# taz.de -- Peter Schimmelpfennig über Ost-Rock: „Diese Kreativität gab es im Westen so nicht“
> Als West-Berliner wurde Peter Schimmelpfennig zum Grenzgänger zwischen
> Ost und West. Er brachte den DDR-Rock nach drüben – und Weststars in die
> DDR.
(IMG) Bild: Musikmanager Peter Schimmelpfennig hat DDR-Bands in den Westen und Weststars in den Osten gebracht
Geführt wurde das Gespräch an einem Imbissbüdchen im Schoelerpark in
Berlin-Wilmersdorf. Und weil sich Gunnar Leue und der Interviewpartner gut
kennen, bleibt es auch in der taz beim du.
taz: Welche Platte hast du eigentlich zuletzt mal aufgelegt bei dir zu
Hause?
Peter Schimmelpfennig: Die letzte Schallplatte war von Black Rock Berlin.
Das ist eine junge alte Band. Die besteht aus Ex-Mitgliedern der
Westberliner Bands PVC, einer legendären Punkband der 70er Jahre, und Bel
Ami, die mit „Berlin bei Nacht“ einen Hit hatten. Die Überlebenden dieser
Bands haben sich zur neuen Formation Black Rock Berlin zusammengetan. Die
machen allerbeste deutschsprachige Rockmusik. Arno Koch, der Ex-Bassist von
Bel Ami hatte mich seinerzeit angesprochen, ob ich die Band nicht einmal im
Probenraum besuchen wolle. Meine Meinung war ihnen wichtig. Das habe ich
mit großem Vergnügen getan und was ich da hörte, hat mich überzeugt. Mit
Michael Zimmerling am Pult ist ein großartiges Doppelalbum entstanden:
„Symphonie in Schwarz“.
taz: Das ist offenbar nicht die einzige Band, um die du dich kümmerst?
Schimmelpfennig: Stimmt. Außerdem habe ich der [1][Band Udo Butter und das
Team] ein bisschen in den Sattel geholfen. Das sind sechs junge Kerle wie
ein Rudel junger Hunde; eine Ska-Band mit wunderbar frechen Texten, zum
Beispiel über den Mietenwahnsinn und Bodenspekulationen in Berlin: „Diese
reichen Pisser gehen mir auf den Sack, machen Patte mit dem Boden dieser
Stadt.“ Wundervoll. Ich habe die ersten Titel der Band produziert und die
EP „Reiche Pisser“ veröffentlicht. Und mit großer Begeisterung kümmere ich
mich um das [2][Jazzorchester X-berg].
taz: Als Manager?
Schimmelpfennig: Mehr als Fan und Kümmerer. Mein Sohn Konrad hat dort
früher mitgespielt und die Verbindung zum Leiter der Band, Christian
Fischer, ist nie abgebrochen. Irgendwann dachte ich, dass man ein bisschen
mehr mit ihnen veranstalten könne und so machen wir mit dem Jazzorchester
X-berg vier, fünf Veranstaltungen im Jahr in Berlin. Das macht unerhörten
Spaß. Mit 20 Musikanten ist eigentlich alles viel einfacher als mit einer
Rockband aus fünf Mann. Die 20 Leute wissen immer „wann, was, wo, wie“. Da
musst du nichts erklären. Das ist eine Wonne.
taz: Du magst offenbar ein breites musikalisches Spektrum. Weil du aus
einer Musikerfamilie kommst?
