedensbemühungen spielen
China wird nach den Worten von Präsident Xi Jinping eine „konstruktive
Rolle“ bei den Bemühungen um eine Friedenslösung für die Golfregion
spielen. Die nationale Souveränität der Staaten im Nahen Osten und in der
Golfregion müsse „respektiert“ werden, forderte Xi laut der staatlichen
Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag in Peking bei einem Treffen mit dem
Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sayed Al
Nahyan. „Die Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität der
Golfstaaten im Nahen Osten sollten aufrichtig geachtet werden“, sagte Xi
laut dem staatlichen Fernsehsender CCTV. „Die Sicherung der Autorität der
internationalen Rechtsstaatlichkeit darf nicht bedeuten: ‚Nutze sie, wenn
es passt, lass‘ es, wenn es nicht passt'“, fügte Xi hinzu. Xi äußerte sich
erstmals persönlich zum Irankrieg. (afp)
## Iran: Fehlender US-Wille verhinderte Einigung in Islamabad
Der iranische Präsident Massud Peseschkian macht mangelnden guten Willen
und Maximalforderungen der USA für das Scheitern eines Abkommens in
Islamabad am vergangenen Wochenende verantwortlich. Dies äußert er in einem
Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, wie die
amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldet. Europa könne eine
konstruktive Rolle spielen, um die USA zur Einhaltung des Völkerrechts zu
bewegen. Drohungen, Druck und militärische Maßnahmen würden die
„selbstgemachten Probleme“ der USA in der Region nur verschärfen.
Diplomatie sei der bevorzugte Weg zur Beilegung von Streitigkeiten, erklärt
Peseschkian demnach weiter. (rtr)
## Iran schätzt Kriegsschäden auf rund 230 Milliarden Euro
Die iranische Regierung schätzt die Kriegsschäden nach mehr als fünf Wochen
der Bombardierungen auf umgerechnet gut 229 Milliarden Euro. Es handele
sich dabei um eine vorläufige Schätzung, sagte Irans Regierungssprecherin
Fatemeh Mohadscherani der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria
Nowosti in einem Interview. Um das gesamte Ausmaß bewerten zu können,
sollen der Sprecherin zufolge in einem ersten Schritt die Schäden an
Gebäuden begutachtet werden. Danach würden wirtschaftliche Verluste und
ausgefallene Steuereinnahmen analysiert. Irans Regierung werde
Entschädigungen einfordern. Dies sei auch ein Thema in den Verhandlungen am
vergangenen Wochenende mit den USA gewesen. (dpa)
## Inselstaat Tuvalu erklärt Notstand
Der Inselstaat Tuvalu im Pazifik hat wegen Sorgen um seinen
Treibstoffnachschub den Notstand ausgerufen. Die Maßnahme gelte für zwei
Wochen und nur für die Hauptinsel Funafuti, erklärte am Montag Staatschef
Tofiga Vaevalu Falani. Sie sei aufgrund der „zunehmenden Instabilität der
Stromerzeugungs- und Stromverteilungssysteme sowie der realen Risiken für
die Kraftstoffversorgung“ getroffen worden. Die Zuverlässigkeit der
Versorgung mit grundlegenden Dienstleistungen auf Funafuti sei gefährdet.
