# taz.de -- Konzertempfehlungen für Berlin: Die Muster sind angeschlagen
> Ein Festival feiert „Crippled Symmetries“, Julianna Barwick und Mary
> Lattimore nehmen Tempo raus, Bitchin Bajas gehen auf Reise und Sinopoli
> wird geehrt.
(IMG) Bild: Julianna Barwick und Mary Lattimore kommen mit ihrem Folk-Ambient diese Woche ins Silent Green
Muster sind eigentlich etwas Regelmäßiges, sie gestatten aber Abweichungen.
Der New Yorker Komponist Morton Feldman ließ sich in den Achtzigerjahren
von den Ornamenten anatolischer Teppiche zur Komposition „Crippled
Symmetry“ inspirieren. Dieses Spätwerk mit seinen Patterns, die sich
wiederholen und dabei stetig verändern, nahm das Ensemble KNM Berlin zum
Anlass für eine Reihe zum 100. Geburtstag Feldmans in diesem Jahr. Zum
Auftakt im November hatten die Musiker zunächst Feldmans Stück aufgeführt,
einen weiteren Vorgeschmack gab es beim Festival MaerzMusik.
Jetzt folgt, beginnend am Freitag, das dreitägige „Crippled Symmetries
Festival“ in der Villa Elisabeth und der St.-Elisabeth-Kirche mit Beiträgen
von heute. Darin geht es dem Ensemble um „Wiederholung, Variation,
Kontextverschiebung und Neubefragung“, mit denen sich die Werke von
Komponisten aus Südkorea, Taiwan, Malaysia, China, Peru, Mexiko,
Argentinien, den USA, Slowenien, Griechenland, Deutschland und der Schweiz
beschäftigen. Neben dem Ensemble KNM spielen die Cube Band aus Taiwan und
das französische Ensemble 0 (Villa Elisabeth + St.-Elisabeth-Kirche,
17.-19. 4., [1][Programm und Tickets: kammerensemble.de]).
Um Wiederholungen geht es auch am Sonntag im Silent Green, wo die Sängerin
Julianna Barwick und die Harfenistin Mary Lattimore ihr Album „Tragic
Magic“ vorstellen. Barwick und Lattimore pflegen einen ähnlichen Ansatz:
Sie loopen ihre Instrumente oder bearbeiten sie anderweitig elektronisch.
Aus den so entstehenden Patterns machen sie etwas, das man „Folk Ambient“
nennen könnte, getragene, repetitive Songs mit übersichtlichen Zutaten. Ein
wenig Sounds vom Synthesizer gibt Barwick hinzu, ohne es allzu dicht
geraten zu lassen. Das Ergebnis hat etwas von Trauer und Trost in einem
(Silent Green, [2][19. 4., 18.30 Uhr]).
Weil dreimal Bremer Recht ist und es zum Thema passt, kommen, gleichfalls
am Sonntag, noch mehr Wiederholungen, diesmal vom Trio Bitchin Bajas aus
Chicago. Bei den oft langförmigen Epen, die Cooper Crain, Dan Quinlivan und
Rob Frye mehr oder minder regelmäßig hervorbringen, meint man sich rasch
auf Begriffe wie „Krautrock“ oder „Drone“ einigen zu können. Ihre
psychedelisch-kaleidoskopartigen Klänge lassen aber weniger an
Wiederbelebungen bewährter historischer Bestände denken als an
behutsam-unbeirrbare Erkundungen. Es muss eben immer weitergehen
([3][Arkaoda, 19. 4., 19 Uhr]).
Ein Jubiläum steht diese Woche noch an: Am 20. April jährt sich zum 25. Mal
der Todestag des Dirigenten Giuseppe Sinopoli. Der machte sich nicht allein
als Interpret der Werke anderer einen Namen, sondern war auch selbst
Komponist. Das Italienische Kulturinstitut Berlin veranstaltet zu seinem
Gedenken die Reihe „Sinopoliana“, die am Montag im Meistersaal eröffnet
wird. Die Pianistin Silvia Cappellini Sinopoli, seine Witwe, spielt mit
weiteren Interpreten einige seiner kammermusikalischen Werke (Meistersaal,
20. 4., 19.30 Uhr, [4][Eintritt frei, Anmeldung erforderlich]).
16 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://kammerensemble.de/veranstaltung/crippled-symmetries-festival/
(DIR) [2] https://www.greyzone-tickets.de/produkte/1157
(DIR) [3] https://dice.fm/partner/tickets/event/mx85dk-bitchin-bajas-das-ende-der-liebe-19th-apr-arkaoda-berlin-tickets?dice_id=7813359&dice_channel=web&dice_tags=organic&dice_campaign=DICE&dice_feature=mio_marketing&_branch_match_id=1572943867403513568&utm_source=web&utm_campaign=DICE&utm_medium=mio_marketing&_branch_referrer=H4sIAAAAAAAAA8soKSkottLXz8nMy9ZLyUxO1UvL1XdOMjVLtDA2MzG0SLOvK0pNSy0qysxLj08qyi8vTi2ydcsEiuVXAACs%2B8apPAAAAA%3D%3D
(DIR) [4] https://www.eventbrite.de/e/foglie-che-il-vento-non-tocca-tickets-1987316483098?aff=oddtdtcreator
## AUTOREN
(DIR) Tim Caspar Boehme
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