# taz.de -- AfD in Sachsen-Anhalt: Höcke lässt grüßen
       
       > Auch wenn sie weniger öffentlich in Erscheinung treten, so beeinflussen
       > Björn Höcke und Co. die AfD massiv. Die Wählenden schreckt das nicht.
       
 (IMG) Bild: Will am liebsten allein in Sachsen-Anhalt regieren, was allerdings knapp werden könnte: Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD
       
       Im Bundesland Sachsen-Anhalt tritt die AfD zwar bewusst sachbezogen auf.
       Ein Ministerpräsident für „alle rechtschaffenden Sachsen-Anhalter“ möchte
       der Spitzenkandidat Ulrich Siegmund werden. Die Partei strebt bei der
       Landtagswahl im September eine Alleinregierung ohne „faule“ Kompromisse an.
       Im Landtagswahlprogramm postuliert die AfD allerdings vor allem viel
       Völkisch-Nationalistisches. Eine der zahlreichen Forderungen: Statt nur
       christlicher Feiertage möchte die Partei heidnische Brauchtumstage
       einführen.
       
       Wer jetzt gleich wieder denkt: Nee, jetzt soll in Deutschland noch weniger
       gearbeitet werden, sei beruhigt. Die AfD wird keine zusätzlichen Feiertage
       einführen, so hält es das Antragsbuch zum [1][Landesparteitag am
       Wochenende] fest. Das knapp 100 Seiten umfassende Buch belegt auch gleich
       deutlich, dass in der AfD der völkisch-nationalistische [2][Björn Höcke]
       und seine Freunde noch immer großen Einfluss genießen.
       
       Höcke und Co. mögen aktuell in der Öffentlichkeit weniger präsent sein und
       bisweilen als gestrig erscheinen, bestimmen aber noch heftig die heutige
       Parteipolitik mit. Sie wirken bei Wahlen ideologisch getrieben, schrecken
       Wählende allerdings keineswegs ab. In Sachsen-Anhalt hofft die Partei nicht
       unbegründet auf 40 Prozent und mehr. Die Partei versichert auch mit Blick
       auf ihren Mitgründer und Ehrenvorsitzenden [3][Alexander Gauland], keine
       christliche, sondern eine deutsche Partei zu sein.
       
       Dass dieses Deutschtum bisweilen nach einer Renaissance der NS-Kultur- und
       Brauchtumspflege stinkt, dürften Parteifunktionäre von sich weisen. Die
       Traditionen seien viel älter. Das stimmt zwar, ist deswegen aber nicht
       weniger aggressiv. „Ohne Juda, ohne Rom bauen wir Germaniens Dom“,
       propagierte schon die völkische Bewegung – [4][gegen jede
       Mitmenschlichkeit]. Eine Propaganda, die der Nazi-Ideologie und
       Massenvernichtungen mit den Weg bereitete.
       
       Es wird auch an den Gerichten sein, die mehrdeutigen Positionierungen
       dieses Deutschtums klar einzuordnen.
       
       12 Apr 2026
       
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