# taz.de -- Hackerangriff auf Kunstmuseum in Florenz: Alarm in Uffizien-Galerie
       
       > Die Kunstsammlung gehört zu den weltweit bekanntesten Museen. Nach einem
       > Angriff aufs IT-System wurden wichtige Stücke in Sicherheit gebracht.
       
 (IMG) Bild: Besucher n der Uffizien-Galerie in Florenz
       
       dpa | Aus Angst vor einem spektakulären Einbruch wie im Louvre sind nach
       einem Hackerangriff auf die Uffizien in Florenz zahlreiche
       Ausstellungsstücke in Sicherheit gebracht worden. Das Museum – mit mehr als
       fünf Millionen Besuchern pro Jahr eines der bekanntesten der Welt – ließ
       zudem in aller Eile Türen und Notausgänge zumauern. Nach einem Bericht der
       italienischen Tageszeitung Corriere della Sera versuchten die unbekannten
       Täter bereits, mit den gestohlenen Daten eine Art Lösegeld zu erpressen.
       
       In vielen Museen rund um die Welt sind die Sorgen vor Einbrüchen seit
       einiger Zeit groß. Grund dafür ist [1][der spektakuläre Kunstraub im Louvre
       in Paris,] wo im Oktober 2025 ein Teil der französischen Kronjuwelen
       gestohlen wurde. Bei [2][den Uffizien] gelang es den Hackern nach
       Informationen aus Ermittlungskreisen seit Februar immer wieder, in die
       interne Datenbank einzudringen. Dabei fielen ihnen neben Passwörtern und
       Zugangsdaten zum Fotoarchiv auch genaue Lagepläne sowie die Standorte der
       Überwachungskameras in die Hände.
       
       ## Lösegeldforderung aufs private Handy des Museumsdirektors
       
       Dem Corriere della Sera zufolge gelangten die Hacker zudem an die private
       Handynummer von Uffizien-Direktor Simone Verde. Auf diese Weise sei dann
       die Lösegeldforderung übermittelt worden. Inzwischen ermitteln
       Staatsanwaltschaft und Polizei. Auch Italiens Behörde für Cyber-Sicherheit
       ist eingeschaltet. Offiziell gab es von Uffizien-Direktor Verde, der das
       Museum seit dem Abgang seines deutschen Vorgängers Eike Schmidt 2024
       leitet, keinen Kommentar.
       
       Das Museum selbst hatte zuvor schon von Angriffen auf sein IT-System
       berichtet, ohne allerdings Details zu nennen. Die fast 500 Jahre alten
       Uffizien gehören zu den bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt, mit einem
       Schwerpunkt auf Gemälden und Skulpturen aus der Renaissance. Zum Bestand
       zählen berühmte Werke von Italienern wie Michelangelo, Raffael, Leonardo da
       Vinci und Sandro Botticelli, aber auch von Rembrandt und Hans Holbein. Zu
       den Uffizien gehören auch der Palazzo Pitti und die Boboli-Gärten.
       
       ## Schmuckstücke jetzt im Tresor der Bank von Italien
       
       Nach Informationen des Corriere della Sera wurden Schmuckstücke aus dem
       Tesoro dei Granduchi (Schatzkammer der Großherzöge) nun sicherheitshalber
       in einen Tresorraum der Banca d'Italia gebracht, der italienischen
       Notenbank. Mehrere Ein- und Ausgänge blieben jetzt bis auf Weiteres
       geschlossen. Zudem wurden neue Kameras installiert. Befürchtet werde auch,
       dass Informationen wie das umfangreiche digitale Archiv des Museums, das in
       jahrelanger Arbeit erstellt wurde, im Darknet landen.
       
       Der Zeitung zufolge, die sich auf die Angaben von Ermittlern und
       Museumsmitarbeitern stützt, könnten die Hacker bereits im August
       vergangenen Jahres erstmals in das IT-System der Uffizien eingedrungen
       sein. Wahrscheinlich sei dies über eine Schwachstelle in einer veralteten
       Software für die Verwaltung der Bilder geschehen, hieß es. „Das war eine
       der wenigen Stellen, die noch nicht digitalisiert waren. Da sind sie
       reingekommen“ zitierte das Blatt eine interne Quelle im Museum.
       
       Die Uffizien gehören zusammen mit dem Kolosseum in Rom und den Anlagen der
       vom Vulkan Vesuv verschütteten Stadt Pompeji zu den meistbesuchten
       Sehenswürdigkeiten Italiens. Noch mehr Besucher als die Gemäldegalerie in
       Florenz haben die Museen des Vatikans, die auf dem Gelände des katholischen
       Kirchenstaats mitten in Rom liegen. Auch dort waren nach dem Einbruch im
       Louvre die Sicherheitsvorkehrungen für die Sixtinische Kapelle und die
       anderen Räume verstärkt worden.
       
       3 Apr 2026
       
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