# taz.de -- Mieten in Großstädten: Teuer, teurer, Berlin
       
       > Mit 69 Prozent in 10 Jahren verzeichnet Berlin den höchsten Anstieg bei
       > Angebotsmieten bundesweit – trotz Mietpreisbremse. Noch sind die Mieten
       > in München höher.
       
 (IMG) Bild: Fernsehturm oder Mieten: Wer ist höher?
       
       dpa | Trotz Mietpreisbremse müssen Wohnungssuchende in Großstädten heute im
       Schnitt 43 Prozent mehr zahlen als vor zehn Jahren. [1][In Berlin sind es
       sogar 69 Prozent mehr] – der höchste Zuwachs bundesweit. Dies geht aus der
       Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren
       Lay hervor.
       
       Das Bauministerium bezieht sich dabei auf Angebotsmieten ohne Nebenkosten
       von im Internet inserierten Wohnungen in 14 Großstädten. Demnach stieg die
       geforderte Kaltmiete in Berlin von 9,02 Euro je Quadratmeter im Jahr 2016
       auf 15,25 Euro im vergangenen Jahr. Bei den Steigerungsraten lag Leipzig
       mit 67 Prozent auf Platz zwei, danach kamen Bremen und Duisburg mit jeweils
       46 Prozent plus, Essen und Düsseldorf mit 43 und Hamburg mit 42 Prozent.
       
       München liegt mit einem Plus von 37 Prozent unter dem Schnitt, doch waren
       dort die Mieten schon 2016 sehr hoch. Mit 21,29 Euro je Quadratmeter war
       die bayerische Landeshauptstadt bei Neuvermietungen 2025 so teuer wie keine
       andere deutsche Großstadt. Frankfurt am Main erreichte nach einem
       Zehn-Jahres-Plus von 39 Prozent einen Durchschnittswert von 16,58 Euro. In
       Stuttgart waren es bei 37 Prozent Zuwachs nun 16,06 Euro je Quadratmeter.
       
       Das Ministerium weist darauf hin, dass neue Vermietungen über andere Wege
       als Internetinserate womöglich günstiger sind, so etwa über Wartelisten bei
       Wohnungsbauunternehmen oder direkte Vermittlung. „Die Angebotsmieten im
       Internet inserierter Wohnungen sind nicht repräsentativ für das gesamte
       Wohnungsangebot von Neuvermietungen“, heißt es in der Antwort.
       
       ## Deckel statt Bremse?
       
       Linken-Politikerin Lay verweist dennoch auf eine „Mietpreisexplosion“ und
       spricht von politischem Versagen. „Die [2][Mietpreisbremse] kann im
       Einzelfall wirken, taugt aber nicht, um den rasanten Anstieg von
       Angebotsmieten auszubremsen“, sagte Lay.
       
       Die Mietpreisbremse gilt seit 1. Juni 2015 für die Vermietung von
       bestehenden Wohnungen in sogenannten angespannten Wohnungsmärkten. Die
       Miete darf höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete
       liegen. Lay kritisiert, dass Ausnahmen das Instrument schwächten, so etwa
       Möblierungszuschläge oder Kurzzeitvermietungen.
       
       Die Linke wirbt seit Jahren für einen bundesweiten Mietendeckel, der Mieten
       strikter begrenzen würde als die Preisbremse. Zudem will die Partei ein
       [3][härteres Vorgehen gegen Mietwucher], also Mieten, die 20 Prozent oder
       sogar 50 Prozent über der üblichen Vergleichsmiete liegen.
       
       6 Apr 2026
       
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