# taz.de -- Wahlumfrage in Brandenburg: Zumindest kein Absturz
> SPD und CDU, die nun die neue Landesregierung bilden, haben derzeit keine
> Mehrheit in der Wählerschaft hinter sich. Das war aber vorher auch schon
> so.
(IMG) Bild: SPD und CDU haben zwar im brandenburgischen Landtag eine Mehrheit, nicht aber in den jüngsten Wahlumfragen
Die neuen Partner in der brandenburgischen Landesregierung, SPD und CDU,
haben keine Mehrheit in der Wählerschaft des Landes hinter sich. In einer
[1][Umfrage des Instituts Insa] kommen beide zusammen nur auf 38 Prozent.
Das sind nur 4 Prozentpunkte über dem Ergebnis, auf das die AfD alleine
kommt.
Die neuen Koalitionspartner haben im Potsdamer Landtag eine knappe Mehrheit
von 46 der 88 roten Sitze im ansonsten grell-weißen Plenarsaal. Das
spiegelt allerdings auch nicht das Wahlergebnis vom September 2024: Dort
kamen beide Parteien zusammen nur auf 44 Sitze – eine Stimme zu wenig für
die Mehrheit. Als Folge blieb der SPD nur eine Koalition mit dem Bündnis
Sahra Wagenknecht (BSW), [2][die Anfang 2026 scheiterte]. Die jetzige
Koalitionsbildung, per Unterschrift der Parteivorsitzenden vor neun Tagen
dokumentiert, war nur durch den Fraktionswechsel von zwei vormaligen
BSW-Abgeordneten möglich.
Wären am Sonntag Neuwahlen, würde es dazu nicht mehr reichen. Dann wäre
eine andere Koalition zur Regierungsbildung nötig. Dem Landtag würden dann
auch Linkspartei und Grüne wieder angehören, die 2024 unter der
5-Prozent-Hürde blieben. Die beiden Parteien kommen in der Umfrage auf 7
beziehungsweise 5 Prozent. Das BSW erreicht 8 Prozent.
Die Optimisten bei SPD und CDU können die Umfrage so auslegen, dass es in
der Brandenburger Bevölkerung zumindest keine klare Ablehnungsreaktion auf
die Mitte Januar begonnene Koalitionsgespräche und die anschließende
Partnerschaft gegeben hat. Auf die jetzigen 38 Prozent kamen beide nämlich
auch schon in einer am 15. Januar veröffentlichten Umfrage – bloß hatte die
SPD damals 25 statt jetzt 24 Prozent Rückhalt und die CDU 13 statt nun 14.
## Kein weiterer Anstieg der AfD
Für diese Interpretation spräche auch, dass die AfD keinen neuerlichen
Zulauf durch Wähler bekommen hat. Die hatte argumentiert, dass die neue
Landesregierung eigentlich gar kein Mandat habe und auf Neuwahlen gedrängt.
Auch das BSW übte Kritik in diese Richtung – vor allem, weil es zwei
frühere BSW-Mandate sind, die die Koalition ermöglichen.
Dem sonst üblichen ersten Belastungstest einer Ministerpräsidentenwahl hat
sich die neue rot-schwarze Koalition nicht unterziehen müssen: Amtsinhaber
Dietmar Woidke (SPD) hatte Forderungen danach zurückgewiesen. „Ich bin für
fünf Jahre gewählt“, [3][erinnerte er an seine Wahl im Dezember 2024] im
Landtag.
25 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/brandenburg.htm
(DIR) [2] /Regierungskrise-in-Brandenburg/!6143218
(DIR) [3] /SPD-CDU-Koalition-in-Brandenburg/!6159479
## AUTOREN
(DIR) Stefan Alberti
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