Schimmelpfennig: Ja, in meiner Familie gab es viele Musiker. Die Vorfahren
der Schimmelpfennige tummelten sich an der Elbe in der Altmark, ehe sie
irgendwann in die Großstadt Hamburg zogen. Mein Vater war ab 1933 Organist
am Hamburger UFA-Palast, Europas größtem Filmtheater. Kino war damals etwas
ganz anderes als heute. Zur Einstimmung auf das Ereignis Kinofilm wurde
Musik gemacht. Es fuhr eine riesige Wurlitzer-Orgel hoch und auf der
spielte mein Vater. Er trat auch häufig im Berliner UFA-Filmpalast am Zoo
auf, produzierte Schallplatten und der Großdeutsche Rundfunk übertrug
regelmäßig Livemusik von ihm. Als er ein Angebot von der UFA Wien bekam,
zog er mit Frau und der kleinen Tochter nach Wien, wo ich 1944 zur Welt
gekommen bin. Als die Deutschen nach dem Krieg dort nicht mehr so gelitten
waren und „gebeten“ wurden, Österreich zu verlassen, kam die Familie wieder
nach Hamburg. Mein Vater, der in der NSDAP gewesen war, konnte seine
Karriere im Nachkriegsrundfunk nicht fortsetzen. Er tourte erfolgreich mit
einer Hammond-Orgel durch Europa. Meine Mutter war von Hause aus Musikerin,
eine klassische Harfenistin.
taz: Und du hast als Jugendlicher die neue Beatmusik für dich entdeckt?
Schimmelpfennig: Oh ja. Weil Engel nun mal furchtbar langweilig sind,
fühlte ich mich zu den Teufeln hingezogen. Sprich dem Kiez und den jungen
Rock-’n’-Roll- und Beatmusikern auf der Reeperbahn und Großen Freiheit. Das
hat mich immer fasziniert. Ich war neugierig auf das Leben, auf das
Spannende. Hamburg war damals das selbsternannte Tor zur Welt, nicht nur
wirtschaftlich, sondern auch musikalisch. Fats Domino, Tony Sheridan, die
Beatles, Jerry Lee Lewis, Ray Charles, Bill Haley und, und, und – sie alle
kamen nach Hamburg. Ich habe mich aber auch für die Jazz-Leute
interessiert, sogar für Free Jazz von Ornette Coleman. Die Musiker in den
Reeperbahn-Clubs waren damals noch keine strahlenden Helden, die in Geld
schwammen. Die jungen Bands spielten sich für kleines Geld den Arsch ab. Es
gab auch keine Förderung. Das ist übrigens auch etwas, was ich bis heute
ablehne: dass Bands Kohle vom Staat nehmen und sich fördern lassen. Wenn
ich daran denke, unter welch erbärmlichen Bedingungen die Beatles auf der
Reeperbahn gehaust, aber ihre Musik gemacht haben. Das war und ist der
Stoff, aus dem die großen Musikerkarrieren damals wie heute entstehen.
taz: Aber es wird sicherlich auch Leute geben, die sagen: Aller möglicher
Kram wird vom Staat gefördert, warum nicht auch ein bisschen Kultur?
Schimmelpfennig: Na gut, ich habe halt andere, extremere Lebenserfahrungen.
Ich kenne frühere Bands, da sind die Freundinnen der Musiker auf den Strich
gegangen, damit sich die Bands Instrumente leisten konnten. Das soll es
heute natürlich nicht mehr gehen, völlig klar.
taz: Hast du schon als Jugendlicher gespürt, dass du mal irgendwas mit
Musik machen willst?
Schimmelpfennig: Mir wurde schon früh klar, dass Musik in meinem Leben eine
Rolle spielen soll. Einerseits war das fast vorgegeben, weil Vater, Mutter,
Großvater, Tanten, Onkel alle Musiker waren. Andererseits wollte ich kein
klassischer Orchestermusiker werden. Auf einem harten Stuhl zu sitzen und
auf den Einsatz zu warten, das wäre nichts für mich. Ich brauchte und
wollte Abwechslung und Vielfalt.
taz: Für die hast du selbst in den 1960ern gesorgt, in dem du mit
Schallplatten aus England gehandelt hast und sogar mit Bootlegs, also nicht
autorisierten Mitschnitten von Live-Konzerten.
Schimmelpfennig: Ja. Schallplatte war damals noch ein Zauberwort.
