# taz.de -- Parlament wählt Min Aung Hlaing: Ex-Junta-Chef wird Präsident von Myanmar
       
       > Nach über fünf Jahren Militärdiktatur hat das Parlament in Myanmar den
       > ehemaligen Putschführer Min Aung Hlaing zum Präsidenten gewählt. Der
       > Bürgerkrieg hält an.
       
 (IMG) Bild: Myanmars Ex-Junta-Chef Min Aung Hlaing ist neuer Präsident Myanmars
       
       ap | Mehr als fünf Jahre nach der Machtübernahme des Militärs in Myanmar
       ist der damalige Putschführer Min Aung Hlaing zum Präsidenten des
       südostasiatischen Landes gewählt worden. Nominell markierte die Abstimmung
       im Parlament am Freitag nach den Jahren der Militärherrschaft unter Min
       Aung Hlaing die Rückkehr zu einer demokratisch gewählten Regierung.
       Allerdings sahen Beobachter darin nur einen Versuch der Streitkräfte, ihre
       Macht mit dem Anschein demokratischer Legitimation weiter zu zementieren.
       
       Aung Lin Dwe, Präsident des gemeinsamen Ober- und Unterhauses, gab bekannt,
       dass Min Aung Hlaing 429 der 584 Stimmen erhalten habe. Die beiden
       Zweitplatzierten wurden zu Vizepräsidenten ernannt.
       
       [1][Es galt schon im Vorfeld als sicher], dass der bisherige
       Militärmachthaber den Posten des Staatschefs übernimmt, weil vom Militär
       unterstützte Parteien im Parlament über eine überwältigende Mehrheit
       verfügen. Um wie von der Verfassung vorgeschrieben wählbar zu sein, übergab
       er am Montag seinen Posten als Oberbefehlshaber der Streitkräfte an General
       Ye Win Oo.
       
       ## Kampagne gegen Rohingya
       
       Der heute 69-jährige Min Aung Hlaing stand seit 2011 an der Spitze des
       Militärs und verfügte schon damals über erhebliche Macht. International
       bekannt wurde er durch eine Unterdrückungskampagne gegen die muslimische
       Minderheit der Rohingya 2017, die Hunderttausende zur Flucht nach
       Bangladesch trieb, wo sie von Grausamkeiten des Militärs berichteten.
       
       2021 putschte Min Aung Hlaing gegen die Regierung von
       [2][Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi]. Friedliche Proteste
       wurden mit tödlicher Gewalt niedergeschlagen. Demokratieaktivisten
       verbündeten sich mit ethnischen Minderheiten zum bewaffneten Widerstand.
       Ein großer Teil des Landes ist heute in einen Bürgerkrieg verwickelt.
       
       Das Militär verschob die versprochenen Parlamentswahlen immer wieder und
       ließ schließlich im Dezember und Januar wählen. Wichtige
       Oppositionsparteien, darunter Suu Kyis Nationale Liga für Demokratie,
       wurden entweder von der Teilnahme ausgeschlossen oder weigerten sich, unter
       Bedingungen anzutreten, die sie für unfair hielten. Die 80-jährige Suu Kyi
       selbst verbüßt eine 27-jährige Haftstrafe aufgrund von Anschuldigungen, die
       Beobachter als politisch motiviert einstufen.
       
       3 Apr 2026
       
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