# taz.de -- Gletscherschutz in Argentinien: Geschreddert für den Bergbau
       
       > Argentiniens rechtslibertäre Regierung unter Javier Milei räumt ein
       > weltweit einzigartiges und nötiges Gesetz ab. Das ist für die Gletscher
       > eine Katastrophe.
       
 (IMG) Bild: NGOs protestierten vor dem argentinischen Kongress gegen die Änderung des Gletschergesetzes
       
       Klimaschutz ist ein wichtiges Ziel, aber die Energiekosten müssen bezahlbar
       sein. Sagt Wirtschaftsministerin [1][Katherina Reiche (CDU) – und lässt
       neue Gaskraftwerke bauen], die den Strompreis noch weiter in die Höhe
       treiben. Klimaschutz ist wichtig, aber er muss so gemacht werden, dass wir
       ökonomisch nicht vor die Hunde gehen. Sagt Sachsens Ministerpräsident
       Michael Kretschmer (CDU) – und will wieder russisches Erdgas beziehen, was
       die sächsischen Hausbesitzer ökonomisch im Heizungskeller schwer belasten
       wird.
       
       Argentiniens Präsident Javier Milei behauptet nicht einmal, dass
       Klimaschutz wichtig ist – und hat mit seiner rechtslibertären Regierung
       [2][das Gesetz gekippt,] dass die Gletscher der argentinischen Anden vor
       [3][Bergbau] und Zerstörung schützt. Ein weltweit einmaliges und
       notwendigen Gesetz: Vor allem in den Ost-Anden herrscht überwiegend ein
       trockenes Klima mit sehr wenig Niederschlag, viele der 17.000
       Gletscherkörper sind durch die Erderwärmung bereits angegriffen, aber
       Grundlage der Wasserversorgung.
       
       Seit nunmehr 15 Jahren leiden die südlichen Anden unter einer Megadürre, es
       ist leicht auszurechnen, welche Folgen eine wirtschaftliche Nutzung der
       Gletscher haben wird. Große Kupfervorkommen werden unter ihnen vermutet,
       die Milei von ausländischen Konzernen ausbeuten lassen möchte. Der Mensch
       brauche nicht nur Wasser, sondern auch Wirtschaftswachstum, argumentiert
       der Präsident.
       
       Bei den Reiches, Kretschmers und Mileis dieser Welt geht es nie um
       Klimaschutz, nie um Bezahlbarkeit, nie um Wasser. Es geht ihnen nie um jene
       öffentliche Daseinsvorsorge, die eigentlich ihr Amt gebietet: im Sinne des
       Gemeinwohls zu agieren. Sondern immer nur um partikulare
       Wirtschaftsinteressen, die kurzfristig einige wenig Reiche noch reicher
       macht. Das zu benennen, ist Aufgabe der Zivilgesellschaft: Wir brauchen
       mehr, wirksamen, bedingungsloseren Klimaschutz jetzt unmittelbar genau so
       stark, wie die Menschen in den Anden das Wasser der Gletscher zum Überleben
       brauchen.
       
       9 Apr 2026
       
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