# taz.de -- Ermittlungen in Deutschland: Staatsanwaltschaft bejaht Anfangsverdacht gegen Schauspieler Ulmen
       
       > Im November 2024 stellte Collien Fernandes eine Strafanzeige gegen
       > unbekannt. Die Ermittlungen wurden zunächst eingestellt. Nun kommt
       > Bewegung in das Verfahren.
       
 (IMG) Bild: Collien Fernandes auf der Bühne auf dem Hamburger Rathausmarkt während der Demonstration gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen
       
       dpa/afp | Nach einer Strafanzeige von [1][Schauspielerin und Moderatorin
       Collien Fernandes] gegen unbekannt hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe in
       Schleswig-Holstein die Ermittlungen wieder aufgenommen. Dies sei nach
       „Prüfung der Medienveröffentlichungen“ geschehen, teilte Oberstaatsanwalt
       Peter Müller-Rakow der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Staatsanwaltschaft
       Itzehoe sieht einen Anfangsverdacht gegen Ulmen. Die Auswertung der
       Berichterstattung des Magazins Spiegel über den Fall habe zu einer Bejahung
       des Anfangsverdachts geführt, erklärte die Ermittlungsbehörde am Freitag.
       Strafrechtlich gehe es um den Vorwurf der Nachstellung.
       
       Zuvor hatten [2][mehrere Medien berichtet]. Es sollen sich nun weitere
       Prüfungen in der Sache anschließen, wie Müller-Rakow sagte. Weitere
       Auskünfte seien aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich.
       
       ## Anzeige im November 2024 gestellt
       
       Nach früheren Angaben der Itzehoer Staatsanwaltschaft hatte die Geschädigte
       im November 2024 bei der Polizei in Berlin Strafanzeige gegen unbekannt
       erstattet, da durch eine unbekannte Person ein [3][Fake-Account] von ihr
       erstellt worden sei. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte das Verfahren
       übernommen, „weil die angezeigte Handlung wohl innerhalb unseres
       Zuständigkeitsbereiches durch die Anzeigende zur Kenntnis genommen worden
       ist“, sagte Müller-Rakow.
       
       Sie sei darum gebeten worden, für die Ermittlungen relevante Unterlagen zu
       übersenden. Da sie der Bitte nicht nachgekommen sei und somit
       Ermittlungsansätze zur Identifizierung des Täters gefehlt hätten, sei das
       Verfahren durch die Staatsanwaltschaft Itzehoe eingestellt worden.
       Fernandes hatte im Tagesspiegel dieser Darstellung widersprochen.
       
       ## Diskussion über digitale Gewalt
       
       In den vergangenen Tagen gab es bundesweit eine große Diskussion über
       digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen – und breite
       Medienberichterstattung darüber. Tausende Menschen zog es bei
       Demonstrationen auf die Straße, etwa in Hamburg für mehr Schutz für Opfer
       sexualisierter Gewalt.
       
       Vorausgegangen war ein Spiegel-Bericht, in dem Fernandes schwere Vorwürfe
       gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, erhoben hatte.
       Die Schauspielerin hat auf Mallorca Anzeige erstattet, wie eine
       Justizsprecherin auf der spanischen Mittelmeerinsel der Nachrichtenagentur
       dpa bestätigte. Das Verfahren befinde sich noch in einem sehr frühen und
       vertraulichen Stadium, sagte sie am 19. März.
       
       Für Ulmen gilt die [4][Unschuldsvermutung]. Sein Anwalt Christian Schertz
       kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es
       sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“
       handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen
       Schilderung verbreitet“.
       
       ## Bundesrat stellt sich hinter Opfer digitaler Gewalt
       
       Der Bundesrat hat sich solidarisch hinter die Opfer digitaler Gewalt
       gestellt und alle Formen sexualisierter Gewalt verurteilt. In einer
       Entschließung begrüßten die Länder die Absicht der Bundesregierung, ein
       digitales Gewaltschutzgesetz vorzulegen. Sie riefen dazu auf, dieses zügig
       zu verabschieden.
       
       „Es ist überfällig, dass Deutschland ein digitales Gewaltschutzgesetz
       bekommt“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela
       Schwesig. Ihre Regierung hatte den Entschließungsantrag im Bundesrat
       eingebracht.
       
       Die aktuelle Debatte über digitale Gewalt wurde durch schwere Vorwürfe der
       Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner,
       den Schauspieler Christian Ulmen, ausgelöst. Für ihn gilt die
       Unschuldsvermutung.
       
       Schwesig sagte, vor allem Frauen erlebten tagtäglich digitale Gewalt, und
       zwar überwiegend von Männern. „In dem Moment, wo Frauen sich öffentlich
       äußern, Gesicht zeigen, werden sie, weil sie Frauen sind und auch Mädchen,
       beleidigt, sie erleben Hass und Hetze und sie erleben sexualisierte Gewalt.
       Dagegen muss der Staat mit aller Härte vorgehen.“
       
       27 Mar 2026
       
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