Auf Funafuti liegt die Hauptstadt des winzigen Inselstaates, dort leben
zwei Drittel der insgesamt rund 10.000 Einwohner. Tuvalu arbeitet daran,
die Energieproduktion von Diesel auf Sonnenkraft umzustellen. 2021 musste
der Staat noch rund 70 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts für Diesel
ausgeben, aktuell sind es noch etwa 25 Prozent. (afp)
## Frankreich: Libanon muss Teil von Waffenruheabkommen sein
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot hat eine Berücksichtigung
des Libanons im Waffenruhe-Abkommen im Krieg der USA und Israels gegen den
Iran gefordert. „Die Waffenruhe muss unbedingt den Libanon miteinschließen,
der unter keinen Umständen der Sündenbock der israelischen Regierung sein
darf“, sagte Barrot am Dienstag im französischen Radiosender RFI. Die
israelischen Angriffe auf den Libanon seien „nicht hinnehmbar“, da sie die
Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran untergrabten und die militante
Hisbollah stärkten, sagte Barrot. „Den Libanon zu zerstören, den
libanesischen Staat anzugreifen, schwächt die Hisbollah nicht – im
Gegenteil, es stärkt sie.“ (ap)
## Sánchez betrachtet China als wichtigsten Partner bei Friedenssuche
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat China zu mehr Einsatz für
ein Ende des Irankriegs aufgefordert. „Ich finde es sehr schwierig, außer
China noch andere Gesprächspartner zu finden, die diese im Iran und in der
Straße von Hormus entstandene Situation lösen können“, sagte Sánchez am
Dienstag nach einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in
Peking. Er betrachte China als wichtigsten globalen Gesprächspartner, der
helfen könne, den Krieg im Iran und andere Konflikte wie den Ukraine-Krieg
zu beenden. Sánchez forderte die Volksrepublik auf, sich stärker
diplomatisch zu engagieren. Spanien wolle verhindern, dass diejenigen, die
Verbrechen begehen, straffrei ausgehen. „Das Völkerrecht wird heute
verletzt, und zwar im Wesentlichen von einem Land: der israelischen
Regierung“, sagte er und warf Israel Völkermord im Gazastreifen vor. Die
Reaktion des Iran auf den Krieg sei ebenfalls „absolut illegal“. (ap)
## China: US-Blockade iranischer Häfen „gefährlich und unverantwortlich“
China hat eine Blockade iranischer Häfen durch die USA als „gefährlich und
unverantwortlich“ kritisiert. Die USA hätten trotz einer vereinbarten
Waffenruhe ihre Militärpräsenz verstärkt und eine gezielte Blockade
verhängt, sagt der Sprecher des Außenministeriums, Guo Jiakun. Dieses
Vorgehen verschärfe den Konflikt, untergrabe die brüchige Waffenruhe und
gefährde zudem die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus.
China fordere alle Parteien auf, die Waffenruhe zu achten, auf Dialog zu
setzen und praktische Schritte zur Deeskalation der Spannungen in der
Region zu unternehmen. (rtr)
## Holocaust-Gedenktag in Israel – landesweit heulen Sirenen
Israel gedenkt der sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Für zwei
Minuten kam am Vormittag das öffentliche Leben zum Erliegen, als landesweit
Sirenen heulte. Autos hielten an, Fußgänger verharrten in stillem Gedenken.
Überschattet wird der Gedenktag auch in diesem Jahr durch kriegerische
Auseinandersetzungen in der Region. Zum Auftakt der Gedenkzeremonien in der
Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte Staatspräsident Izchak Herzog am
Montagabend, Israel befinde sich seit dem Hamas-Massaker im israelischen
Grenzgebiet vor zweieinhalb Jahren im Krieg. Herzog warnte auch vor einer
weltweiten Welle des Antisemitismus. Er rief Staats- und Regierungschefs
der Welt zu mutigem Handeln dagegen auf.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu warf dem Iran bei der
Gedenkzeremonie erneut vor, die Vernichtung Israels anzustreben. Er
bekräftigte, es werde keinen zweiten Holocaust geben und man werde es dem
Iran nicht erlauben, Atomwaffen zu bekommen. Thema der diesjährigen
Gedenkveranstaltungen in Yad Vashem ist „die jüdische Familie während des
Holocaust“. Während der NS-Zeit wurden von 1933 bis 1945 rund sechs
Millionen Juden ermordet. In Israel leben heute nach Angaben der
zuständigen Behörde noch rund 109.000 Holocaust-Überlebende. Ihr
Durchschnittsalter beträgt 88 Jahre. (dpa)
## Insider: USA und Iran setzen Friedensgespräche in Islamabad fort
Die Verhandlungsteams der USA und des Iran kehren im Laufe dieser Woche für
Friedensgespräche nach Islamabad zurück, wie vier Insider der
Nachrichtenagentur Reuters sagen. (rtr)
## Vance: Papst soll sich auf moralische Fragen konzentrieren
US-Vizepräsident J. D. Vance hat Papst Leo XIV. empfohlen, sich aus der
amerikanischen Politik herauszuhalten. „In manchen Fällen wäre es das Beste
für den Vatikan, sich auf moralische Angelegenheiten zu konzentrieren“,
sagte Vance in einem Interview des Senders Fox News am Montag (Ortszeit).
