# taz.de -- FDP in der Existenzkrise: Niemand mag die FDP
       
       > Wahlpleite folgt auf Wahlpleite: Die FDP fliegt reihenweise aus den
       > Parlamenten. Die Mehrheit der Befragten einer Umfrage findet das
       > vollkommen okay.
       
 (IMG) Bild: Auf dem Weg zur Kleinstpartei: FDP-Chef Christian Dürr
       
       dpa/taz | Ist die FDP in den Parlamenten verzichtbar? Die große Mehrheit
       der Befragten einer aktuellen Umfrage sagt: Ja, kann weg. Auf die Frage,
       für wie wichtig sie es halten, dass die Liberalen dort vertreten sind,
       antworteten 40 Prozent der Befragten mit „nicht wichtig“, weitere 22
       Prozent mit „eher nicht wichtig“. Nur 7 Prozent sahen eine parlamentarische
       Präsenz in der YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur als
       „sehr wichtig“ und weitere 21 Prozent als „eher wichtig“ an.
       
       Die FDP hatte im Februar vergangenen Jahres bei der Bundestagswahl nur 4,3
       Prozent der Zweitstimmen geholt und war damit aus dem Parlament geflogen.
       Mit 4,4 Prozent ereilte sie soeben [1][bei der Landtagswahl in
       Baden-Württemberg dasselbe Schicksal]. Dies war für die FDP besonders
       schmerzhaft, weil sie Baden-Württemberg als ihr Stammland ansieht.
       
       Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an diesem Sonntag [2][droht der FDP
       die nächste schwere Niederlage]. Dort sind die Liberalen sogar noch an der
       Landesregierung beteiligt. In den Wahlumfragen wird die FDP aber gar nicht
       mehr einzeln aufgeführt, weil sie dort bei weniger als 3 Prozent liegt.
       
       Ähnliches gilt für das Wahlverhalten auf Landesebene in Sachsen-Anhalt,
       Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, wo im September neue Landesparlamente
       bestimmt werden. Wobei die Liberalen in Berlin derzeit immerhin auf 4
       Prozent taxiert werden – im Vergleich der maximale Top-Wert. Für den Einzug
       ins Abgeordnetenhaus, das Berliner Landesparlament, würde auch das nicht
       reichen.
       
       ## Liebling der Reichen
       
       Gefragt, wessen Interessen die FDP am ehesten vertritt, entschieden sich
       die mit Abstand meisten Befragten für die Gruppe der Selbstständigen und
       Topverdienenden. 35 Prozent stimmten dem voll und ganz zu, weitere 31
       Prozent antworteten mit „eher ja“. Als Interessenvertretung von Arbeitern
       und Angestellten wird die FDP dagegen kaum wahrgenommen. Nur 2 Prozent der
       Befragten sahen dies voll und ganz als richtig an, weitere 16 Prozent gaben
       „eher ja“ an.
       
       Ähnlich sah es bei der Antwortmöglichkeit aus, die FDP vertrete vor allem
       die Interessen junger Menschen (2 Prozent voll und ganz, 21 Prozent eher
       ja). Auch als Anwalt der Rentnerinnen und Rentner werden die Liberalen
       nicht angesehen. Das bewerteten ebenfalls nur 2 Prozent voll und ganz als
       richtig und 14 Prozent als eher richtig.
       
       Zuletzt nahm auch CDU-Chef Friedrich Merz keine Rücksicht mehr auf den
       langjährigen Wunschkoalitionspartner. Am Tag nach dem FDP-Debakel in
       Baden-Württemberg stellte sich Merz vor die Presse und [3][gab den
       Liberalen noch zusätzlich eine rein]. „Die FDP ist nun seit gestern
       endgültig sozusagen von der politischen Bühne in Deutschland verschwunden.
       Sie wird keine Rolle mehr spielen“, stellte er trocken fest.
       
       19 Mar 2026
       
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