# taz.de -- Metas Zensurpolitik: Instagram cancelt Berliner Kitkat-Club
> Profile der Berliner Clubs Kitkat und Insomnia wurden ohne Vorwarnung
> gelöscht. Seit Monaten geht Meta gegen queere Inhalte vor.
(IMG) Bild: Im Kitkat-Club in Berlin bei einer schwulen Party
Der Instagram-Account des Kitkat-Clubs ist wieder aufrufbar. Doch mit
lediglich einem halben Dutzend Beiträgen ist offensichtlich: Hier stimmt
etwas nicht. In einem der jüngsten Posts bewirbt das Kitkat zudem einen
Account auf der Plattform Werz – als „Alternative zu den Big Tech
Social-Media-Plattformen“, wie es heißt.
Kurz vor Ostern hatte Meta, der US-amerikanische Konzern hinter Instagram,
den Account des sexpositiven Clubs mit 220.000 Followern ohne
Vorankündigung gesperrt. Betroffen war nicht nur Berlins bekanntester Club
jener Szene, sondern auch Profile des Nacht- und Swingerclubs Insomnia in
Tempelhof sowie von Partyveranstaltern wurden gesperrt.
Wie zunächst der [1][RBB] berichtete, wurden beide Betreiber mit ihren
verifizierten Accounts nicht über konkrete Gründe der Löschung informiert.
Erfolgt sei lediglich ein Hinweis, dass die Konten beziehungsweise
Aktivitäten gegen „Gemeinschaftsstandards“ verstoßen hätten. Welche das
sein sollen, bleibt unklar. Aus dem Insomnia hieß es dazu: „Wir haben eine
sehr strikte Bilder-Policy – FSK 12 –, das bedeutet, dass alles bedeckt
ist. Es gibt keine freien Brüste zu sehen oder sonst irgendwelche
Genitalien.“
Beide Clubs hätten umgehend Widerspruch eingelegt, auch weil die Accounts
zentrale Kommunikationskanäle seien: Laut Insomnia seien sie essenziell für
„Veranstaltungsankündigungen, Reichweite, Communitypflege, Gästeinformation
und ganz konkret auch für den Ticketverkauf“. Ein Anwalt sei bereits
eingeschaltet, um sich auch rechtlich gegen die Löschung zu wehren.
Während der Original-Account des Kitkat, zwar leicht geschrumpft, vorerst
wieder hergestellt ist, wurde das Konto des Insomnia mit 25.000 Followern
unwiderruflich gelöscht. Der Club ist nun mit einem neuen Kanal präsent,
auf dem es heißt: „In einer ohnehin schon schwierigen Nightlife-Szene
trifft uns das bis ins Mark.“ Die Löschung sei „ein direkter Angriff auf
unseren Club, unsere Mitarbeiter und alle Gäste, die hier ihre Freiheit
gefunden haben“.
## Queere Inhalte werden gelöscht
Meta verbietet in seinen Richtlinien explizite sexuelle Darstellungen, zu
denen auch entblößte Genitalien oder, in den meisten Fällen, sichtbare
Brustwarzen gehören. Die Löschung von Inhalten übernimmt eine KI, die zu
Overblocking neigt, wie Kritiker:innen seit Langem sagen. Im Zweifel
wird also gelöscht.
Doch dass hinter der Löschung einzig eine übersensible KI steht, muss
zugleich bezweifelt werden. Denn laut der NGO Repro Uncensored wurden seit
Mitte März weltweit mehr als 40 Accounts mit feministischen, queeren und
sexpositiven Angeboten gesperrt. In einem Beitrag heißt es: „Das ist kein
Einzelfall der Zensur. Es ist ein breites Muster der Unterdrückung.“
Gelöscht wurde etwa die Seite des Online-Shops Belessa Boutique mit mehr
als 700.000 Followern, die Sexspielzeug für Frauen anbietet. Meta
begründete den Schritt mit der Verwendung von „sexuell expliziter Sprache“,
etwa dem Begriff „Klitoris“. Bereits im Dezember wurden Dutzende [2][Konten
von Anbietern von Abtreibungsdienstleistungen, queeren Gruppen und
Organisationen für reproduktive Gesundheit gelöscht oder eingeschränkt].
Betroffen waren in jüngster Zeit auch diverse Accounts von Clubs und
Partyreihen etwa in London und Amsterdam. Dabei fällt die Sperrung von
europäischen Accounts unter das EU-Gesetz über digitale Dienste. Demnach
müssen User nicht nur Erklärungen für das Konzernhandeln erhalten, sondern
auch die Möglichkeit der Wiedergutmachung.
2 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/04/sexpositive-clubs-kitkat-insomnia-meta-instagram-account-abschaltung.html
(DIR) [2] /Zensur-von-Abtreibungscontent-in-den-USA/!6140928
## AUTOREN
(DIR) Erik Peter
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