# taz.de -- US-Vize Vance in Ungarn: Bundesregierung weist Vorwurf der EU-Einmischung zurück
       
       > Die Bundesregierung erklärt den Vorwurf von US-Vize Vance zur angeblichen
       > EU-Einmischung bei der Wahl in Ungarn für haltlos – und weist auf sein
       > eigenes Verhalten hin.
       
 (IMG) Bild: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (l.) und US-Vizepräsident J. D. Vance machen Wahlkampf (7.4.2026)
       
       taz/afp/reuters | Die Bundesregierung hat den Vorwurf von US-Vizepräsident
       J. D. Vance zurückgewiesen, die Europäische Union habe sich in die
       anstehende Parlamentswahl in Ungarn eingemischt. Gleichzeitig stehe der
       Sachverhalt, dass Vance „wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn“
       gewesen sei, für sich und zeige, „wer sich in was einmischt“, sagte der
       stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille am Mittwoch in Berlin.
       
       Vance hatte am Dienstag Ungarn besucht und war mit dem [1][langjährigen
       Ministerpräsidenten Viktor Orbán] auf mehreren Veranstaltungen aufgetreten.
       Er warf der Europäischen Union bei dem Besuch „Wahl-Einmischung“ vor.
       [2][Vance sagte, „Bürokraten in Brüssel“] hätten „alles in ihrer Macht
       Stehende getan, um das ungarische Volk kleinzuhalten, weil sie den
       Regierungschef nicht mögen“.
       
       Kritik kam auch von Merz' Koalitionspartner SPD. Parlamentsgeschäftsführer
       Dirk Wiese warf Vance vor, er habe sich „als williger Wahlkampfhelfer von
       Orbán“ gezeigt. Es sei die US-Regierung, die hier „aktive Einmischung in
       innereuropäische Wahlen“ betreibe – und dies bei einem Ministerpräsidenten,
       „der aktiv eher nicht auf der Seite der Europäischen Union steht, sondern
       eher auf der Seite Moskaus“. Dies sei „absolut inakzeptabel“.
       
       ## Russlandnah
       
       Orbán gilt als russlandnah und hat auf EU-Ebene immer wieder Entscheidungen
       zur Unterstützung der Ukraine blockiert. Zuletzt war dies beim EU-Gipfel in
       der zweiten März-Hälfte der Fall gewesen, bei dem er die Freigabe eines
       milliardenschweren Darlehens für Kyjiw verhinderte. Kanzler Friedrich Merz
       (CDU) hatte darauf „Konsequenzen“ angekündigt und gesagt, Orbáns Verhalten
       sei „ein grober Verstoß gegen die Loyalität der Mitgliedstaaten
       untereinander“ und beschädige die Handlungsfähigkeit der EU.
       
       Mit [3][Blick auf die Wahl in Ungarn am kommenden Sonntag] habe Merz aber
       wie auch sonst bei demokratischen Wahlen in EU-Mitgliedstaaten „keine
       Präferenzen“, sagte Vize-Regierungssprecher Hille auf eine entsprechende
       Frage. Der Kanzler werde akzeptieren, „wie das Volk in den jeweiligen
       Mitgliedstaaten wählt“.
       
       Hintergrund ist, dass die rechtspopulistische US-Regierung nationalistische
       Parteien in der EU offen unterstützt. US-Präsident Donald ⁠Trump hat sich
       ebenso wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die
       Wiederwahl des moskaunahen Orbán ausgesprochen. Ungarn gilt als Problemfall
       in der EU, weil ‌seiner Regierung ‌immer wieder Verstöße gegen grundlegende
       europäische Justiz- ⁠und Mediengrundsätze vorgeworfen werden. Deshalb sind
       Milliarden Euro an EU-Hilfsgeldern für das Land gesperrt. Zuletzt hatte
       ‌Orban die Auszahlung des zuvor ‌auch von ihm gebilligten
       90-Milliarden-Euro-Kredits an die Ukraine verhindert.
       
       8 Apr 2026
       
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