# taz.de -- Shootingstar des SC Freiburg: Unberechenbar und unheimlich begehrt
       
       > Im Viertelfinale der Europa League setzt der SC Freiburg auf den
       > 20-jährigen Senkrechtstarter Johan Manzambi. Er hat das Potenzial zum
       > Weltstar.
       
 (IMG) Bild: Flink und technisch versiert: Johan Manzambi könnte der nächste Rekordtransfer für den SC Freiburg werden
       
       Fünfzehn Jahre ist es her, dass Johan Manzambi mit seinem Vater regelmäßig
       die Jugendspiele von Servette Genf besuchte. Johans älterer Bruder Neftali
       kickte dort, und der kleine Johan oben auf der Tribüne wusste: „Ich will
       auch spielen.“ Wann er bei Servette anfing, kann Manzambi heute gar nicht
       genau sagen. Sicher ist er sich aber, dass ihn vor allem das Fußballspielen
       mit dem acht Jahre älteren Neftali und dessen Freunden auf dem Schulhof in
       Genf weitergebracht hat.
       
       Als kleiner Knirps mit Jungs zu kicken, die alle schon zwölf oder dreizehn
       waren, habe „großen Spaß gemacht“, erzählte der 20-Jährige der Baseler bz
       vor gut drei Monaten. „Und es hat mir sicher auch viel geholfen.“
       Förderlich für seine Karriere, die im vergangenen Jahr enorm Fahrt
       aufgenommen hat, war zudem der Entschluss, mit 17 aus Genf zum SC Freiburg
       zu wechseln.
       
       Im Breisgau kam der Teenager aus dem südwestlichen Zipfel der Schweiz
       schließlich von Anfang an gut klar: Nach sechs Monaten in Freiburgs U19
       folgte das Drittligadebüt in der zweiten Mannschaft des Sport-Clubs
       (Februar 2024), dann das erste Bundesligaspiel (September 2024). Am 12.
       April 2025 erzielte Manzambi seinen Premierentreffer in Deutschlands
       Fußball-Beletage, eine Woche später stand er erstmals in der Freiburger
       Startelf.
       
       Früher wollte Manzambi, dessen Eltern [1][aus der Demokratischen Republik
       Kongo] und aus Angola stammen, Torwart werden. Gegen sein großes Vorbild
       Manuel Neuer traf er in dieser Saison in beiden Bundesligaduellen mit den
       Bayern, zuletzt am Ostersamstag mit einem sehenswerten Fernschuss. Sein
       Vater und der Bruder mussten ihm zuvor allerdings erst mal klarmachen, dass
       er technisch viel zu gut ist, um im Tor zu stehen.
       
       ## Allerbeste Prognosen für eine Weltkarriere
       
       Das Votum der älteren männlichen Familienmitglieder setzte sich durch. Die
       These, dass der technisch starke, flinke und unberechenbare Fußballer
       einmal zum Rekordtransfer des SC wird, gilt in Freiburg inzwischen längst
       nicht mehr als gewagt. Der 57-malige Schweizer Nationalspieler [2][Philippe
       Senderos,] früher unter anderem beim FC Arsenal, AC Mailand und Aston Villa
       beschäftigt, beispielsweise schwärmt von Manzambi: „Er kann eine ganz große
       internationale Karriere machen. ‚The sky is the limit‘ für ihn.“
       
       Dabei passt der Mittelfeldallrounder, dessen Grenze laut Senderos der
       Himmel sein soll, mit seiner bescheidenen, fleißigen Art zunächst mal
       perfekt zu den durch und durch geerdeten Freiburgern. Anderseits ist
       Manzambi so ehrgeizig, dass er im letzten Sommertrainingslager seines Clubs
       laut nachdachte: „Einmal die Champions League zu erreichen, wäre sehr
       schön. So denke ich nun mal.“
       
       Zwei Monate zuvor hatte Freiburg dieses große Ziel [3][im direkten Duell
       mit Frankfurt beim Ligafinale verpasst.] Ein knappes Jahr später besteht
       die theoretische Chance, das Versäumte mit dem Gewinn der Europa League
       nachzuholen. Den ersten Einzug des Vereins in ein europäisches
       Viertelfinale haben die Südbadener vor drei Wochen gegen Genk schon mal
       bewerkstelligt. Nun wartet in der Runde der letzten acht der spanische
       Vertreter Celta Vigo.
       
       Anders als im Achtelfinale findet das Hinspiel am Donnerstag in Freiburg
       statt. Mut macht dem Team von Julian Schuster dabei nicht zuletzt der
       leidenschaftliche Auftritt beim österlichen 2:3 gegen die Bayern. Ein
       Duell, das die Münchner, laut Schuster zu den „Top drei international“
       zählend, erst in der neunten Minute der Nachspielzeit für sich entschieden.
       
       Igor Matanović dient diese Partie als Blaupause für das erste Duell mit
       Vigo, aktuell auf Rang sechs in La Liga. „Sehr intensiv und unangenehm für
       den Gegner“ sei die Spielweise der Freiburger da mal wieder gewesen, findet
       der kroatische Mittelstürmer und führt den Gedanken weiter aus: Wenn man
       wie gegen den FCB spielen werde, „dann können wir Celta Vigo schlagen“.
       
       Der erneuten Teilnahme am Europacup wären die Freiburger, die das
       internationale Geschäft auch noch über die Liga und den DFB-Pokal erreichen
       können, damit wieder einen Schritt näher gekommen. Das gilt auch für den
       ambitionierten, von mehreren europäischen Topklubs umworbenen Shooting-Star
       Johan Manzambi. Denn der junge Mann, seit Juni 2025 Schweizer
       Nationalspieler, sprach in der Vergangenheit auch schon mal über sein
       größtes Karriereziel. Das da lautet: Irgendwann einmal die Champions League
       zu gewinnen.
       
       8 Apr 2026
       
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