Live-Alben gab es kaum. Dass ich da reinrutschte, war ein Nebeneffekt von
meinen Kiez-Abenteuern. Natürlich kam ich da mit allen möglichen Leuten in
Verbindung. Jedenfalls haben wir ein Bootleg vom englischen Duo Hardin &
York gemacht. Wir waren in Hamburg die Ersten, die das gemacht haben. Die
Bootlegs-Platten habe ich in den Kofferraum meines BMW gepackt und bin von
Flensburg bis München gefahren, um sie zu verkaufen. Immer cash in die
Täsch. Lustige Zeit. Über Legalität haben wir nicht groß nachgedacht. Es
gab keine strafrechtliche Verfolgung. Man betrachtete die Sache noch als
eine Art Kavaliersdelikt. Das Musikbusiness war gänzlich anders.
taz: Deine größte Innovation – wenn man das so sagen darf – war sicher,
Mitte der 70er Jahre DDR-Rockmusik in den Westen zu bringen. Wie kam es
dazu?
Schimmelpfennig: Ich arbeitete 1974 als Promoter für eine Hamburger
Plattenfirma für Künstler wie Genesis, Status Quo oder Mike Krüger und war
oft mit dem Auto zwischen Hamburg und meiner Wohnung in Berlin-Kreuzberg
unterwegs. Als ich eines Tages wieder auf der Autobahn von West-Berlin nach
Westdeutschland fuhr, hörte ich in einem Funkloch ohne die Westbeliner
Sender SFB oder Rias im DDR-Rundfunk den Song „Geh zu ihr“ von den Puhdys.
Der Titel faszinierte mich sofort. Als ich später mal mit Mike Krüger und
seiner Frau in Ost-Berlin essen war und uns der DDR-Rundfunkmann Wolfgang
Martin wegen eines Interviews ansprach, suchte ich über ihn den Kontakt zu
den Puhdys. Das gelang und anfangs dachte ich eher an ein schnelles
Geschäft. Aber die Band überzeugte mich, dabei zu bleiben. Ich mochte sie
und blieb also dabei. In gewisser Weise hat das auch mein Leben ziemlich
verändert, nicht nur wirtschaftlich.
taz: Sondern?
Schimmelpfennig: Die DDR, die ich als Beute-Berliner ja nur von der
Transitstrecke her kannte und aus dem DDR-Fernsehen, das ich gelegentlich
schaute, empfand ich als grau und grottig. Doch nun lernte ich dieses Land
Stück für Stück kennen. Ich übernahm ja später von der DDR-Plattenfirma
[3][VEB Deutsche Schallplatten Berlin/Amiga] auch Platten von Karat und
City auf mein Label Pool und brachte die Bands in den Westen. Ich lernte
also die Menschen kennen; die Leute von meinen Ostpartnern Amiga,
DDR-Künstleragentur und den Verlagen.
taz: Und?
Schimmelpfennig: Und auf einmal stellst du fest, in dem Land gibt es ein
richtig pralles Leben, das sich kaum unterscheidet von dem im Westen. Mit
richtigem Leben, damit meine ich Suff und Sex und auch diese ganzen
Verrücktheiten, die mit Jungsein verbunden sind. Das hatte ich so nie
erwartet. Ich kam ja aus so einer Welt, die so ganz anders war und wo es
alles im Überfluss gab. Und dann bist du in einer Welt, in der es an vielem
mangelt und man sich um alles kümmern musste. Da blühte viel Kreativität.
Das wuchs mir schnell ans Herz. Da wurden mir als nicht so politischem
Menschen einige Dinge doch klarer.
taz: Trotz deiner guten Geschäfte mit der DDR-Künstleragentur und Amiga
hast du dich immer auch etwas distanziert verhalten. Verbrüderungsaktionen
mit Funktionären gab es nicht?