Hintergrund ist ein scharfer Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald
Trump und dem Oberhaupt der Katholischen Kirche. Am Wochenende hatte Leo
erneut verlangt, die aktuellen Kriege zu beenden und an die Regierenden
appelliert, Frieden einkehren zu lassen. Trump hatte ihm darauf
vorgeworfen, eine „schreckliche“ Außenpolitik zu betreiben. Dass sich der
Papst für die Dinge einsetze, die ihm wichtig sind, sei gut, aber die
US-Politik solle er dem Präsidenten der Vereinigten Staaten überlassen,
sagte Vance im Fox-News-Gespräch. (dpa)
## Medien: USA forderte vom Iran Pause bei Urananreicherung
Die USA haben bei den [1][Verhandlungen mit dem Iran in Pakistan]
US-Medienberichten zufolge eine 20-jährige Pause der iranischen
Urananreicherung gefordert. Washington habe Teheran aufgefordert,
zuzustimmen, 20 Jahre lang kein Uran anzureichern, berichtete das Wall
Street Journal am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf mit den
US-iranischen Verhandlungen am Wochenende vertraute Kreise.
Im Gegenzug sah der US-Vorschlag demnach eine Lockerung der Sanktionen vor.
Wie die New York Times berichtete, schlug der Iran daraufhin vor, seine
nuklearen Aktivitäten fünf Jahre lang auszusetzen. US-Präsident Donald
Trump hatte zuvor gefordert, dass der Iran sein Atomprogramm vollständig
einstellt. Die Gespräche zwischen Delegationen beider Länder unter
pakistanischer Vermittlung über ein Ende des Irankrieges waren am
Wochenende ohne Ergebnisse zu Ende gegangen. (afp)
## Ölpreise sinken leicht
Die Ölpreise sind am Dienstag zunächst mit der Hoffnung auf eine Einigung
zwischen den USA und dem Iran leicht gesunken. Am Morgen wurden für ein
Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee 98,62 US-Dollar
gezahlt und damit 0,74 Prozent weniger als am Vortag. Stärker fiel der
Preis für Rohöl aus den USA. Hier ging die Notierung am Morgen um 1,72
Prozent auf 97,38 Dollar zurück. Zuletzt haben neue Gespräche zwischen den
USA und dem Iran nach der Darstellung von US-Vizepräsident J. D. Vance
„große Fortschritte“ gemacht.
Nach Einschätzung von Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
ist aber weiter völlig unklar, ob sich in den kommenden Tagen eine Lösung
des Konflikts finden lasse. Hinzu kommt die Blockade der US-Marine der
Straße von Hormus, die am Montag begonnen hat. „Die US-Marineaktion wird
den wirtschaftlichen Druck auf den Iran sicherlich erhöhen“, kommentierten
Experten des Center for Strategic and International Studies. „Eine
US-Blockade wird auch den Druck auf die Energiepreise verschärfen und der
Weltwirtschaft weiteren Schaden zufügen“, heißt es weiter. (dpa)
## Pakistan schlägt 2. Verhandlungsrunde in Islamabad vor
Pakistan hat eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran in
Islamabad in den nächsten Tagen vorgeschlagen. Das sagten zwei
pakistanische Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, der
Nachrichtenagentur AP. Die Gespräche sollten stattfinden, bevor die
Waffenruhe im Krieg am 22. April ausläuft. Obwohl die erste
Verhandlungsrunde am vergangenen Wochenende ohne Abkommen zu Ende ging, sei
diese Teil eines andauernden diplomatischen Prozesses gewesen und keine
einmalige Angelegenheit.
Aus US-Regierungskreisen verlautete, dass die USA und der Iran vor dem
Auslaufen der Waffenruhe neue direkte Gespräche in Erwägung zögen und diese
am Donnerstag stattfinden könnten. Die Gespräche über eine neue
Verhandlungsrunde seien noch im Gange, hieß es. Ein Diplomat eines der
vermittelnden Länder im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sagte
hingegen, dass sich die beiden Seiten schon auf eine neue Verhandlungsrunde
geeinigt hätten. Den Angaben zufolge war Islamabad als erneuter
Veranstaltungsort im Gespräch. Zudem sei auch Genf eine Option, erklärten
US-Regierungsvertreter.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag gesagt, dass der Iran angerufen
habe und die Iraner „einen Deal ausarbeiten“ wollten. Vizepräsident J. D.
Vance sagte Fox News, dass es bei den Verhandlungen am Wochenende durchaus
Fortschritte zu der Forderung der USA gegeben habe, dass Atommaterial aus
dem Iran entfernt werde und es einen Mechanismus gebe, damit der Iran in
Zukunft kein Uran anreichern könne. „Sie haben sich auf uns zubewegt“,
sagte Vance. (ap)
## Lawrow zu Gesprächen über Irankrieg in China
Der russische Außenminister Sergej Lawrow ist am Dienstag zu Gesprächen in
Peking eingetroffen, um unter anderem vor dem Hintergrund des Krieges in
der Golfregion die Zusammenarbeit mit China zu intensivieren. In China
wurden am Dienstag noch weitere Vertreter von Ländern begrüßt, die vom
Irankrieg und seinen wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen sind, darunter
der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Vietnams, To Lam, und der
Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Sayed Al Nahyan.
