# taz.de -- Antisemitismus auf der documenta: Das Verstecken hinter dem gerichtlichen Urteil
       
       > Die documenta lehnt eine gütliche Einigung in einer Schmerzensgeldklage
       > wegen antisemitischer Darstellungen auf der documenta 15 ab.
       
 (IMG) Bild: Abbbau des Großbanners „People's Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi bei der Documenta in Kassel 2022
       
       epd/taz | Wegen eines als [1][antisemitisch empfundenen Kunstwerks auf der
       documenta 15] in Kassel hat die documenta gGmbH am Mittwoch vor dem
       Amtsgericht Kassel einen Vergleich abgelehnt. Die Jüdin Bernadette
       Gottschalk aus Laatzen hatte die Kunstausstellung auf 1.500 Euro
       Schmerzensgeld verklagt. Als Vergleich hatte sie angeboten, dass die
       documenta öffentlich Bedauern gegenüber ihr und dem jüdischen Volk zeigt
       und 250 Euro an eine jüdische Organisation zahlt. Die documenta lehnte ab –
       mit Verweis auf die grundsätzliche Bedeutung einer Entscheidung in der
       Sache. Das Verfahren wird am 15. April fortgesetzt.
       
       Hintergrund ist [2][unter anderem] ein acht mal zwölf Meter großes Banner
       der indonesischen Künstlergruppe Taring Padi, das 2022 auf der documenta 15
       zu sehen war. Die Bildsprache des Werks – darunter ein Schweinekopf mit
       einem Helm und der Aufschrift „Mossad“ – wurde vielfach als antisemitisch
       gedeutet. Die documenta-Leitung ließ das Bild zunächst verhüllen und dann
       ganz abbauen.
       
       Generaldirektorin Sabine Schormann trat daraufhin zurück, die
       Künstlergruppe entschuldigte sich für die Empörung, die ihre Darstellung in
       Deutschland ausgelöst hatte, [3][das Ansehen der documenta jedoch blieb
       beschädigt]. Gottschalk hatte bereits 2022 Anzeige erstattet, die
       Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen jedoch unter Hinweis auf
       Kunstfreiheit und fehlenden Straftatbestand abgelehnt. Im vergangenen Jahr
       zog die Klägerin deshalb vor das Zivilgericht.
       
       25 Mar 2026
       
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