Schimmelpfennig: So viel wusste ich: dass es Überwachung geben würde. Wie
intensiv und subtil diese stattfand, habe ich allerdings erst viel später
begriffen. Ich weiß nur, dass von der Stasi viel Unsinn aufgeschrieben
wurde und man offenbar jede Kleinigkeit beobachtete. Ich habe mir damals
überlegt: Wie schützt man sich gegen Anbandelungsversuche? Meine Strategie
war: Gib den Geschwätzigen überall und jedem gegenüber. Es gab keine
Geheimnisse. Insofern war ich für die Stasi völlig ungeeignet. Wer ihnen
geeigneter erschien, war mein damaliger Anwalt. Der bekam mal von der Stasi
Besuch und sollte angeworben werden. Man wusste, dass er SPD-Mitglied war
und legte ihm nahe, seine Mitgliedschaft wieder zu aktivieren. Bei der
dünnen Personaldecke der Sozialdemokraten könne er leicht Karriere machen,
meinten sie, und nebenbei ein paar Informationen liefern, natürlich im
Namen von Frieden und Freiheit. Er hat mir das sofort erzählt. Daraufhin
habe ich den Generaldirektor vom VEB Deutsche Schallplatten angerufen und
ihn gebeten, Einfluss zu nehmen, damit solche Versuche unterbleiben.
taz: Du hast auch die Undergroundszene kennengelernt, etwa durch Aljoscha
Rompe, den Chef der Band [4][Feeling B]. Das war eine ganz andere Welt?
Schimmelpfennig: Absolut. Ich wusste zwar, dass es so etwas gab, aber ich
hatte keine Vorstellung davon. Bands wie die Puhdys, City oder Karat waren
professionelle Formationen. Sie machten ihre Tourneen, produzierten Platten
und verdienten ihr Geld. Der Underground war für sie fremd. Das waren zwei
völlig unterschiedliche Welten. Aljoscha Rompe durfte ja mit seinem
Schweizer Pass auch in den Westen und stand eines Tages mal in meinem
Kreuzberger Büro. Er lud mich dann nach Ost-Berlin ein, wir tranken
zusammen Wodka und er nahm mich mit zu Punkkonzerten. Das war etwas, das
ich in meinem Leben nie wieder erlebt habe. Schräg, wild, unangepasst –
Punk vom Allerfeinsten. Selbst in West-Berlin hatte ich so etwas nicht
gesehen. Punk war mir bis dahin eher fremd, aber es war unglaublich
spannend.
taz: Du hattest auch international Erfolg, etwa mit dem Drummer George
Kranz 1983 in den USA …
Schimmelpfennig: Ja, mein größter Erfolg wurde tatsächlich mein größtes
Problem. George Kranz war Studiomusiker und arbeitete mit am Album
„Kneisel’s Gala“ im Tangerine-Dream-Studio in Spandau. George trommelte bei
mehreren Produktionen und da entstand die Idee zum „Trommeltanz Din Daa
Daa“. Obwohl ihn zunächst keiner haben wollte, wurde der Titel über
Frankreich plötzlich ein Hit zunächst in Europa und dann sogar in den USA.
Ich bekam ein Angebot von Elektra-Records, habe es aber nicht angenommen
und mich stattdessen auf ein Independent-Label eingelassen. Das stellte
sich als Fehler heraus, denn am Ende wurde ich nicht bezahlt. Ich blieb auf
enormen Kosten sitzen.
taz: Hattest du Angst, dass deine Zeit im Musikgeschäft vorbei ist?
Schimmelpfennig: Natürlich war das eine schwierige Zeit. Ich hatte
plötzlich rund 900.000 Mark Schulden bei der Bank und ich habe einige
Nächte schlecht geschlafen. Aber ich war noch jung und wollte weitermachen.
Ich habe meinen Verlag und so ziemlich alles verkauft, was ich besaß.
Selbst mein Ferienhaus auf Fehmarn, aber den Ballast brauchte ich ohnehin
nicht. Es war keine einfache Zeit, aber ich konnte und musste auch mit
Tiefschlägen umgehen können.
taz: Dein Geschäftsmodell sah auch vor, dass du der DDR Weststars für
Konzerte besorgt hast, zum Beispiel James Brown. Mit dem Mauerfall brach
dein Ost-West-Geschäft zusammen, der DDR-Rock geriet in eine Krise. Hat es
dich überrascht, dass er später unter dem Begriff „Ostrock“ ein Revival
erleben würde?
