# taz.de -- Ankündigungen im Irankrieg: Kommt Trumps nächster TACO-Moment?
> US-Präsident Trump behauptet, es gäbe Gespräche zur Öffnung der Straße
> von Hormus mit Iran. Das Regime dementiert. Die Lage ist brandgefährlich.
(IMG) Bild: US-Präsident Donald Trump vor seinem Abflug aus Florida: Was will dieser Mann?
So plötzlich, wie es gekommen war, hat US-Präsident Donald Trump sein
Ultimatum gegen Iran am Montag vorerst zurückgezogen. Unter Berufung auf
„sehr gute und produktive Gespräche über eine vollständige und totale
Lösung unserer Feindseligkeiten im Mittleren Osten“, die zwischen
US-Regierung und Iran geführt worden seien und in dieser Woche fortgesetzt
würden, setze er seine Androhung, iranische Energie-Einrichtungen zu
zerstören, wenn [1][die Straße von Hormus] nicht binnen 48 Stunden für die
Schifffahrt geöffnet würde, für fünf Tage aus. So schrieb Trump komplett in
Großbuchstaben auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social.
Irans Regierung widersprach sofort. Es gebe keine Gespräche zwischen beiden
Regierungen, hieß es aus dem iranischen Außenministerium. Trumps Erklärung
habe lediglich den Sinn, „die Energiepreise zu drücken und sich für die
Umsetzung seiner militärischen Pläne Zeit zu erkaufen“.
Zumindest Ersteres funktionierte kurzfristig: Nur Minuten nach
Veröffentlichung des Posts stiegen die wichtigsten Aktien-Indizes ins Plus
und [2][der Ölpreis sank deutlich,] von 114 US-Dollar pro Barrel am
Montagmorgen auf zeitweise 96, stieg aber später wieder auf über 100
US-Dollar.
Gegenüber dem Trump-nahen Fernsehsender Fox News blieb der US-Präsident am
Montag bei seiner Darstellung: Die letzten Gespräche seines
Chefunterhändlers Steve Witkoff und seines Schwiegersohns Jared Kushner mit
ihren iranischen Counterparts hätten am Montagabend stattgefunden, und der
Iran sei sehr an einer Einigung interessiert.
## Irans Führung: Solche Gespräche gibt es nicht
Und vor Reporter*innen auf dem Flughafen von Palm Beach in Florida
behauptete Trump in mündlichen Erklärungen, die so wirkten, als denke er
sie sich just in dem Moment aus, in 15 Punkten sei Einigkeit mit dem Iran
erzielt worden – unter anderem habe der Iran zugestimmt, jegliche
Nuklearanreicherung aufzugeben.
Auf die Frage, ob die Straße von Hormus wieder geöffnet werde, sagte Trump,
das werde sehr bald der Fall sein. Sie werde gemeinschaftlich überwacht
werden – „vielleicht von mir selbst. Mir selbst und dem nächsten Ajatollah,
wer auch immer das ist. Es wird außerdem einen sehr ernsthaften
Regimewechsel geben. Schauen Sie nach Venezuela“, sagte er der
CNN-Reporterin Kaitlan Collins. Irans Regierung blieb dabei, solche
Gespräche gäbe es nicht, Trump habe aus Angst vor der militärischen
Reaktion Irans einen Rückzieher gemacht.
Trumps Ultimatum und Irans ursprüngliche Antwort hatten für riesige
Befürchtungen gesorgt. Weltweit, aber auch unter Irans Bevölkerung selbst.
Massive Angriffe auf Irans Energie-Infrastruktur und die angekündigte
Reaktion Irans, daraufhin ihrerseits entsprechende US-amerikanischen
Anlagen in der gesamten Region anzugreifen, hätten eine sprunghafte
Eskalation der ohnehin durch den Krieg bereits entstandenen Energiekrise
bedeutet.
Darüber hinaus fürchten auch die ohnehin bereits [3][von iranischen
Raketenangriffen betroffenen Golfstaaten] um ihre Grundversorgung: Länder
wie Bahrain und Katar decken ihren Trinkwasserbedarf zu 100 Prozent aus
stromintensiven Meerwasserentsalzungsanlagen. In den Vereinigten Arabischen
Emiraten sind es mehr als 80 Prozent, in Saudi-Arabien 50 Prozent. Auch die
Anlagen selbst könnten Ziel von iranischen Angriffen werden.
## Merz zeigt sich dankbar und erleichtert
Und im Iran selbst berichteten regimekritische Stimmen gegenüber westlichen
Medien, sie hätten Trumps Kriegsankündigung vom 28. Februar als Hilfe beim
Regimesturz verstanden – nicht als Drohung, Iran in die Steinzeit
zurückzubomben. Erleichtert wie der Ölpreis zeigte sich auch der deutsche
Bundeskanzler Friedrich Merz. „Ich bin dankbar, dass er heute gesagt hat,
dass er das noch einmal um fünf Tage verschiebt und jetzt auch die
Möglichkeit für unmittelbare und direkte Kontakte mit der iranischen
Führung eröffnet“, sagte Merz am Montag in Berlin.
In der US-Öffentlichkeit der sozialen Medien wurde Trumps Kehrtwende zwar
auch mit Erleichterung, vor allem aber mit dem Wort „TACO“ kommentiert. Das
Kürzel steht für „Trump Always Chickens Out“ – Trump kneift am Ende immer.
Das geht einher mit den hämisch-frohlockenden Reaktionen der Regierung in
Teheran. Und birgt wiederum die Gefahr, dass der planlose, aber überaus
empfindliche US-Präsident zu weiteren unüberlegten Aktionen greifen könnte.
23 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Bernd Pickert
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