Lawrow und Chinas Außenminister Wang Yi wollten in Gesprächen „Meinungen
austauschen und Positionen koordinieren über die Entwicklung bilateraler
Beziehungen, die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen und
internationale und regionale Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse“,
teile das Außenministerium in Peking im Vorfeld mit. Dem russischen
Außenministerium zufolge wollten beide über den Krieg in der Ukraine und
die Situation im Nahen Osten beraten. Chinas Ministerpräsident Li Qiang
sagte unterdessen dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate,
Peking sei bereit, „weiter eine konstruktive Rolle zu spielen und zur
Wiederherstellung von Frieden und Ruhe in der Golf-Region beizutragen“.
Peking hatte Berichten zufolte Iran zu den Gesprächen mit den USA gedrängt.
(afp)
## Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon
Israel und Libanon wollen am Dienstag in Washington erstmal seit mehr als
40 Jahren mit einander verhandeln. Die Gespräche auf Botschafterebene
finden im US-Außenministerium statt. Über die Ziele herrscht Uneinigkeit:
Die libanesische Präsidentschaft will über eine Waffenruhe zwischen der
Hisbollah-Miliz und Israel verhandeln. Israel schließt dies vorerst aus und
fordert eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Miliz.
Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer
Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt
und nach eigenen Angaben zahlreiche Hisbollah-Stellungen ins Visier
genommen. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine formalen
diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im
Kriegszustand. Die Hisbollah hat Libanons Regierung aufgefordert, die
Verhandlungen abzusagen. Die Hisbollah lehnt die von Israel geforderte
Entwaffnung ab und fordert den kompletten Abzug der israelischen Truppen im
Land. (afp/dpa/taz)
## Guterres zu Irankrieg: Einigung nicht über Nacht möglich
UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Scheitern der
Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende in
Pakistan zu deren Fortsetzung gemahnt. Auch wenn es keine Einigung gegeben
habe, so hätten die Gespräche selbst doch die „Ernsthaftigkeit des
Engagements“ betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu
einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UN-Chefs mit. „Angesichts
der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht
erzielt werden, und der Generalsekretär ruft dazu auf, die Gespräche
konstruktiv fortzusetzen“, so der Sprecher. Zugleich müssten die
zweiwöchige Waffenruhe eingehalten und die Freiheit der Schifffahrt bewahrt
bleiben. Dies gelte auch für die Straße von Hormus, wo am Nachmittag eine
Seeblockade durch die USA begonnen hatte.
„Störungen im Seehandel durch die Straße von Hormus haben bereits weit über
die unmittelbare Region hinaus direkte Auswirkungen gezeigt und zu einer
zunehmenden wirtschaftlichen Instabilität sowie zu Unsicherheiten in vielen
Sektoren weltweit geführt“, teilte der Guterres-Sprecher mit. Die
Unterbrechung der Lieferungen von Düngemitteln verschärfe zudem die
Ernährungsunsicherheit für Millionen schutzbedürftiger Menschen weltweit
und trage zu steigenden Lebenshaltungskosten bei. (dpa)
## IEA-Chef: April könnte schwieriger werden als März
(AFP) – Der April könnte laut dem Chef der Internationalen Energieagentur
(IEA), Fatih Birol, für die Energiemärkte und Weltwirtschaft aufgrund des
Irankrieges ein noch schwierigerer Monat werden als der März. Während im
März noch Lieferungen aus der Region eingetroffen seien, die „lange vor
Beginn der Krise verladen wurden“, sei im April „nichts verladen worden“,
sagte Birol am Montag vor Reportern nach der Frühjahrstagung des
Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. Die
Welt steht Birol zufolge vor einer großen Herausforderung in Bezug auf
Energiesicherheit. „Kein Land ist gegen dieses Problem immun“, sagte er.
„Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem.“
Der Chef des französischen Energieriesen TotalEnergies, Patrick Pouyanné,
sagte bei der Frühjahrstagung von IWF und Weltbank, eine Öffnung der Straße
von Hormus, selbst mit einer Maut, wie vom Iran angestrebt, sei ihrer
Schließung vorzuziehen. „Die Wiedereröffnung und der freie Verkehr durch
die Straße von Hormus, selbst wenn man dafür irgendjemandem zahlen muss,
ist von grundlegender Bedeutung für die Freiheit der Märkte und für die
globalen Märkte“, sagte Pouyanné. Doch dauerten dieser Krieg und diese
Blockade länger als drei Monate and, werden „wir mit ernsthaften
Versorgungsproblemen konfrontiert sein“, insbesondere bei Flugbenzin und
Diesel.
Seit Beginn des Irankrieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch
die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft,
durch de facto gesperrt, Ölanlagen in mehreren Golfstaaten wurden zudem bei
Angriffen bechädigt. Diese Entwicklungen ließen weltweit die Öl- und
Gaspreise in die Höhe schnellen. (afp)
## Hisbollah-Chef: Verhandlungen mit Israel sind sinnlos
Hisbollah-Chef Naim Kassim hat eine Absage der geplanten Verhandlungen
zwischen Israel und dem Libanon in den USA gefordert. In einer
Fernsehansprache am Montag erklärte er, seine schiitische Miliz werde „die
Frontline sprechen lassen“. Die Hisbollah – mit der Israel ohnehin nicht
verhandeln will – verweigere sich Gesprächen mit Israel, erklärte Kassim.
„Diese Verhandlungen sind sinnlos.“ Das für Dienstag geplante Treffen
zwischen der libanesischen Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad,
und dem israelischen Botschafter in Washington, Jeciel Leiter, markiert die
ersten direkten Gespräche zwischen Gesandten der beiden Länder, die keine
diplomatischen Beziehungen unterhalten, seit Jahrzehnten.
Kassim sprach von einem kostenlosen Entgegenkommen. Die Möglichkeit, sich
dagegen zu entscheiden, gebe es noch immer. Der Hisbollah-Chef sprach sich
für eine Rückkehr zu der Waffenruhe zwischen seiner Miliz und Israel vom
November 2024 aus. Diese war durch indirekte Gespräche unter Vermittlung
der USA, Frankreichs und der Friedensmission der Vereinten Nationen im
Libanon zustande gekommen. Kassim kritisierte den libanesischen Präsidenten
Joseph Aoun, Ministerpräsident Nawaf Salam und dessen Regierungskabinett
neben der diplomatischen Öffnung gegenüber Israel auch dafür, die
militärischen Aktivitäten der Hisbollah verboten zu haben. (ap)
## Israels Armee: Stadt Bint Dschbeil im Südlibanon vollständig
eingekesselt
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben die Stadt Bint Dschbeil im
Süden des Libanon vollständig eingekesselt. „Die Streitkräfte der 98.
Division haben die Einkesselung der Stadt Bint Dschbeil abgeschlossen und
mit einem Angriff auf sie begonnen“, teilte der Armeesprecher Avichay
Adraee am Montag im Onlinedienst X mit. In der vergangenen Woche hatten
israelische Soldaten demnach bei direkten Gefechten und bei Luftangriffen
in der Stadt und ihrer Umgebung mehr als hundert Hisbollah-Kämpfer getötet.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in einer
Kabinettssitzung, die Kämpfe im Südlibanon konzentrierten sich seit Sonntag
auf Bint Dschbeil. „Die Kämpfe gehen weiter. Sie haben nicht aufgehört –
sie dauern ununterbrochen an. Gestern und heute haben sie sich auf Bint
Dschbeil konzentriert“, sagte er laut einem am Montag von seinem Büro
veröffentlichten Video. Die vom Iran unterstützte und mit der
islamistischen Palästinenserorganisation Hamas verbündete Hisbollah-Miliz
erklärte, sie liefere sich seit mehreren Tagen Gefechte mit israelischen
Soldaten in Bint Dschbeil. (afp)
## Trump: Iran hat angerufen
US-Präsident Donald Trump sagt, der Iran wolle ein Abkommen schließen. Der
Iran habe „heute Morgen angerufen“ und „möchte eine Einigung erzielen“,
sagt Trump vor Reportern. Reuters konnte diese Behauptung zunächst nicht
überprüfen. Trump sagt weiter, er werde keiner Vereinbarung zustimmen, die
es Teheran ermögliche, Atomwaffen zu besitzen. Die jüngsten Gespräche in
Pakistan seien in Bezug auf Nuklearfragen ins Stocken geraten und eine
Blockade von Schiffen, die die Straße von Hormus passieren, habe begonnen.
(rtr)
14 Apr 2026
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