Schimmelpfennig: Ich war mir ziemlich sicher, dass es so kommen würde,
einfach weil die Musik Teil des Lebens vieler DDR-Bürger war.
taz: Der Begriff „Ostrock“ gefällt dir aber nicht?
Schimmelpfennig: Der Begriff, sicher von einem schlauen Marketingfritzen
ausgedacht, hat mich immer gestört, weil er für mich etwas Trennendes hat.
Was soll das sein, Ostrock? Kann Udo Lindenberg Ostrock?
taz: In Neuruppin gibt es im Juni zum zweiten Mal ein eigenes
Ostmusik-Festival mit Bands, die ihre Wurzeln in der DDR haben. Ist der
Ostrock doch mehr als eine eigentümliche Episode der Musikgeschichte?
Schimmelpfennig: Definitiv. Diese Kreativität deutschsprachiger Rockmusik
gab es im Westen so nicht. In der DDR entstanden sehr eigenständige
Kunstformen. Die Rockautoren waren oft echte Poeten: Leute wie Werner Karma
oder Ulrich Plenzdorf. Diese Entwicklung hat tatsächlich dazu beigetragen,
dass auch im Westen mehr deutsch gesungen wurde. Was mich in der DDR
außerdem beeindruckte, war der Unternehmergeist der Bands. Sie
funktionierten wie kleine Firmen. Hätte die DDR mehr Vertrauen in ihre
Bürger gehabt, gäbe es sie vielleicht heute noch, wer weiß. Aber der Staat
war immer misstrauisch und ideologisch geprägt.
taz: Die DDR war kein freiheitliches Land, obwohl es mehr Freiheiten gab,
als man denkt. Freiheit scheint für dich eine große Rolle zu spielen. Du
gehörst sogar zu den wenigen Menschen, die heute die FDP vermissen. Warum?
Schimmelpfennig: Weil ich ein Freund des Liberalismus bin. Selbst machen,
statt nach dem Staat rufen, ist mein Credo. Wir haben neulich mit meinem
FDP-Nachbarn die Umgebung des S-Bahnhofs Charlottenburg von Müll und Unrat
befreit. Niemand hat uns darum gebeten. Wir waren so frei. Bei mir um die
Ecke ist ein Edeka-Laden, in dem ich einkaufe. Vor dem Eingang sah ich
kürzlich lauter Müll an vier Baumscheiben. Als ich den Ladenchef darauf
ansprach, erklärte er mir, das sei nicht sein Zuständigkeitsbereich, das
sei nicht seine Sache. Seine Sache seien die 1,50 Meter von der
Ladenfassade. Aber genau darum geht es: Nicht auf die BSR oder den Staat
warten. Verantwortung übernehmen. Dafür stand und steht die FDP immer …
Eigentum verpflichtet. Es sind unsere Straßen, unsere Parks, unsere Bäume.
Es ist unsere Stadt! Es ist unser Land!
taz: Den Freiheitsbegriff reklamiert heute auch die AfD für sich. Das
scheint dich besonders zu reizen?
Schimmelpfennig: Absolut, weil die AfD – diese teutschen, strengen,
spießigen Alleswisser – nicht für meine Freiheit steht. Jeder kann das
wählen, was er will. Ich erinnere mich an meinen Vater, der die Nazis
unterstützte und der wie viele andere nach dem Krieg sagte: „Ich war doch
kein Nazi – ich habe die nur gewählt.“ Heute höre ich Ähnliches: „Wir sind
doch keine Rechtsextremen – wir wählen die nur.“ Das bereitet mir Sorgen.
Deshalb hatte ich in Höckes Wahlkreis Greiz 2 vor der Thüringer
Landtagswahl Plakate geklebt, mit denen ich darauf hingewiesen habe, dass
Blau eine gut übertünchend deckende Deckfarbe auf braunem Untergrund ist.
Ich war so frei.
7 May 2026
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