# taz.de -- EU-Parlament: KI-Anwendungen für Porno-Deepfakes sollen verboten werden
       
       > EU-Parlament beschließt Verbot von KI-Porno-Deepfakes ohne Einwilligung.
       > Neue Regeln sollen Opfer besser schützen und Täter künftig härter
       > bestrafen.
       
 (IMG) Bild: Ein ausdrückliches Verbot sei „dringend geboten“, argumentieren die Abgeordneten des EU-Parlaments
       
       afp | Die EU geht gegen Porno-Deepfakes und sexualisierte Bilder im Netz
       vor: Das Europaparlament stimmte am Donnerstag in Brüssel für ein Verbot
       von KI-Anwendungen, mit deren Hilfe Nutzer solche Videos und Bilder von
       Menschen ohne deren Einwilligung erstellen können. Das Verbot soll in
       einigen Monaten greifen, sobald die Änderung endgültig beschlossen ist.
       
       Es bezieht sich auf Anwendungen, die mit künstlicher Intelligenz Bilder und
       Videos so verändern oder erstellen können, dass sie „sexuell eindeutige
       Aktivitäten oder intime Körperbereiche einer bestimmbaren Person ohne deren
       Einwilligung“ zeigen. Solche Bilder und Videos „schädigen die Opfer und
       verletzen die Grundrechte auf Würde und Privatsphäre“, heißt es im
       Gesetzentwurf zur Begründung.
       
       Ein ausdrückliches Verbot sei „dringend geboten“, argumentieren die
       Abgeordneten. Die EU reagiert damit unter anderem auf Vorfälle Anfang des
       Jahres, als Nutzer [1][mithilfe des Chatbots Grok] von US-Milliardär Elon
       Musk Millionen sexualisierte KI-Bilder von Frauen und Kindern erstellten
       und online verbreiteten. Mehrere Länder sowie die EU-Kommission leiteten
       Ermittlungen gegen Grok ein, einige sperrten den Chatbot.
       
       Neben den Grok-Fällen gebe es „über 100 Apps, die wirklich nichts anderes
       machen und die absolut darauf spezialisiert sind, diese sexualisierten
       Bilder zu erstellen“, sagte die Grünen-Europaabgeordnete Alexandra Geese.
       „Ich glaube, den Markt kann man hiermit sehr, sehr klar eingrenzen“, fügte
       sie hinzu. Die Branche müsse verstehen, „dass es nicht nicht lohnt, Geld in
       die Entwicklung solcher Systeme zu setzen.“
       
       ## Gegenstück zum Gesetzentwurf von Stefanie Hubig
       
       Das Vorgehen in Brüssel ist das Gegenstück zu einem [2][Gesetzentwurf, den
       Bundesjustizministerin Stefanie Hubig] (SPD) in Kürze vorstellen will: Die
       EU ist für Regeln und Verbote für die Technologie zuständig, die
       Bundesregierung kümmert sich um härtere Strafen für die Täter, die
       pornografische Deepfakes erstellen. Hubig will Gesetzeslücken schließen,
       bislang ist das bloße Erstellen pornografischer Aufnahmen hierzulande nicht
       strafbar.
       
       Einem Entwurf zufolge soll das Erstellen und Verbreiten von Deepfakes
       künftig mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Hubig hatte die Pläne
       vor dem Hintergrund des [3][Falls der Schauspielerin Collien Fernandes]
       angekündigt. Fernandes war in der vergangenen Woche mit Vorwürfen der
       digitalen sexualisierten Gewalt gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen an die
       Öffentlichkeit gegangen. Ulmens Anwalt sprach von einer unzulässigen
       Verdachtsberichtserstattung.
       
       Das EU-Vorgehen ist Teil einer Reihe von Änderungen an einem KI-Gesetz, das
       die EU 2024 beschlossen hatte. Die Reform sieht an anderer Stelle auch
       Lockerungen vor: Regeln für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in
       Sicherheitsbehörden und Gesundheitssystemen etwa sollen verschoben werden.
       Das Europaparlament muss in den kommenden Wochen und Monaten mit dem Rat
       der 27 EU-Staaten über die gesamte Reform verhandeln.
       
       26 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Sexualisierte-Deepfakes-auf-X/!6145025
 (DIR) [2] /Gesetzentwurf-zu-digitaler-Gewalt/!6164876
 (DIR) [3] /Pornografische-Deep-Fakes/!6164415
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Sexualisierte Gewalt
 (DIR) Digitale Gewalt
 (DIR) Deepfake
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
 (DIR) Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
 (DIR) Deepfake
 (DIR) Digitale Gewalt
 (DIR) Collien Fernandes
 (DIR) Digitale Gewalt
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Künstliche Intelligenz: Macht in falschen Händen
       
       Die Aufholjagd bei Künstlicher Intelligenz in Europa droht, die Fehler des
       Silicon Valleys zu wiederholen. Es braucht eine Alternative zu privaten
       Akteuren.
       
 (DIR) Ermittlungen in Deutschland: Staatsanwaltschaft bejaht Anfangsverdacht gegen Schauspieler Ulmen
       
       Im November 2024 stellte Collien Fernandes eine Strafanzeige gegen
       unbekannt. Die Ermittlungen wurden zunächst eingestellt. Nun kommt Bewegung
       in das Verfahren.
       
 (DIR) Gewalt im Internet: Zu spät, zu schwach, zu abhängig von Big Tech
       
       Digitale Gewalt ist ein Geschäftsmodell. Um sie zu verhindern, müssen
       Plattformen reguliert werden. EU-Vorgaben zeigen, wie das funktionieren
       kann.
       
 (DIR) Gesetzentwurf zu sexualisierter Gewalt: Grüne fordern Schutz vor Deepfakes
       
       Die Grünen im Bundestag wollen unbefugte sexualbezogene Aufnahmen und
       Bildmanipulationen unter Strafe stellen. Am Donnerstag diskutiert der
       Bundestag.
       
 (DIR) Maßnahmen gegen digitale Gewalt: Erhöhte Handlungsbereitschaft
       
       Nach der Demo von Sonntag diskutiert die Berliner Landespolitik über
       digitale Gewalt: Ein neues Projekt soll Schutzunterkünfte besser
       vorbereiten.