# taz.de -- Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz: Totgesagte leben kürzer
       
       > Die FDP fliegt aus dem Mainzer Landtag. Damit endet die letzte
       > Ampel-Koalition – und die Partei steht auch bundespolitisch vor dem
       > Nichts.
       
 (IMG) Bild: Wahlverliererin Daniela Schmitt
       
       Auf Instagram hatte die FDP-Spitzenkandidatin Daniela Schmitt es kurz vor
       der Wahl nochmal betont: „Wir sind lebendig!“ Zuvor hatte Bundeskanzler
       Friedrich Merz die Partei für politisch tot erklärt und die Menschen in
       Rheinland-Pfalz aufgefordert, sie sollten lieber die CDU wählen.
       [1][Daniela Schmitt] warf Merz daraufhin vor: „Das ist eines Bundeskanzlers
       unwürdig, das entscheiden die Wählerinnen und Wähler in Rheinland-Pfalz.“
       Die haben jetzt entschieden: Die FDP verpasst mit etwa 2 Prozent den Einzug
       in den Landtag. Am Wahlabend sagte Schmitt in Mainz: „Der Liberalismus wird
       fehlen, auch im Landtag in Rheinland-Pfalz.“
       
       Damit stellt sich auch in Berlin die Frage, wie Christian Dürr und seine
       verbliebenen Leute das, was von der FDP übrig ist, reanimieren können.
       Schon vor zwei Wochen hatte die FDP in ihrem Kernland Baden-Württemberg es
       nicht [2][in den Landtag] geschafft. Sie landete bei 4,4 Prozent der
       Stimmen. Dort hatte Hans-Ulrich Rülke im Wahlkampf auf Verbrenner,
       Kernkraft und Argentinien als Vorbild gesetzt.
       
       Im Gegensatz zu Rülke führte Schmitt den Wahlkampf nicht aus der
       Opposition, sondern als Teil einer Ampel-Koalition. Die Wirtschafts- und
       Verkehrsministerin warb mit den Erfolgen der Regierung: einem modernen
       Bestattungsgesetz, dem Motorradführerschein ab 15 Jahren und der
       [3][Ansiedlung des Pharmakonzerns Eli Lilly] in Alzey. Sich selbst
       bezeichnete Schmitt auf Wahlplakaten als „Zartlinerin“. Die FDP war an 15
       von 18 Landesregierungen in der Geschichte von Rheinland-Pfalz beteiligt.
       2021 erreichte sie noch 5,5 Prozent.
       
       ## Alle gegen die FDP – mit einer Ausnahme
       
       Schon Monate vor der Wahl bildeten Umfragen die Partei nicht mehr ab. Im
       Wahlkampf war ein Problem, dass die FDP auf Bundesebene so desaströs
       abschneidet. „Die gescheiterte Bundes-Ampel ist eine schwierige Hypothek“,
       sagte Schmitt der taz.
       
       2016 schaffte es die Partei in den Mainzer Landtag, obwohl die Bundes-FDP
       selbst 2013 aus dem Bundestag geflogen war.Der damalige Spitzenkandidat
       Volker Wissing gilt bis heute als einer der Architekten der Ampel, sowohl
       in Rheinland-Pfalz als auch im Bund. Als die Bundes-Ampel scheiterte, trat
       Wissing aus der FDP aus. Zuletzt warb er dafür, den amtierenden
       SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer zu wählen.
       
       Auch der ehemalige Schatzmeister, der Unternehmer Harald Christ aus Worms,
       zeigte sich auf Wahlvideos für Schweitzer und unterstützte ihn im
       Wahlkampf. Nur Alexander Schweitzer selbst betonte zuletzt in einem
       Podcast, er fände es schade, wenn die FDP aus dem Landtag fliege.
       
       Auch die Unterstützung aus der Bundes-FDP war zuletzt eher verhalten. Zwar
       besuchten Parteichef Christian Dürr und Wolfgang Kubicki Schmitt während
       des Wahlkampfes, die Spitzenkandidatin selbst wurde aber 2025 nicht mehr
       ins Präsidium gewählt und verlor damit Einfluss in der Partei.
       
       Nun ist die FDP nur noch in sechs von 16 Landesparlamenten vertreten. An
       einer Regierung beteiligt ist sie nur noch in Sachsen-Anhalt. Aber auch
       dort droht die Partei im Herbst aus dem Parlament zu fliegen.
       
       22 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Landtagswahlen-in-Rheinland-Pfalz/!6158781
 (DIR) [2] /Landtagswahl-in-Baden-Wuerttemberg/!6160426
 (DIR) [3] /Linke-ueber-Medizinforschungsgesetz/!6018297
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jana Laborenz
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
 (DIR) Wahl in Baden-Württemberg
 (DIR) FDP
 (DIR) GNS
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
 (DIR) Schwerpunkt Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
 (DIR) FDP
 (DIR) Volker Wissing
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Grüne bei der Rheinland-Pfalz-Wahl: Grüne wollen sich gerne über 8 Prozent freuen
       
       Spitzenkandidatin Katrin Eder zieht eine positive Bilanz: Man habe mit
       Klima-Themen punkten können. Dennoch verliert sie an die SPD.
       
 (DIR) Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz: Die Letzte macht die Ampel aus
       
       Noch regiert die FDP in Rheinland-Pfalz. Aber ob sie es wieder in den
       Landtag schafft, ist unklar. Wie Daniela Schmitt ums Überleben ihrer Partei
       kämpft.
       
 (DIR) Landtagswahl in Baden-Württemberg: FDP komplett rasiert
       
       Die FDP fliegt knapp aus dem Stuttgarter Landtag. Wäre mit einer anderen
       Spitzenkandidatin mehr drin gewesen?
       
 (DIR) Ex-Verkehrsminister wird Berater: Wissing geht den Politik-Wirtschafts-Kreislauf
       
       Der Ex-Verkehrsminister wechselt zu einer Beratungsfirma. Die gehört einem
       ehemaligen Parteikollegen mit erstaunlichen Parallelen in der Vita.